Nachrichten in der Welt


Nachrichten der Welt

Mitch McConnell: Das Ende des mächtigsten Manns in Washington

January 07
17:46 2021
Noch-Mehrheitsführer McConnell (r.) mit Trump (Januar 2019) Icon: vergrößern

Noch-Mehrheitsführer McConnell (r.) mit Trump (Januar 2019)

Foto: Olivier Douliery / UPI Photo / imago images

Es war eine bemerkenswerte Rede, vorgetragen mit viel Gefühl und aufrichtiger Sorge. Mitch McConnell beschwor seine republikanischen Kollegen im Senat, den Sieg Joe Bidens bei der Präsidentschaftswahl anzuerkennen. Wenn der Kongress die Wähler überstimme und eine Präsidentschaftswahl annulliere, werde das »unsere Republik für immer beschädigen«.

Der republikanische Mehrheitsführer warnte vor einer »Todesspirale«, in die die amerikanische Demokratie geraten könne. »Wir dürfen nicht auseinanderdriften in zwei getrennte Stämme mit unterschiedlichen Fakten und unterschiedlichen Realitäten.«

McConnell sitzt seit 1985 für die Republikaner im Senat, es hätte ein großer, bewegender Auftritt sein können. Dass es das nicht war, lag an der Person des Redners. Denn die Gefahr, vor der McConnell so plastisch warnte, hat er selbst heraufbeschworen. Er hat die von ihm gefürchtete Beschädigung der Republik eigenhändig vorangetrieben. Seine Rede war eine Kapitulationserklärung.

»Totengräber der Demokratie«

Es war McConnell, der Donald Trump in den vergangenen vier Jahren davor geschützt hat, dass er für seine Angriffe auf die demokratischen Institutionen einen Preis zahlen muss. Der Historiker Christopher Browning nennt McConnell sogar den »Totengräber der amerikanischen Demokratie«. Seine britische Kollegin Sarah Churchwell erklärte ihn zur mächtigsten Person in den Vereinigten Staaten, weil er Trump »jederzeit den Stecker ziehen« könne.

Neueste Beiträge

2:16 Reisners Blick auf die Front: “Die USA sind so massiv unter Druck, dass sie zu einem Deal bereit sein dürften”

0 comment Read Full Article