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Militärjunta weist Botschafter aus – Paris erkennt Ultimatum nicht an

August 26
17:17 2023

Das Chaos im Sahel geht weiter: Am Freitag hat Niger den französischen Botschafter aufgefordert, binnen 48 Stunden das Land zu verlassen. Die Antwort aus Paris kam in der Nacht: »Frankreich hat die Forderung zur Kenntnis genommen«, hieß es laut dem Bericht des französischen Außenministeriums. »Die Putschisten haben nicht das Recht, diese Forderung zu stellen. Die Genehmigung des Botschafters erfolgt ausschließlich durch die legitimen, gewählten nigrischen Behörden.«

Militärs hatten den demokratisch gewählten Präsidenten Mouhamed Bazoum am 26. Juli gestürzt und die Macht im Land übernommen. Laut der Militärjunta stehen die Maßnahmen der französischen Regierung im Gegensatz zu den Interessen Nigers.

Frankreich wiederum erkennt die neuen Machthaber im Einklang mit anderen westlichen und afrikanischen Staaten nicht an. Der französische Botschafter soll sich geweigert haben, an einem Treffen mit dem von den Militärs eingesetzten Außenminister teilzunehmen.

Militärs gegen die alte Kolonialmacht

Die in Niger an die Macht gekommenen Militärvertreter haben seit dem Staatsstreich insbesondere Paris vorgeworfen, militärisch in Niger eingreifen zu wollen, um Bazoum wieder einzusetzen. Zudem behaupteten sie, die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas sei ein Handlanger der ehemaligen Kolonialmacht.

Vor dem Staatsstreich in Niger hatte Frankreich die Bazoum-Regierung im Kampf gegen dschihadistische Milizen unterstützt. Noch immer sind etwa 1500 französische Soldaten in dem Land stationiert.

Verwirrung gab es in der Nacht auf Samstag, weil die AFP berichtete, dass die nigrischen Militärs ein vergleichbares Ultimatum an den deutschen sowie amerikanischen Botschafter im Land gestellt haben sollen. Später zog die Nachrichtenagentur die Meldung jedoch zurück, weil die ihr vorliegenden Informationen von den Behörden für nicht authentisch erklärt worden seien.

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