Luftraum über Moskau gesperrt, Ukraine meldet Drohnenangriffe in Saporischschja
Was in den vergangenen Stunden geschah
Die drei größten Flughäfen Moskaus haben nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass den Start- und Landebetrieb zwischenzeitlich eingestellt. »Der Luftraum über Wnukowo, Scheremetjewo und Domodedowo ist geschlossen«, zitierte Tass eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Russland meldete am Montag und Dienstag mehrere ukrainische Drohnenangriffe, auch über Moskau. Offenbar wurde der Flugverkehr später zumindest teilweise wieder aufgenommen.
Das sagt Kiew
Die Stadt Saporischschja im Südosten der Ukraine ist Medienberichten zufolge in der Nacht zum Dienstag mit Shahed-Drohnen angegriffen worden. In der Region seien Explosionen zu hören gewesen. Zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe bei Telegram mitgeteilt, dass eine Gruppe der Angriffsdrohnen in der Nähe der Stadt gesichtet worden sei. In der Region wurde demnach Luftalarm ausgerufen.
Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen. Über mögliche Schäden oder Verletzte gab es zunächst keine Informationen. Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Moskau immer wieder auch Drohnen iranischer Bauart eingesetzt. Die Ukraine verteidigt sich seit 18 Monaten gegen die russische Invasion.
Das sagt Moskau
Russland hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau zwei ukrainische Drohnen nahe der russisch besetzten Schwarzmeerhalbinsel Krim abgewehrt. Die beiden unbemannten Luftfahrzeuge seien am späten Montagabend rund 40 Kilometer nordwestlich der Krim über dem Schwarzen Meer abgestürzt, teilte das Ministerium in der Nacht zum Dienstag bei Telegram mit. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Die Ukraine setzt in ihrer Abwehr der russischen Invasion immer wieder auch Drohnen ein.
Humanitäre Lage
Pro Asyl hat gefordert, den Schutzstatus für die rund vier Millionen ukrainischen Kriegsflüchtlinge in der Europäischen Union zu verlängern. »Alles andere als eine Verlängerung des temporären Schutzes für aus der Ukraine geflohene Menschen wäre angesichts der Entwicklung des Kriegs absurd«, erklärte die Flüchtlingshilfsorganisation gegenüber der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. »Die EU-Innenminister und -Innenministerinnen müssen diese Entscheidung nun möglichst schnell offiziell treffen, damit die Menschen mehr Sicherheit haben und die Behörden sich entsprechend vorbereiten können«, hieß es.
Auch der Chef von Deutschlands größter Ausländerbehörde in Berlin, Engelhard Mazanke, fordert einen schnellen Entschluss. Seine Behörde brauche eine verbindliche Lösung, wie es nach Auslaufen der aktuellen Regelung am 4. März 2024 weitergehe. »Die hier lebenden Ukrainer wollen das jetzt wissen«, sagte er. »Das ist auch nachvollziehbar, weil sie beispielsweise für einen Wohnberechtigungsschein eine Aufenthaltserlaubnis von einem Jahr brauchen.«
Internationale Reaktionen
Griechenland hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj angeboten, ukrainische Piloten für Kampfjets vom Typ F-16 auszubilden. Selenskyj bedankte sich am Montagabend in Athen für das Angebot, das er gerne annehme. »Wir brauchen die Unterstützung Griechenlands bei der Vorbereitung unserer Piloten für die Flieger F-16«, sagte er nach einem Gespräch mit dem griechischen Premierminister Kyriakos Mitsotakis.
Der größte Teil der griechischen Luftwaffe besteht aus F-16-Jets, die Piloten gelten als äußerst erfahren. Erst am Sonntag hatten Dänemark und die Niederlande der Ukraine zugesagt, Dutzende F-16-Kampfflugzeuge für den Abwehrkampf gegen die russischen Angreifer zu liefern. Erst muss die Ausbildung ukrainischer Piloten jedoch abgeschlossen sein.
Selenskyj war kurzfristig zu einem informellen Treffen der Staats- und Regierungschefs von Balkan- und osteuropäischen Ländern nach Athen gereist. Er verwies im Beisein von Mitsotakis auch auf das griechische Versprechen, die ukrainische Hafenstadt Odessa wieder aufzubauen. Das hatte Griechenland zugesagt, weil in Odessa viele Ukrainer griechischer Herkunft leben.

