Luftfilter für Schulen: Das Geschäft mit den Virenkillern
Icon: vergrößernSchulunterricht in Kiel
Foto: Gregor Fischer / DPA
Anfang März machte Heinsberg bundesweit Schlagzeilen als erster Corona-Hotspot. Und genau dort ist auch Trotec zu Hause, ein Unternehmen, das sein Geld mit Anlagen verdient, die Schwebeteilchen aus der Luft filtern. Sogar Viren. Das mag manchen wie Stoff für eine krude Verschwörungstheorie erscheinen.
Trotec, rund 250 Mitarbeiter, ist spezialisiert auf Geräte, die heizen, kühlen, entfeuchten oder eben filtern. Oft sind die Maschinen am Bau oder in der Industrie im Einsatz. Nach der fatalen Karnevalsfeier im Februar, bei der sich Hunderte Heinsberger infizierten, sei ihnen klar gewesen, dass die Übertragung im Festsaal über die Luft geschah, sagt Geschäftsführer Joachim Ludwig. "Das war für uns der Startschuss."
Die Mitarbeiter entwickelten einen mobilen Raumluftreiniger, ausgestattet mit sogenanntem Hepa-Filter der Klasse 14. Er ist in der Lage, auch Coronaviren aufzufangen. Seither hat es Trotec mit ganz neuer Kundschaft zu tun: Gastwirte, Schulen und Kitabetreiber, Psychiater und Physiotherapeuten. "Da draußen gibt es noch ein großes Marktpotential", sagt Ludwig. Jedenfalls so lange drinnen das Virus schwebt. Mit Beginn der kühlen Jahreszeit, wenn sich das Leben wieder in die Räume verlagert, erhöht sich die Ansteckungsgefahr. Luftreiniger versprechen mehr Sicherheit. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie fördert die Bundesregierung den Einsatz der Technik mit einem millionenschweren Programm.

