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Liveblog zum Warnstreik: Warnstreik legt Bahnverkehr fast vollständig lahm – trotzdem kaum lange Staus

March 27
13:39 2023

Millionen Menschen müssen wegen des Warnstreiks von EVG und Ver.di an diesem Montag auf Züge und Flüge verzichten. Auf vielen Straßen geht es dennoch besser voran als befürchtet. Der ADAC hat dazu eine Theorie. Die News.

Eindrücke von Flughäfen und Bahnhöfen

Faeser setzt auf Tariflösung – Ver.di-Chef Werneke lobt Beteiligung am Warnstreik

11.51 Uhr: Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hält eine baldige Lösung im Tarifstreit um den öffentlichen Dienst für möglich. »Viele, auch im öffentlichen Dienst, leiden dieser Tage unter den hohen Energiepreisen, unter der hohen Inflation«, sagte Faeser unmittelbar vor der dritten Verhandlungsrunde für Bund und Kommunen. Sie sei »sehr zuversichtlich, dass wir diese Woche auch zu einer guten Lösung kommen werden«, sagte Faeser laut der Nachrichtenagentur dpa in Potsdam.

Sie erwarte aber ein Entgegenkommen der Gewerkschaften, so Faeser. Die Ministerin führt die Verhandlungen für den Bund, also die Arbeitgeberseite. Ver.di-Chef Frank Werneke rief dagegen die Arbeitgeber zum Entgegenkommen auf. Er lobte auch die Beteiligung am Warnstreik. »Alle, wirklich alle Mitglieder, die wir heute zum Arbeitskampf aufgerufen haben, beteiligen sich an diesem Streik«, sagte Werneke laut dpa. Die Beschäftigten seien es leid, »sich jeden Tag mit warmen Worten abspeisen zu lassen, während die Arbeitsbedingungen immer schlechter werden und viele Stellen unbesetzt sind.«

Mehr als 400.000 Streikende hätten sich bis Ende vergangener Woche in allen Ver.di-Bereichen an den Warnstreiks beteiligt. Dies sei die größte Warnstreik-Beteiligung seit Jahrzehnten, so Werneke. Neben dem öffentlichen Verkehr hatte Ver.di auch Kitas, Kliniken, Verwaltungen und viele andere Bereiche bestreikt.

EVG-Chef hält Warnstreik für angemessen

11.18 Uhr: Die bundesweiten Warnstreiks im Verkehrssektor sind aus Sicht des Vorsitzenden der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Martin Burkert, »notwendig und verhältnismäßig«. »Es geht jetzt darum, dass diese Branche nicht abgehängt werden darf von der allgemeinen Lohnentwicklung«, sagte Burkert laut der Nachrichtenagentur dpa.

»Wir sind entschlossen, unsere Forderungen nach 650 Euro für alle Beschäftigungsgruppen, alternativ 12 Prozent, durchzusetzen«, sagte Burkert. »Wir erwarten ein Angebot, das unseren Forderungen entspricht und vor allem keine Gegenangebote.«

Die Deutsche Bahn hatte unter anderem angeboten, die Löhne der rund 180.000 betroffenen Beschäftigten in zwei Schritten um insgesamt 5 Prozent anzuheben sowie Einmalzahlungen in Höhe von insgesamt 2500 Euro in Aussicht gestellt. Die EVG lehnte dies ab. Die Verhandlungen sollen in dieser Woche fortgesetzt werden.

Streik legt Zugverkehr zwischen Tschechien und Deutschland lahm

10.51 Uhr: Der Warnstreik in Deutschland betrifft auch die Züge mit dem Nachbarland Tschechien. Grenzüberschreitende Fern- und Regionalzüge fuhren am Montag nur auf den Streckenabschnitten innerhalb Tschechiens, wie die staatliche Eisenbahn Ceske Drahy (CD) mitteilte .

Beispielsweise verkehrten die Eurocity-Züge zwischen Prag und Berlin nur im Abschnitt zwischen Prag und Děčín. Die Eurocity-Züge in Richtung München endeten in Domažlice. Die Schnellzüge zwischen Cheb und Nürnberg wurden ersatzlos gestrichen. Aus Kulanzgründen ermöglicht die tschechische Bahn den Umtausch oder die Umbuchung von bereits gekauften Fahrkarten nach Deutschland. Am Dienstag sollen die Züge wieder normal fahren.

Verkehrschaos auf Autobahnen ist laut ADAC ausgeblieben

10.36 Uhr: Der Warnstreik hat am Montagmorgen zwar für deutlich mehr Verkehr und Behinderungen auf den Autobahnen gesorgt, ein Chaos blieb aber aus. Rund um die Ballungsräume stocke der Verkehr zwar, »einen Kollaps oder ein Riesenchaos sehen wir aber nicht«, sagte eine Sprecherin des ADAC der Nachrichtenagentur dpa. Aus ihrer Sicht haben die frühe Ankündigung und die Berichterstattung womöglich dafür gesorgt, dass viele Menschen sich auf den Warnstreik eingestellt hätten. »Wer kann, ist im Homeoffice geblieben.«

Beamtenbund fordert Arbeitgeber zu Nachbesserung auf

10.28 Uhr: Im Tarifstreit um den öffentlichen Dienst hat der Beamtenbund dbb die öffentlichen Arbeitgeber zur Nachbesserung ihres Angebots für die 2,5 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen aufgerufen. Ansonsten werde ein Schlichtungsverfahren und im Fall von dessen Scheitern sogar ein regulärer Streik wahrscheinlich, sagte dbb-Chef Ulrich Silberbach laut der Nachrichtenagentur dpa. »Dann werden wir in einen flächendeckenden, unbefristeten Arbeitskampf einsteigen müssen«, so der Gewerkschaftschef. Seit diesem Montag läuft die dritte Verhandlungsrunde.

Verdi und Beamtenbund dbb fordern für die 2,5 Millionen Beschäftigten der Kommunen und des Bundes 10,5 Prozent mehr Einkommen über 12 Monate, mindestens 500 Euro mehr. Die Arbeitgeber wollen keinen Mindestbetrag – und bieten 5 Prozent mehr Lohn über 27 Monate sowie Einmalzahlungen. Bei einer Schlichtung würde eine unabhängige Schlichtungskommission zusammenkommen, um einen Kompromissvorschlag vorzulegen. Um sie in Gang zu setzen, müsste eine Seite die Verhandlungen für gescheitert erklären und die Schlichter anrufen.

Laut Bahn Millionen Fahrgäste vom Warnstreik betroffen

9.49 Uhr: Die Deutsche Bahn hat den groß angelegten Warnstreik der Gewerkschaften Ver.di und EVG erneut kritisiert. »An diesem überzogenen, übertriebenen Streik leiden Millionen Fahrgäste, die auf Busse und Bahnen angewiesen sind«, sagte ein Bahnsprecher der Nachrichtenagentur dpa. »Nicht jeder kann vom Homeoffice aus arbeiten.« Nachteile hätten demnach auch Tausende Unternehmen in der Wirtschaft, die ihre Güter über die Schiene empfingen oder versendeten.

Die Bahn hat aufgrund des Warnstreiks am Montag den gesamten Fernverkehr und weite Teile des eigenen Regional- und S-Bahnverkehrs eingestellt. Im Regionalverkehr könnten je nach Streikverlauf im Laufe des Tages wieder Linien in Betrieb genommen werden, sagte der Sprecher. Fahrgäste sollten sich auf der Internetseite oder in der App der Bahn über die jeweilige Situation im Regionalverkehr informieren.

Bislang nur wenige größere Staus

9.13 Uhr: In vielen Städten Deutschlands mussten Autofahrerinnen und Autofahrer am Morgen mit den üblichen Behinderungen im Berufsverkehr rechnen – größere Staus wurden aber nur vereinzelt von der Polizei gemeldet. So schrieb die Verkehrsinformationszentrale Berlin auf Twitter um 7 Uhr von mehreren Staus, die bei Fahrten aus dem Umland in die Stadt für je etwa 20 Minuten Verzögerung sorgten.

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