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Kreml will Ölpreisdeckel »nicht akzeptieren«

December 04
07:37 2022

Die EU-Staaten, die G7 und Australien haben sich auf eine Preisobergrenze für russisches Öl geeinigt. Der Kreml drohte schon im Vorfeld mit Lieferstopps – und reagiert nun erwartungsgemäß hart.

Lange haben die G7- und EU-Staaten darum gerungen, wie ein möglicher Preisdeckel für russisches Öl funktionieren könnte. Am vergangenen Freitag schließlich beschlossen sie eine Obergrenze von 60 Dollar (57 Euro) pro Barrel. Das Ziel: die Mittel Moskaus zur Finanzierung des Angriffskriegs gegen die Ukraine einschränken. Die Ukraine hoffte sogar auf eine »Zerstörung« der russischen Wirtschaft.

Nun hat sich Putins Regierung erstmals zur Maßnahme geäußert. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte laut der staatlichen Nachrichtenagentur TASS, man habe sich auf die Preisobergrenze vorbereitet und analysiere sie derzeit. Klar sei schon jetzt: »Wir werden diese Obergrenze nicht akzeptieren.« Derzeit liegt der Marktpreis von russischem Öl der Sorte Urals pro Barrel bei rund 65 Dollar.

Zweitgrößter Exporteur von Rohöl weltweit

Eine Reaktion auf den Preisdeckel konnte Russland über mehrere Monate vorbereiten: Die wichtigen Industriestaaten hatten die Maßnahme bereits Anfang September auf den Weg gebracht. Um ein gemeinsames Vorgehen des Westens zu garantieren, mussten sie aber auf eine Einigung innerhalb der EU warten. Vor allem Polen hatte zunächst eine deutlich niedrigere Obergrenze gefordert, Berichten zufolge um die 30 Dollar.

Mit dem Preisdeckel solle Russland daran gehindert werden, »von seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine zu profitieren«, hieß es in einer Erklärung der G7-Staaten, der sich auch Australien anschloss. China und Indien beispielsweise können weiterhin russisches Öl importieren, aber nur zu dem nun beschlossenem Maximalpreis. Die Grenze soll auch dann greifen, wenn die Länder den Verkauf nur für Dritte abwickeln oder begleiten.

Russland ist der zweitgrößte Exporteur von Rohöl weltweit und hatte im Vorfeld bereits gewarnt, dass es kein Öl mehr an Länder liefern werde, die eine Obergrenze einführten. Die EU bezieht zwei Drittel ihrer Ölimporte aus Russland über den Seeweg, der Rest kommt über Pipelines.

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