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Konjunktur-Prognose: IWF erwartet Krise in weiten Teilen der Welt

October 11
17:06 2022

Die globale Konjunktur wird sich laut IWF 2023 weiter abkühlen. Große Teile der Welt dürften demnach im nächsten Jahr in einer schweren Krise stecken, heißt es in der aktuellen Prognose. Und: »Das Schlimmste kommt noch«.

Unter Inflation, Krieg und den Coronafolgen leidet die Weltwirtschaft weiter. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in dieser Lage nun seine globale Wachstumsvorhersage für das kommende Jahr gesenkt – auf 2,7 Prozent.

Damit ist das prognostizierte Wachstum um 0,2 Prozentpunkte geringer als noch im Sommer angenommen, wie aus der jüngsten IWF-Prognose hervorgeht. Im Euroraum soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) demnach im kommenden Jahr nur noch um 0,5 Prozent wachsen – eine deutliche Herabstufung im Vergleich zur vorigen Prognose.

Trübe Aussichten für Deutschland

Damit erwartet der IWF eine deutlich schlechtere Entwicklung als noch im Juli, wobei der Fonds schon damals seine Prognose gesenkt hatte. Im Sommer rechnete der IWF noch mit einem Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr um 3,2 Prozent und im kommendem Jahr um 2,9 Prozent.

Schlecht sieht es insbesondere auch für die deutsche Volkswirtschaft aus. Die dürfte laut IWF im laufenden Jahr zwar noch um 1,5 Prozent wachsen, 2023 dann aber um 0,3 Prozent schrumpfen. Der IWF korrigierte damit seine Prognose vom April für das kommende Jahr um ganze drei Prozentpunkte nach unten.

Der IWF betont, dass die Prognosen außerordentlich unsicher seien. Die zukünftige Entwicklung der Weltwirtschaft hänge entscheidend von der Geldpolitik, dem Verlauf des Krieges in der Ukraine und möglichen weiteren pandemiebedingten Störungen – zum Beispiel in China – ab.

Bereits in der vergangenen Woche hatte IWF-Chefin Georgieva in einer Rede an der Georgetown-Universität in Washington über die düsteren Aussichten gesprochen. Selbst in Ländern, in denen die Wirtschaft noch wachse, werde es sich wie eine Rezession anfühlen, so Georgieva – weil die Realeinkommen aufgrund der hohen Inflation schrumpfen würden.

Mehr als ein Drittel der Weltwirtschaft werde 2023 schrumpfen, warnte der IWF. In den drei größten Volkswirtschaften – den USA, der Europäischen Union und China – werde das Wachstum stagnieren. Zugleich mahnte der IWF die Regierenden: »Während sich Gewitterwolken zusammenbrauen, müssen die politischen Entscheidungsträger eine ruhige Hand bewahren«, heißt es in dem Bericht.

Inflation könnte sich abschwächen

Immerhin bei der Inflation werde für 2023 und 2024 eine Abkühlung erwartet, heißt es weiter. In diesem Jahr rechnet der IWF in den Industriestaaten mit einer Teuerungsrate von 7,2 Prozent – also 0,6 Prozentpunkte mehr als noch im Sommer angenommen. Für das kommende Jahr prognostiziert der IWF dann eine Inflationsrate von im Schnitt 4,4 Prozent. Das ist aber ebenfalls immer noch deutlich höher als bisher vorhergesagt. In Schwellen- und Entwicklungsländern soll die Inflationsrate in diesem Jahr im Durchschnitt 9,9 Prozent betragen, ein Plus von 0,4 Prozentpunkten. Auch im kommenden Jahr wird dort eine hohe Teuerungsrate von 8,1 Prozent erwartet.

Der IWF warnt, dass mehrere Faktoren eine Abschwächung der Inflation verlangsamen könnten. Sollte es noch weitere Schocks bei den Energie- und Lebensmittelpreisen geben, könnten die Verbraucherpreise längerfristig hoch bleiben. »Die Energiepreise sind und bleiben besonders anfällig mit Blick auf den Verlauf des Krieges in der Ukraine und das mögliche Aufflammen anderer geopolitischer Konflikte«, schreiben die Autorinnen und Autoren. Wichtig sei auch die Rolle der Zentralbanken. Diese müssten sich auf die Eindämmung der Inflation konzentrieren.

Die US-Notenbank Fed hatte sich zuletzt mit mehreren kräftigen Zinserhöhungen gegen die extrem hohe Teuerungsrate gestemmt. Fed-Chef Jerome Powell hatte deutlich gemacht, dass weitere Erhöhungen des Leitzinses zu erwarten sind. Die EZB hatte nach langem Zögern im Juli die Wende hin zu höheren Zinsen eingeleitet. Doch eine weitere Straffung der Geldpolitik in den Industriestaaten erhöhe den Druck auf Kreditkosten in einkommensschwächeren Staaten, so der IWF. Das wäre für die von der Pandemie ohnehin schon schwer getroffenen Länder fatal – und hätte auch weltweite Folgen. »Eine sich ausweitende Schuldenkrise in diesen Volkswirtschaften würde das globale Wachstum stark belasten und könnte eine weltweite Rezession auslösen.«

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