Kollaps der Ölindustrie möglich: Wirtschaftsdesaster droht: Finanzbeamte sollen Putin eindringlich warnen
Politik
Kollaps der Ölindustrie möglichWirtschaftsdesaster droht: Finanzbeamte sollen Putin eindringlich warnen
06.02.2026, 09:44 Uhr

Der Kreml ist von seiner Kriegs- und Eroberungslust trotz diverser Verhandlungen nicht abzubringen. Der wohl wichtigste Hebel für ein Ende der Angriffe auf die Ukraine sind Russlands wirtschaftliche Probleme. Auch intern sollen die Sorgen immer größer werden.
Sanktionen des Westens und der damit verbundene niedrige Ölpreis sowie ukrainische Angriffe und das Vorgehen der USA gegen die Konzerne Rosneft und Lukoil haben Russlands Einnahmen erodieren lassen. Für den Kreml ist das schon jetzt eine massive Belastung. Und es droht weiteres Ungemach, sollte Indien als einer der Hauptabnehmer nach Druck von US-Präsident Donald Trump tatsächlich kein russisches Öl mehr kaufen.
Zudem erwägt die EU laut "Washington Post" im Rahmen ihres 20. Sanktionspaketes ein umfassendes maritimes Verbot für Dienstleistungen zu verhängen, die für den Transport russischen Öls erforderlich sind. Darunter könnten zum Beispiel Versicherungen fallen.
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Eine Quelle der US-Zeitung mit Verbindungen zu russischen Finanzbeamten sagte, dass diese in immer dringlicher werdenden Schreiben an den russischen Präsidenten Wladimir Putin vor einer möglichen Wirtschaftskrise bis zum Sommer warnen würden.
Sinkende Einnahmen könnten den Finanzbeamten zufolge bedeuten, dass das Haushaltsdefizit ohne weitere Steuererhöhungen noch weiter anwachsen werde. Auch der Druck auf das russische Bankensystem nehme aufgrund hoher Zinsen und der zur Finanzierung des Ukraine-Krieges notwendigen Zwangskreditvergabe an Unternehmen zu.
Staatsfonds geschröpft
Die Krise könnte in "drei oder vier Monaten" eintreten, sagte ein Moskauer Geschäftsmann der "Washington Post". Es gebe Anzeichen dafür, dass die reale Inflation weit über die offiziell angegebenen sechs Prozent hinausgehe, obwohl die Leitzinsen auf einem hohen Niveau von 16 Prozent gehalten werden.
Als Indikatoren für eine zunehmende Belastung der Wirtschaft führt der Geschäftsmann die höchste Zahl von Restaurantschließungen in Moskau seit der Pandemie und die Zwangsentlassungen Tausender Arbeitnehmer aufgrund steigender Kosten an.
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Der russische Staat hat bereits jetzt mit massiven Problemen zu kämpfen. Die "Bild"-Zeitung berichtete vor einigen Tagen unter Berufung auf Angaben aus einer internen Analyse der Bundesregierung, dass die Energieeinnahmen nur noch 22 Prozent des Staatshaushalts ausmachen würden. Früher seien es bis zu 50 Prozent gewesen.
Den Staatsfonds hat Wladimir Putin zudem wohl ausgiebig geschröpft. Mit 42 Milliarden Euro soll er nur noch über die Hälfte seiner Mittel im Vergleich zum Kriegsbeginn verfügen. Zudem würden mittlerweile 40 Prozent aller staatlichen Ausgaben in den Krieg fließen, heißt es in dem Bericht.

