Kim Jong Un und Donald Trump: Bizarre Brieffreunde
Icon: vergrößernHat offenbar gute Schreiberlinge: Kim Jong Un
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Offensichtlich braucht es nur ein paar gezielte Huldigungen und gedrechselte Zeilen, um den mächtigsten Mann der Welt zu betören. 27 Briefe hat der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un in den vergangenen zwei Jahren mit US-Präsident Donald Trump ausgetauscht – durch das neue Buch des US-amerikanischen Enthüllungsjournalisten Bob Woodward ist erstmals der genaue Inhalt durchgesickert. CNN hat zwei der Briefe veröffentlicht.
Selbst die CIA war offenbar verblüfft, wie gekonnt die Briefe von Kim Jong Un formuliert waren. Wer auch immer sie wirklich geschrieben hat, habe "Meisterwerke" geschaffen. Die Analysten hätten laut Woodward gestaunt, wie clever der Verfasser Schmeicheleien eingeflochten und somit Trumps Großmannssucht befriedigt habe.
Immer wieder sprach Kim Trump mit "Exzellenz" an. Selbst im Koreanischen, in dem Titel im Alltag verwendet werden, klingt das übertrieben. Nach ihrem ersten Treffen in Singapur schrieb Kim im Dezember 2018:
Ein weiteres Treffen wäre "wie eine Szene aus einem Fantasyfilm", so Kim, der antichambrierende Diktator. In einem Brief, den er einige Monate später schickte, betonte Kim demnach, der Singapur-Gipfel habe "sich unauslöschlich in meiner Erinnerung eingebrannt". Und fuhr fort:

