Joe Biden spricht mit Putin über Vergiftung Nawalnys
Icon: vergrößernKremlgegner Alexej Nawalny auf dem Flug nach Moskau (am 17. Januar)
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Mstyslav Chernov / dpa
US-Präsident Joe Biden hat in seinem ersten Telefonat mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin seit Amtsantritt eine Reihe von Konfliktthemen angesprochen. Bidens Sprecherin Jen Psaki sagte am Dienstag im Weißen Haus, der Präsident habe sich unter anderem zur »Vergiftung« des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny und zum »Umgang der russischen Sicherheitskräfte mit friedlichen Demonstranten« geäußert. Dabei habe Biden auch seine Sorgen über den Umgang mit dem inhaftierten Regierungskritiker zum Ausdruck gebracht.
Der Präsident habe ferner den Rückhalt der USA für die Souveränität der Ukraine angesichts von »Russlands anhaltender Aggression« bekräftigt, sagte Psaki. Weitere Themen seien Berichte über russisches Kopfgeld auf US-Soldaten in Afghanistan, ein großangelegter Hackerangriff auf die USA im vergangenen Jahr sowie Einmischungen in die US-Wahlen im November gewesen.
Zuvor hatten sich Russland und die USA über die Verlängerung des »New Start«-Vertrags auf fünf Jahre geeinigt.
Putin warb nach Angaben des Kreml in dem Telefonat für eine »Normalisierung der Beziehungen zwischen Russland und den USA«. Dies wäre im Interesse beider Länder und der internationalen Gemeinschaft.
Biden hatte seinem Vorgänger Donald Trump im Wahlkampf wiederholt eine zu nachgiebige Linie im Umgang mit Russland vorgeworfen. Bereits am Montag äußerte sich der neue US-Präsident nach der Festnahme tausender Kreml-kritischer Demonstranten in Russland »sehr besorgt«, bekräftigte aber zugleich seinen Willen zur Zusammenarbeit mit Moskau bei der Rüstungskontrolle.
An den regierungskritischen Protesten am vergangenen Samstag hatten sich zehntausende Menschen in mehr als hundert russischen Städten beteiligt. Die Menschen forderten die Freilassung Nawalnys
Nawalny war am Montag vergangener Woche in Russland zunächst zu 30 Tagen Haft verurteilt worden, weil er gegen Meldeauflagen in einem früheren Strafverfahren verstoßen haben soll. Der Oppositionspolitiker hatte sich zuvor zur Rückkehr in seine Heimat entschieden, wo er im August Opfer eines Anschlags mit dem Nervengift Nowitschok geworden war.
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