Joe Biden – Karriere: Trauer und Triumph
Icon: vergrößernDemokraten Biden, Harris am 10. November in Wilmington, Delaware: »Ich habe kandidiert, damit Amerika in der Welt wieder respektiert wird«
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Amr Alfiky / The New York Times / REDUXPICTURES / laif
Er steht auf einer Bühne und lächelt sein breites Lächeln. Joe Biden hat es jetzt doch noch geschafft, nach all den Schicksalsschlägen und Niederlagen hat er die Wahl gewonnen. Zweimal war er gescheitert bei dem Versuch, das Weiße Haus zu erobern, dann fehlte ihm vor vier Jahren die Kraft, einen dritten Anlauf zu unternehmen, denn er trauerte um seinen Sohn.
Schon früh träumt Biden davon, Präsident zu werden. Mit 29 wird er in den US-Kongress gewählt, als einer der jüngsten Senatoren in der US-Geschichte. 1972 ist das, damals heißt der Präsident noch Richard Nixon.
Es dauert mehr als vier Jahrzehnte, bis Bidens politische Odyssee endlich ans Ziel führt, bis er mit 77 vor ein Mikrofon treten und rufen kann: »Leute, das Volk hat gesprochen. Es hat uns einen klaren Sieg beschert, einen überzeugenden Sieg – einen Triumph für uns, das Volk.«
Die Wortwahl zeigt, wie sehr sich Biden an diesem milden Novemberabend von Donald Trump absetzen will, dem Narzissten im Weißen Haus, der fast nie das Wort »wir« benutzt, sondern am liebsten von sich selbst spricht. An diesem Samstag, an dem alle US-Fernsehsender Biden zum Wahlsieger ausrufen, weigert sich der Präsident einfach, die Realität anzuerkennen. Auf Twitter schreibt Trump: »Ich habe diese Wahl gewonnen, und zwar mit einem riesigen Abstand.«

