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Jewgenij Prigoschin verunglückt: Wagner-Kanal vermeldet Tod des Söldnerchefs

August 24
02:31 2023

Der Chef der russischen Söldnertruppe Wagner Jewgenij Prigoschin ist nach Angaben seiner Anhänger tot. Zunächst hatte der Wagner nahestehende Kanal »Grey Zone« noch die Behördenversion in Zweifel gezogen, wonach Prigoschin auf der Passagierliste jener Maschine gestanden habe, die in Russland abgestürzt ist. Nun bestätigt allerdings auch »Grey Zone« dessen Tod: »Der Chef der Wagner-Gruppe, Held Russlands, ein wahrer Patriot seines Vaterlandes, Jewgenij Wiktorowitsch Prigoschin, starb an den Folgen der Taten von Verrätern Russlands«, heißt es auf Telegram.

»Grey Zone« ist ein Wagner nahestehender Kanal. Der Administrator postet anonym unter dem Namen »500« und kämpfte höchstwahrscheinlich für die Gruppe in der Ukraine. Auf diesem Kanal hat Prigoschin unter anderem seine mitunter verstörenden Videos veröffentlicht, in denen er der russischen Militärführung Versagen vorwarf. Auch den Marsch auf Moskau hatte er hier angekündigt.

Bereits vor der mutmaßlichen Bestätigung des Todes hatte der Kanal einen Beitrag des Kriegskorrespondenten Roman Saponkow geteilt, in dem mit »katastrophalen Konsequenzen« gedroht wird.

Zehn Todesopfer

Die staatlich kontrollierten Nachrichtenagentur Tass hatte zuvor vermeldet, dass ein Flugzeug abgestürzt sei. Unter Berufung auf die Flugbehörde Rosawiazija hieß es dann, Prigoschin habe auf der Passagierliste gestanden.

Der russische Katastrophenschutz teilte weiter mit, dass alle zehn Personen an Bord ums Leben gekommen seien. Es handele sich demnach um sieben Passagiere und drei Piloten. Die ebenfalls staatliche Nachrichtenagentur Ria meldet, an der Absturzstelle seien die Leichen von acht Menschen gefunden worden.

Erst kürzlich war im Internet ein Video aufgetaucht, das den Söldnerchef rund zwei Monate nach seinem gescheiterten Kurzzeitaufstand in Russland in Afrika zeigen soll. Genauere Informationen – wie Ort und Zeitpunkt der Aufnahme – wurden nicht genannt. Unabhängig überprüft werden konnte der Aufnahmeort zunächst ebenfalls nicht.

Ob es sich bei einem der Passagiere des abgestürzten Privatfliegers tatsächlich um Prigoschin handelt, bleibt unklar, doch die Hinweise verdichten sich. In den sozialen Medien kursieren Informationsschnipsel. Ein mit Prigoschin verbundener Telegram-Kanal hatte bereits zuvor den Tod Prigoschins unter Berufung auf Kriegsblogger bestätigt. Bei Telegram werden zudem Videos verbreitet, die ein Flugzeug zeigen, das senkrecht in Richtung Boden trudelt. Die Aufnahmen zeigen eine meterhohe Rauchwolke über einem Feld als mutmaßliche Folge des Absturzes. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Informationen nicht. Die Echtheit, Herkunft und der Aufzeichnungszeitpunkt der Videos bleiben ebenfalls unklar.

Auf dem Weg von Moskau nach Sankt Petersburg

Auch über die Gründe für den Absturz gibt es bislang keine Informationen. Laut Flightradar liegt der Absturzort nordwestlich von Moskau, zwischen den Ortschaften Snopovo und Skorodumki. Der abgestürzte Jet hat demnach die Kennung RA-02795 und war offenbar in Moskau gestartet. Tass berichtet, das Flugzeug soll auf dem Weg von Moskau-Scheremetjewo nach Sankt Petersburg gewesen sein.

Es gibt zudem unbestätigte Berichte, dass ein dem mutmaßlichen Prigoschin-Jet fast baugleiches Flugzeug zur Absturzzeit im Luftraum über Moskau gekreist habe, nun aber auf dem Flughafen Ostafievo bei Moskau gelandet sein soll.

Marsch auf Moskau ist an diesem Tag zwei Monate her

Prigoschins Söldner hatten viele Monate lang an der Seite der regulären russischen Armee im seit Februar 2022 dauernden Angriffskrieg gegen die Ukraine gekämpft. Am 23. Juni mobilisierte Prigoschin seine Männer aus Frust über die seiner Ansicht nach zu ineffektive russische Militärführung für einen Marsch auf Moskau, den er allerdings einige Stunden später nach Verhandlungen wieder stoppte. Unter der Bedingung, ins Nachbarland Belarus auszuwandern, wurde Prigoschin vom Kreml Straffreiheit versprochen.

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