Jens Spahn über die Corona-App: 14 Millionen Downloads, 300 gemeldete Fälle
Icon: vergrößernBundesgesundheitsminister Jens Spahn: "Wir geben im Alltag mehr aufeinander acht."
Andreas Chudowski
SPIEGEL: Herr Minister Spahn, Sie sind im Mai 40 Jahre alt geworden und wollten das groß feiern. Sie mussten das Fest wegen Corona verschieben. Wann holen Sie es nach?
Spahn: Im Mai 2021.
SPIEGEL: Sie rechnen also damit, dass wir im nächsten Jahr vollständig in die Normalität zurückgekehrt sind?
Spahn: Ich bin jedenfalls relativ sicher, dass wir im Mai nächsten Jahres wissen, wie man Geburtstag feiert, ohne sich einem zu hohen Infektionsrisiko auszusetzen. Wir lernen jeden Tag, besser mit diesem Virus umzugehen. Schauen Sie nur, wie wir heute leben im Vergleich zur Situation im März.
SPIEGEL: Warum feiern Sie Ihren Geburtstag nicht schon im Herbst nach? Fürchten Sie eine zweite Welle?
Spahn: Das Virus ist noch da. Das sehen wir jeden Tag an den vielen lokalen und regionalen Ausbrüchen. Die Frage ist: Kommt noch mal ein größerer? Das kann niemand mit Sicherheit sagen. Aber wenn die Infektionszahlen wieder steigen sollten, sind wir noch besser vorbereitet als im Februar. Wir haben mehr Testkapazitäten und ausreichend Schutzmasken. Wir steuern unsere Intensivkapazitäten besser und werden nicht mehr alle planbaren Operationen verschieben müssen. Der Schlüssel zum Erfolg sind aber vor allem die Bürgerinnen und Bürger, die aus Überzeugung mitmachen. Wir geben im Alltag mehr aufeinander acht.

