Nachrichten in der Welt


Nachrichten der Welt

Ist der Spott gerechtfertigt?: Deutschland will Ukraine fünf Patriot-Raketen geben – und kassiert Häme

February 13
15:36 2026

Politik

Ist der Spott gerechtfertigt?Deutschland will Ukraine fünf Patriot-Raketen geben – und kassiert Häme

13.02.2026, 11:18 Uhr Artikel anhören(04:58 min)00:00 / 04:58

  • 0.5x
  • 0.8x
  • 1.0x
  • 1.2x
  • 1.5x
  • 2.0x
Bundesregierung-erlaubt-Ukraine-Waffeneinsatz-gegen-Ziele-in-Russland-ARCHIVFOTO-Patriot-Raketenabwehrsystem-Raketenwerfer-Bundespraesident-Frank-Walter-STEINMEIER-besucht-die-Uebung-National-Guardian-die-Panzertruppenschule-und-die-Militaerseelsorge-auf-dem-Truppenuebungsplatz-in-Munster-18-04
Russlands Raketen und Drohnen töten fast täglich. Kiew kämpft seit Jahren für die Ausstattung mit mehr Patriot-Flugabwehr. (Foto: picture alliance / SvenSimon)

Immer wieder meldet die Ukraine dramatische Engpässe bei der Flugabwehr, insbesondere für die Bekämpfung von ballistischen Raketen. Eine neue Hilfsankündigung aus Deutschland sorgt für Spott – und verdeutlicht wohl, dass der Westen in diesem Bereich weiter ein großes Problem hat.

Das Angebot von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, der Ukraine fünf PAC-3-Raketen für Patriot-Systeme zur Verfügung zu stellen, sofern andere Partner 30 Stück liefern, hat für viele hämische Kommentare in sozialen Netzwerken gesorgt. Während sich ukrainische Politiker dankbar zeigten, hieß es von außenstehenden Kommentatoren, die Unterstützung sei "ein Witz" oder "lächerlich". Allerdings ist Deutschland im Bereich Flugabwehr insgesamt einer der größten Unterstützer Kiews.

PAC-3-MSE-Raketen sind am besten geeignet, um russische ballistische Raketen zu eliminieren. Es gibt nur wenige andere Möglichkeiten. Doch die PAC-3 sind begehrt und westliche Staaten geben sie mit Verweis auf die eigene Sicherheit nur ungern ab. Deutschland hat die Ukraine mehrfach mit PAC-3-Raketen ausgestattet – und ist nebenbei auch das Land, das die meisten Patriot-Flugabwehrsysteme bereitstellte: fünf Stück plus einige zusätzliche Startgeräte.

President-Donald-Trump-departs-with-Environmental-Protection-Agency-director-Lee-Zeldin-and-Office-of-Management-after-announcing-the-EPA-will-no-longer-regulate-greenhouse-gases-in-the-Roosevelt-Room-of-the-White-House-Thursday-Feb-12-2026-in-Washington"Es wird alles anders"Thiele: Die USA haben kein Interesse mehr an Europa

Genaue Zahlen zu den PAC-3-Beständen nennt das Bundesverteidigungsministerium mit Verweis auf die militärische Geheimhaltung generell nicht. Auch wie es bei anderen Verbündeten aussieht, lässt sich nur mutmaßen. Dass einige auf ihren Beständen "hocken" würden, ist Teil von Spekulationen. Dem US-Thinktank CSIS zufolge kostet eine PAC-3-Rakete etwa vier Millionen Dollar.

Die Ukraine benötigt aufgrund der massiven russischen Luftangriffe mit teilweise 30 oder 40 ballistischen Raketen in einer Nacht permanenten Nachschub. Es kommt regelmäßig zu massiven Engpässen, bei denen die ukrainische Regierung ihre Partner um Lieferungen bittet. Zuletzt sollen einige Patriot-Einheiten zeitweise überhaupt keine PAC-3 mehr besessen haben.

Mitunter braucht es mehrere der Flugabwehrraketen, um eine russische ballistische Rakete zu eliminieren. Sollten die Europäer 35 Stück liefern, reicht das möglicherweise für gerade mal einen größeren Angriff. Da auch die Produktionskapazitäten nicht kurzfristig massiv hochgefahren werden können, wird die Ukraine wahrscheinlich auch weiterhin Engpässe haben und russische ballistische Raketen für Tod und Zerstörung sorgen.

"Erhebliche Steigerung" bis 2027

Hersteller der PAC-3 ist der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin. "Wir haben die Produktionsraten von PAC-3 MSE kontinuierlich erhöht, unter anderem von 300 auf mehr als 500 PAC-3 MSE pro Jahr innerhalb von drei Jahren", teilte Sprecherin Allison Smith ntv.de im vergangenen Sommer mit.

Laut Angaben des Unternehmens aus dem Januar liegt die aktuelle Produktionsrate bei jährlich 600 Stück. Davon müssen neben den USA allerdings auch weitere Kunden bedient werden. In den nächsten Jahren soll die Produktionskapazität auf 2000 Stück ausgebaut werden. Bis 2027 sprach Smith von einer "erheblichen Steigerung".

Neben den PAC-3-Raketen können auch Patriot-Raketen vom Typ PAC-2 GEM-T gegen ballistische Raketen eingesetzt werden. Diese sind dafür jedoch weniger geeignet. Hersteller Raytheon teilte auf Nachfrage von ntv.de im Juli mit, die monatliche Produktion solle bis 2028 um 150 Prozent gesteigert werden. Konkrete Produktionszahlen wollte der Konzern nicht nennen. Laut Militärportalen sollen es Anfang 2024 jährlich etwa 240 Raketen gewesen sein.

2024-08-05T070208Z-35803093-RC2W89A8X5H0-RTRMADP-3-UKRAINE-CRISIS-AIR-DEFENCE-PATRIOTWaffe gegen Putins AngriffePatriot-Raketensysteme sind Mangelware

Auch die vom italienisch-französischen Flugabwehrsystem SAMP/T eingesetzten Aster-30-Raketen sind fähig, ballistische Raketen abzuwehren. Die Ukraine besitzt jedoch nur zwei Systeme und deren Performance gegen diese Art von Bedrohung ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen.

Ebenfalls nicht auf ballistische Raketen ausgelegt ist das IRIS-T-SLM-System des deutschen Herstellers Diehl Defence. Trotzdem sollen in der Ukraine einige Abschüsse gelungen sein.

Neueste Beiträge

15:36 Ist der Spott gerechtfertigt?: Deutschland will Ukraine fünf Patriot-Raketen geben – und kassiert Häme

0 comment Read Full Article