Israel-Gaza-Krieg: Hamas lässt weitere Geiseln frei
Die islamistische Hamas hat im Rahmen der Feuerpause im Gazakrieg nach israelischen Armeeangaben eine weitere Gruppe von Geiseln freigelassen. Zehn israelische Geiseln und zwei ausländische Staatsbürgerinnen seien in die Obhut des Roten Kreuzes übergeben worden. Sie seien am Abend in Ägypten angekommen. Später teilte das israelische Militär mit, dass die Freigelassenen in Israel seien.
Im Gegenzug sollen 30 weitere palästinensische Häftlinge entlassen werden. Es war bereits die fünfte Gruppe Geiseln, die seit Beginn der Feuerpause am Freitag freikam.
Die am Freitagmorgen begonnene zunächst viertägige Feuerpause war unter den bislang geltenden Bedingungen um zwei Tage verlängert worden. Damit könnte sie bis Donnerstagmorgen dauern. Israels Regierungssprecherin Tal Heinrich hatte dem US-Sender CNN in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) gesagt, Israel werde für jeweils zehn freigelassene Israelis die humanitäre Feuerpause um einen Tag verlängern.
Wie gefährdet die Feuerpause ist, zeigte sich am Dienstag, als es zwischen Israel und der islamistischen Hamas zu einem Schusswechsel im nördlichen Gazastreifen kam. Nach Angaben der israelischen Armee wurden israelische Soldaten beschossen, mehrere leicht verletzt. Diese hätten zurückgeschossen. Zudem seien insgesamt drei Sprengsätze neben Soldaten an zwei Standorten explodiert. Damit sei der Rahmen der Waffenruhe »verletzt worden«, hieß es. Die Hamas bestätigte eine Konfrontation mit der israelischen Armee und warf Israel ihrerseits eine Verletzung der Waffenruhe vor. Die Terrororganisation betonte allerdings, sie fühle sich weiter an die Vereinbarung gebunden, solange Israel sich ebenfalls verpflichtet fühle.
Im Zuge der von Katar, Ägypten und den USA ausgehandelten Vereinbarung waren bisher 69 Geiseln freigekommen, unter ihnen zehn deutsche Doppelstaatsbürger. Im Gegenzug waren bis zum Montagabend 150 palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen entlassen worden. Außerdem wurden im Zuge der Vereinbarung vermehrt Hilfsgüter in den Gazastreifen geliefert.
Auslöser des jüngsten Gazakriegs war das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels, das Terroristen aus dem Gazastreifen am 7. Oktober in Israel nahe der Grenze begangen hatten. Dabei wurden nach israelischen Angaben mehr als 1200 Menschen getötet. Etwa 240 Geiseln wurden demnach verschleppt.

