Iran weist Behauptung zurück: Trump: USA beginnen mit Minenräumung in der Straße von Hormus
Politik
Iran weist Behauptung zurückTrump: USA beginnen mit Minenräumung in der Straße von Hormus
11.04.2026, 16:54 Uhr

Die Straße von Hormus ist zentraler Bestandteil der derzeit laufenden Verhandlungen zwischen iranischer und amerikanischer Delegation. Parallel dazu versuchen die USA offenbar Fakten zu schaffen und starten die Räumung von Seeminen. Behauptet US-Präsident Trump. Der Iran widerspricht.
Das US-Militär startet nach Angaben von Präsident Donald Trump die Öffnung der Straße von Hormus. "Wir beginnen jetzt mit dem Prozess der Räumung der Straße von Hormus", schrieb er auf seinem Portal Truth Social. Was er damit genau meint, bleibt offen. Weiter erklärte das amerikanische Staatsoberhaupt, alle 28 iranischen Minenleger seien versenkt worden. Dies geschah nach früheren Angaben der US-Regierung allerdings schon vor Wochen.
Mittlerweile bestätigte das US-Zentralkommando die Vorbereitung der Minenräumung. Auf X heißt es, dass die USS Frank E. Peterson (DDG 121) und die USS Michael Murphy (DDG 112) die Straße von Hormus durchquert und im Arabischen Golf operiert hätten. Sie sollen sicherstellen, dass die Meerenge vollständig von Seeminen befreit ist, die die iranischen Revolutionsgarden zuvor ausgebracht hätten, heißt es weiter. "Heute haben wir damit begonnen, eine neue Passage zu schaffen, und wir werden diesen sicheren Weg bald der Schifffahrtsindustrie zur Verfügung stellen, um den freien Handelsverkehr zu fördern", wird Admiral Brad Cooper, Kommandeur des CENTCOM zitiert. Was genau die beiden Schiffe getan haben, geht aus dem Beitrag nicht hervor.
Zuvor hatte das US-Portal Axios berichtet, mehrere US-Schiffe hätten die Straße von Hormus passiert. Laut Axios-Korrespondent Barak Ravid sei das Manöver nicht mit dem Iran abgesprochen gewesen.
Ein Vertreter des iranischen Militärs widersprach der Behauptung, US-Schiffe hätten die Meerenge passiert. Die Marine des Landes warnte laut Nachrichtenagentur Tasnim vielmehr, sollte ein US-Kriegsschiff seinen Weg fortsetzen, würde es "innerhalb von 30 Minuten angegriffen". Irans Delegation, die derzeit in Islamabad mit den USA Friedensgespräche aufgenommen hat, legte beim Vermittler Pakistan Beschwerde ein und forderte, dass die Schiffe wieder umkehren.
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Trump wiederum nutzte die Behauptung, US-Schiffe würden mit der Räumung der Straße von Hormus beginnen, um gegen internationale Partner auszuteilen. So behauptete er auf Truth Social, der Schritt geschehe als Gefallen für Länder auf der ganzen Welt. Namentlich nannte er China, Japan, Südkorea, Frankreich und Deutschland. Die hätten, so der US-Präsident, weder den Mut noch den Willen aufgebracht, dies selbst zu erledigen.
Leere Öltanker auf dem Weg in die USA
Der Iran hatte die Straße von Hormus faktisch allerdings erst geschlossen, nachdem die USA und Israel ihre Angriffe auf das Land gestartet hatten. Zudem hatte etwa Deutschland in Aussicht gestellt, bei der Offenhaltung der Meerenge nach dem Ende des Krieges eine Rolle spielen zu wollen. Zu einem früheren Zeitpunkt des Krieges hatte Trump noch gesagt, er gehe nicht davon aus, dass der Iran überhaupt Seeminen ausgebracht habe.
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Ungeachtet der Entwicklung in der wichtigen Schifffahrtsstraße behauptet Trump zudem, dass sich eine riesige Anzahl leerer Öltanker auf dem Weg in die USA befände. Dort würden sie das "beste und 'süßeste' Öl (und Gas!) der Welt" laden, so der US-Präsident. Die Vereinigten Staaten verfügten über mehr Öl als die beiden nächstgrößten Ölwirtschaften zusammen. Das stimmt so nicht: Die USA verfügen laut offiziellen Zahlen selbst nicht über die größten Ölvorräte weltweit. Die haben, nach übereinstimmenden Angaben, Venezuela, Saudi-Arabien und der Iran. Es muss davon ausgegangen werden, dass Trump das Öl Venezuelas zum amerikanischen hinzuzählt. Nachdem die USA den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro in ihre Gewalt gebracht hatten, erklärte Trump, die USA würden sich das Öl des Landes holen.

