Iran: Fünf US-Bürger aus Gefängnis entlassen und in Hausarrest
Mehrere in Iran inhaftierte US-Bürger sind aus einem Gefängnis in Teheran freigelassen worden und sollen unter Hausarrest gestellt werden. Das erklärte ein US-Anwalt, der die Familie eines Inhaftierten vertritt, in einer schriftlichen Stellungnahme. Der Nationale Sicherheitsrat der USA (NSC) bestätigte dies in einer Mitteilung. Demnach soll es sich um fünf Amerikaner handeln, die auch die iranische Staatsbürgerschaft haben.
Teheran hatte zuvor über Monate einen Gefangenenaustausch zwischen dem Land und Washington im Austausch gegen in Südkorea eingefrorene Milliarden angedeutet.
Die Möglichkeit eines solchen multinationalen Abkommens kommt inmitten verstärkter Spannungen zwischen Iran und den USA. Unklar bleibt, ob die Überstellung der Amerikaner in den Hausarrest ein Zeichen für ihre baldige Heimkehr ist. Adrienne Watson vom NSC bezeichnete die Gespräche als »fortlaufend« und »heikel«.
»Dies ist zwar ein ermutigender Schritt, aber diese US-Bürger hätten gar nicht erst inhaftiert werden dürfen«, teilte Watson mit. »Wir werden ihren Zustand weiterhin so genau wie möglich überwachen. Natürlich werden wir nicht ruhen, bis sie alle wieder zu Hause in den Vereinigten Staaten sind.«
In Hotel festgehalten
Der in den USA ansässige Anwalt Jared Genser identifizierte drei der überstellten Gefangenen als Siamak Namazi, Emad Sharghi und Morad Tahbaz. Genser, der Namazi vertritt, nannte die Namen des vierten und fünften Gefangenen mit US-Pass nicht. Der Regierung zufolge wollen beide nicht öffentlich mit Namen genannt werden.
Die fünf zuvor Inhaftierten würden wahrscheinlich in einem Hotel unter Bewachung festgehalten, bis sie den Iran verlassen können, fügte Genser hinzu. »Die Verlegung der amerikanischen Geiseln aus dem Ewin-Gefängnis in den erwarteten Hausarrest ist eine wichtige Entwicklung«, teilte Genser mit. »Während ich hoffe, dass dies der erste Schritt zu ihrer endgültigen Freilassung ist, ist dies bestenfalls der Anfang vom Ende und nicht mehr. Aber es gibt einfach keine Garantien für das, was von hier an passiert.«
Iran inhaftiert immer wieder Ausländer unter dem Vorwurf der Spionage oder anderer Verstöße gegen die nationale Sicherheit. Menschenrechtsaktivisten kritisieren die oft hinter verschlossenen Türen verhandelten Verfahren als unfair. Der Islamischen Republik wird auch vorgeworfen, Ausländer als Geiseln gefangenzuhalten.
Auch Deutsche inhaftiert
Vor wenigen Monaten hatte der Iran zwei Österreicher, einen Belgier und einen Dänen freigelassen. Die Freilassung stand im Zusammenhang mit der Überstellung eines nach Terrorvorwürfen verurteilten iranischen Diplomaten aus Belgien nach Teheran. Vermittelt hatte damals der Golfstaat Oman, der mehrfach schon zwischen Iran und dem Westen auf diese Weise in Erscheinung trat.
Auch mehrere Deutsche sind in Iran inhaftiert. Dazu gehört die Deutsch-Iranerin Nahid Taghavi, die im Oktober 2020 festgenommen und dann wegen »Propaganda gegen den Staat« verurteilt wurde. Ein weiterer Deutsch-Iraner, Djamshid Sharmahd, wurde wegen Terrorvorwürfen zum Tode verurteilt. Befürchtet wird, dass Iran die Todesstrafe tatsächlich vollstreckt.

