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Innerhalb von drei Jahren: Merz: 80 Prozent der Syrer sollen Deutschland verlassen

March 30
17:25 2026

Politik

Innerhalb von drei JahrenMerz: 80 Prozent der Syrer sollen Deutschland verlassen

30.03.2026, 15:11 Uhr Artikel anhören(01:51 min)00:00 / 01:51

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Bundeskanzler Friedrich Merz und Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa während einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt. (Foto: picture alliance/dpa)

Während des Besuches des syrischen Übergangspräsidenten in Berlin formuliert Kanzler Merz ein ambitioniertes Ziel. Innerhalb von drei Jahren soll ein Großteil der Geflüchteten in ihre Heimat zurückkehren. Vorrangig gehen sollen Menschen ohne gültigen Aufenthaltstitel.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat an die syrischen Flüchtlinge in Deutschland appelliert, in ihre Heimat zurückzukehren und beim Wiederaufbau des stark zerstörten Landes zu helfen. Perspektivisch sollten in den kommenden drei Jahren 80 Prozent der rund eine Million Menschen, die während des Assad-Regimes in Deutschland Zuflucht gefunden hätten, in ihre Heimat zurückkehren, sagte Merz beim Besuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin.

Die Mehrzahl der Syrerinnen und Syrer wolle zurück in ihr Land, dieses wieder aufbauen und dort sicher, frei und in Würde leben. "Diese Menschen (…) sind Ihnen willkommen", sagte Merz an die Adresse von al-Scharaa. Er wisse es sehr zu schätzen, dass al-Scharaa das so zum Ausdruck gebracht habe. "Und das ist wohl die entscheidende Botschaft Ihres Besuches heute hier in Berlin."

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Politische Stabilität und wirtschaftliches Wachstum in Syrien würden entscheidend sein, damit der Wiederaufbau gelinge. "Und dazu sollen maßgeblich diejenigen beitragen, die mit neuen Erfahrungen und neuen Ideen aus ihren Jahren in Deutschland und aller Welt nach Syrien zurückkehren."

Er habe al-Scharaa gebeten, vorrangig diejenigen zurückzunehmen, die in Deutschland keinen gültigen Aufenthaltstitel mehr hätten. "Hier haben wir eine kleine Gruppe, aber eine Gruppe, die uns Probleme bereitet, von straffällig gewordenen Syrern, die wir jetzt vordringlich zurückführen wollen." Diejenigen Syrer, die in Deutschland bleiben wollten und gut integriert seien, könnten in Deutschland bleiben, sagte Merz.

200 Millionen Euro für Stabilisierung des Landes

Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und Unternehmen in Syrien wieder aufzubauen, werde eine enorme Kraftanstrengung, sagte der Kanzler voraus. Deutschland wolle diesen Wiederaufbau unterstützen. Dazu sei die Einsetzung einer Taskforce beschlossen worden, die ihre Arbeit rasch aufnehmen werde.

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Für die Stabilisierung des Landes stelle Deutschland in diesem Jahr mehr als 200 Millionen Euro bereit. Die wirtschaftlichen Beziehungen sollten gestärkt werden. "Dazu gehört ein attraktives Investitionsklima für deutsche Unternehmen durch entsprechende Reformen mit Rechtssicherheit und dem Aufbau einer funktionierenden Verwaltung in Syrien."

Merz sagte: "Auf die Unterstützung Deutschlands auf dem Weg in eine gute Zukunft können Sie zählen." Der Kanzler ermutigte den syrischen Präsidenten, im neuen Syrien Raum für alle Menschen zu schaffen, ungeachtet ihrer Religion, ethnischen Zugehörigkeit und ihres Geschlechts. "Gewalt gegen Minderheiten und Andersdenkende muss der Vergangenheit angehören."

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Kritik an den Plänen des Kanzlers äußerten die Grünen. Statt die weiter existierenden Probleme anzusprechen und auf mehr Sicherheit für alle in Syrien zu drängen, habe der Kanzler "einfach eine Zahl in den Raum gestellt", kritisierte Parteichefin Franziska Brantner. Sie wies auch darauf hin, dass viele der Geflüchteten "inzwischen tief bei uns verankert sind". Auch würden "überdurchschnittlich viele in systemrelevanten Berufen arbeiten". Insofern sei es "wohlfeil, wenn Herr Merz sagt, 80 Prozent müssen wieder zurückgehen".

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