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Impfverordnung: Wer jetzt früher gegen Corona geimpft wird

February 08
21:47 2021
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Wer wann geimpft werden kann, legt in Deutschland die Impfverordnung fest

Foto: McKinsey Jordan / Stocksy United

Man kann aktuell weder für das neueste Smartphone anstehen noch für besonders begehrte Konzertkarten. Trotzdem steht ein großer Teil Deutschlands quasi in einer sehr langen Schlange. Die meisten haben noch nicht mal eine vage Idee, wie viele Menschen eigentlich vor ihnen warten oder wann sie denn endlich dran sind – mit dem Impfen.

Knapp 3,3 Millionen Impfdosen wurden, Stand 8. Februar, verabreicht. Knapp eine Million Menschen haben bereits die zweite von zwei nötigen Impfdosen erhalten. Viele von ihnen wohnen oder arbeiten in Pflegeheimen, sie haben also das höchste Risiko, im Falle eine Coronavirus-Infektion schwer zu erkranken beziehungsweise besonders gefährdete Menschen anzustecken. Neben ihnen sind Menschen ab 80 Jahren und bestimmte medizinische Fachleute zuerst an der Reihe.

Bis Ende März sollen alle Menschen in dieser ersten Impfgruppe die Möglichkeit gehabt haben, sich impfen zu lassen, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vergangene Woche. Entsprechend können ab Anfang April voraussichtlich Menschen geimpft werden, die laut der Impfverordnung die zweithöchste Priorität haben.

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Pflegebedürftige ab 80 Jahren können zwei Personen benennen, die geimpft werden sollen

In dieser zweiten Gruppe hat sich jetzt durch eine Veränderung der Impfverordnung einiges getan, die neue Fassung der Verordnung ist diesen Montag in Kraft getreten.

Vor allem sind Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen aufgerückt, die vorher erst in der dritten Impfgruppe ihren Termin bekommen hätten. Nach wie vor in Gruppe zwei sind Menschen ab 70 Jahren, Menschen mit Trisomie 21, Menschen mit Demenz und Menschen nach einer Organtransplantation.

Neu eingeordnet in der Gruppe zwei sind:

  • Menschen mit einer schweren psychiatrischen Erkrankung, insbesondere bipolare Störung, Schizophrenie oder schwere Depression,

  • Krebspatienten- und patientinnen sowie Menschen, deren Krebserkrankung weniger als fünf Jahre zurückliegt,

  • Menschen mit schweren chronischen Lungenkrankheiten wie etwa COPD oder Mukoviszidose,

  • Menschen mit Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung,

  • Menschen mit chronischer Nierenerkrankung,

  • Menschen mit Diabetes mellitus, bei denen der sogenannte HbA1c-Wert mindestens 7,5 Prozent beträgt,

  • Menschen mit einem Body-Mass-Index über 40, also sehr starkem Übergewicht.

Außerdem können pflegebedürftige Menschen ab 80 Jahren und Schwangere jetzt zwei enge Kontaktpersonen benennen, die mit hoher Priorität geimpft werden. Zuvor mussten sie sich laut der Verordnung auf einen Kontakt beschränken.

Keine schnelle Lösung für Härtefälle

Außerdem können jetzt Menschen in die Gruppe mit der zweithöchsten Impfpriorität, »bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf« nach einer Corona-Infektion bestehe, heißt es in der überarbeiteten Verordnung.

In die Gruppe mit der höchsten Priorität, die aktuell bereits geimpft wird, kommen Betroffene aber laut der Verordnung nicht. Auf eine Härtefallregelung, die auch diese Gruppe öffnet, hatten viele gehofft, etwa Krebspatienten und -patientinnen. Für sie wäre es entscheidend, sich vor einer anstehenden Chemotherapie immunisieren zu lassen. Mitte Januar hatte sich eine Krebspatientin in Hamburg eine schnellere Corona-Impfung erstritten.

Zuvor hieß es in der Verordnung, dass Impfwillige in der festgelegten Reihenfolge geimpft werden »sollen« – was Behörden und Gerichten im Einzelfall Spielraum ließ. Jetzt heißt es jedoch, »Länder und der Bund haben den vorhandenen Impfstoff so zu nutzen«, dass die Reihenfolge berücksichtigt werde.

Beides zusammen ergibt: Mit einer Härtefall-Regel kommen Betroffene wohl nur in die zweite Impfgruppe, oder je nach Situation in die dritte, aber sie können nicht auf eine Impfung im Februar oder März hoffen.

Icon: Der Spiegel

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