“Historisch unbeliebt”: Kaliforniens Gouverneur Newsom nennt Trump “invasive Spezies”
Politik
"Historisch unbeliebt"Kaliforniens Gouverneur Newsom nennt Trump "invasive Spezies"
14.02.2026, 20:53 Uhr Artikel anhören(03:22 min)00:00 / 03:22
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Gavin Newsom zählt zu den aussichtsreichsten Kandidaten der Demokraten für die nächsten Präsidentschaftswahlen. Der Gouverneur Kaliforniens kritisiert Donald Trump auf der Münchner Sicherheitskonferenz scharf. Der Präsident habe die USA zur einer "Quelle der Instabilität" gemacht.
Kaliforniens demokratischer Gouverneur Gavin Newsom sieht eine wachsende Entschlossenheit Europas, US-Präsident Donald Trump etwas entgegenzusetzen. "Ich glaube, Europa fühlt sich heute so vereint wie schon lange nicht mehr", sagte Newsom bei seinem zweiten Auftritt bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Das sei laut dem Oppositionspolitiker vielleicht das einzige Verdienst von Trump, den Newsom erneut aufs Schärfste angriff. Er kritisierte unter anderem das umstrittene Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE in den Vereinigten Staaten. Menschen verschwänden plötzlich, zwei Menschen seien jüngst erschossen worden.
"Donald Trump ist auf dem Rückzug. Ich halte es für wichtig, dass die Menschen dies verstehen und sich dessen bewusst werden", sagte er der Deutschen Welle. Der US-Präsident sei in den USA "historisch unbeliebt". Trump werde "immer schwächer und zeigt sich auch als schwach". Newsom rief zu einem entschlossenen Auftreten gegenüber Trump auf. "Wenn man sich gegen Trump auflehnt, wenn man zurückschlägt, Feuer mit Feuer bekämpft, gibt er nach."
Trump sei geschickt darin, Schwächen auszunutzen. "Was er respektiert, sind Stärke, Einheit und Überzeugung. Und ich denke, das zeigt sich hier in München", fügte Newsom hinzu. "Die Europäische Union ist derzeit so geeint wie schon lange nicht mehr, weil sie erkennt, was auf dem Spiel steht."
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Das Immunsystem sei inzwischen aufgeweckt worden – das gelte für das amerikanische Volk und zunehmend auch für den Rest der Welt, erklärte Newson. Trump nutze Schwäche aus – das sei seine Stärke. Er reagiere aber anders auf Überzeugung, Charakter und Zielstrebigkeit, wenn sich jemand entschlossen äußere. Das habe sich auch in der Rede von US-Außenminister Marco Rubio in München widergespiegelt. Rubio hatte Europa in seiner mit Spannung erwarteten die Rede die Hand gereicht, aber auch Forderungen gestellt.
Newsom kritisierte, unter Trump seien die USA die größte Quelle von Instabilität auf der Welt geworden. Alte Werte würden von Trump in Echtzeit zerstört. "Unsere Republik wird in Echtzeit zerstört", warnte der US-Demokrat. Und, das sage er über Trump nicht leichtfertig: "Er ist eine invasive Spezies. Er hat die Republikanische Partei übernommen." Gleichwohl sagte Newsom den Republikanern unter Trump eine Niederlage bei den Midterm-Wahlen im Herbst voraus: Diese würden dabei vernichtend geschlagen werden, prophezeite der Gouverneur. Newsom selbst wird als möglicher Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei für 2028 gehandelt. Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz Newsom getroffen. Über die Gesprächsinhalte ist bisher nichts bekannt.

