Nachrichten in der Welt


Nachrichten der Welt

“Hat sehr viel Blut verloren”: Russischer General nach Anschlag schwer verletzt

February 06
15:50 2026

Politik

"Hat sehr viel Blut verloren"Russischer General nach Anschlag schwer verletzt

06.02.2026, 09:49 Uhr Artikel anhören(02:01 min)00:00 / 02:01

  • 0.5x
  • 0.8x
  • 1.0x
  • 1.2x
  • 1.5x
  • 2.0x
A-police-officer-comes-out-of-a-residential-building-where-the-assassination-attempt-on-Russian-Lieutenant-General-Vladimir-Alexeyev-took-place-in-Moscow-Russia-February-6-2026-Picture-taken-with-a-mobile-phone
Ermittler am abgesperrten Anschlagsort in Moskau (Foto: REUTERS)

Der russische General Alexejew soll einer der "strategisch versiertesten und fähigsten Architekt der Invasion in der Ukraine" sein. Nun streckt ihn ein Unbekannter in Moskau mit mehreren Schüssen nieder. Außenminister Lawrow äußert sich bereits zum Täter.

In Moskau hat es offenbar erneut einen Mordanschlag auf einen hochrangigen russischen Militär gegeben. Der stellvertretende Chef des russischen Armeegeheimdienstes Wladimir Alexejew wurde den Behörden zufolge bei einem Attentat schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden. Der 64-Jährige wurde nach Behördenangaben in einem Wohnhaus im Nordosten Moskaus angeschossen. Der Täter sei auf der Flucht, die Fahndung angelaufen, teilte das Ermittlungskomitee mit. Die Behörden haben ein Strafverfahren unter anderem wegen versuchten Mordes eingeleitet.

Medienberichten zufolge ereignete sich die Tat am frühen Morgen in Moskau. Der General sei in seinem Wohnhaus vor dem Fahrstuhl mehrmals in den Rücken geschossen worden, berichtete der den russischen Sicherheitsorganen nahestehende Telegramkanal Mash. Mindestens drei Kugeln hätten den Geheimdienstler getroffen – zwei im Bauchbereich, eine im Bein. "Alexejew hat sehr viel Blut verloren", schreibt Mash.

Öffentlich zugänglichen Angaben nach wurde Alexejew im Gebiet Winnyzja in der heutigen Ukraine geboren. Seine gesamte noch in Sowjetzeiten beginnende militärische Karriere hat er aber in Russland verbracht. Dort war er zuletzt Vizechef des Armeegeheimdienstes GRU. Während des Syrien-Kriegs leitete er die Geheimdienstaktionen des russischen Militärs in dem Nahoststaat.

Nach Medienberichten war er nach Beginn des von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Kriegs in der Ukraine auch für die Aufstellung und Organisation von sogenannten Freiwilligenbataillonen mitverantwortlich. In Kiew wird er zudem wegen der Bereitstellung von Daten für die Luftschläge gesucht, bei denen auch mehrfach zivile Objekte zerstört wurden und Zivilisten ums Leben kamen. Wie der Investigativjournalist Christo Grozev schreibt, galt der selbst in der Ukraine geborene Alexejew "als der strategisch versierteste und fähigste Architekt der Invasion in der Ukraine".

Vom Westen sanktioniert

Auf westlichen Sanktionslisten steht er seit Jahren unter anderem wegen des Vorwurfs der Organisation von Cyberkriminalität und der Verbreitung des Nervenkampfstoffs Nowitschok im Zuge der Affäre um die versuchte Tötung des übergelaufenen Geheimdienstagenten Sergej Skripal in Großbritannien. Wie das unabhängige russische Portal "Meduza" berichtet, verhängten auch die USA im Dezember 2016 Sanktionen gegen Alexejew wegen Cyberangriffen zur Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahlen.

e2821d7abc11d5e09691ba20017af46eErschossen, vergiftet, gestürztDie lange Liste der toten Putin-Kritiker

Es ist nicht das erste Mal, dass hochrangige russische Militärs zur Zielscheibe von Attentaten werden. Im April 2025 kam Generalleutnant Jaroslaw Moskalik durch die Explosion einer Autobombe ums Leben. Im Dezember 2024 war mit Igor Kirillow der Chef der russischen ABC-Abwehrtruppen ebenfalls durch einen Bombenanschlag getötet worden. Der ukrainische Geheimdienst bekannte sich zu der Tat. Russland hat die Anschläge als Terrorismus und als Zeichen dafür, dass Kiew nicht an einem Frieden interessiert sei, verurteilt.

Er hoffe, dass Alexejew überlebe und wieder auf die Beine komme, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in einer ersten Reaktion. "Dass derartig (hochrangige) Befehlshaber und Spezialisten sich während des Kriegs in Gefahr befinden, ist eindeutig." Es sei allerdings Aufgabe des eigenen Geheimdienstes, diese Personen zu schützen, forderte er.

RUSSIA-MOSCOW-JANUARY-21-2026-Defendant-Akhmadzhon-Kurbonov-appears-at-a-hearing-into-the-December-2024-assassination-of-Lieutenant-General-Igor-Kirillov-chief-of-the-Russian-Nuclear-Biological-and-Chemical-Protection-Troops-and-his-aide-Major-Ilya-Polikarpov-at-the-2nd-Western-Military-District-Court-Credit-Image-Valery-Sharifulin-TASS-via-ZUMA-PressUsbeke muss lebenslang in HaftBombe tötet Kreml-General – Russlands Justiz greift hart durch

Russlands Außenminister Sergej Lawrow machte die Ukraine für die Schüsse auf den General verantwortlich. "Dieser Terroranschlag bestätigt einmal mehr die Ausrichtung des Regimes von (Präsident Wolodymyr) Selenskyj auf ständige Provokationen, die darauf abzielen, den Verhandlungsprozess zum Scheitern zu bringen", sagte Lawrow im russischen Fernsehen mit Blick auf die Verhandlungen zu einem Ende der Kämpfe in der Ukraine. Russland attackiert seit fast vier Jahren die Ukraine und beschießt derzeit massiv die Energieinfrastruktur. Tausende Zivilisten starben durch die Angriffe.

Brisanter Zeitpunkt des Anschlags

Der Anschlag auf Alexejew kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: In Abu Dhabi am Persischen Golf ist erst am Donnerstag eine Verhandlungsrunde über die Beendigung des seit vier Jahren währenden russischen Angriffskriegs in der Ukraine zu Ende gegangen. Die russische Delegation wurde dabei von Igor Kostjukow angeführt, dem Chef des russischen Militärgeheimdienstes GRU und unmittelbaren Vorgesetzten Alexejews.

KriewaldKriewald sieht "Showveranstaltung""Abu-Dhabi ist ein Theater in zwei Akten für Trump"

Die Verhandlungen, die im Januar begonnen haben und nach monatelanger Funkstille auch erstmals wieder beide Kriegsparteien an einen Tisch brachten, werden von allen Beteiligten als produktiv bezeichnet. Als greifbares Ergebnis gibt es bislang einen Gefangenenaustausch. Schwierigstes Thema ist weiterhin die russische Forderung, dass die Ukraine auch Gebiete abtreten soll, die sich gar nicht unter russischer Kontrolle befinden.

Neueste Beiträge

19:56 Milliardäre, Banker, Professoren: Diese Eliten haben Epstein Trost und Rat gespendet

0 comment Read Full Article