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Hamburg: Neue Infos von der Pressekonferenz zur Gewalttat bei den Zeugen Jehovas in Alsterdorf

March 10
15:00 2023

In Hamburg gibt die Polizei eine Pressekonferenz zum Hergang der Bluttat im Gebäude der Zeugen Jehovas. Innensenator Grote schilderte, wie die Polizei den Täter an weiteren Morden hinderte. Ein ungeborenes Kind wurde im Leib der Mutter tödlich getroffen.

Sieben Menschen tötete ein Amokläufer in einer Hamburger Glaubensgemeinde der Zeugen Jehovas, bevor er sich selbst erschoss. Bei einer Pressekonferenz gab die Polizei nun Einzelheiten zum Tathergang und den Opfern bekannt. Innensenator Andy Grote sprach von »der schlimmsten Straftat in der jüngsten Geschichte unserer Stadt.«

Der SPD-Politiker schilderte, wie die Polizei am Tatort Täter und Opfer voneinander getrennt haben soll. Die Einsatzkräfte hätten den Angreifer so an weiteren Tötungsdelikten gehindert. Ein ungeborenes Kind wurde im Leib der Mutter getötet. Der Täter sei bei dem Eintreffen ins Obergeschoss geflüchtet. Dort habe er sich selbst gerichtet.

Das sofortige Eingreifen der Polizei habe »vielen Menschen das Leben gerettet«, sagte Matthias Tresp, der Leiter Schutzpolizei. Ungefähr 20 Personen seien unverletzt gerettet worden. Es gebe acht Verletzte, vier davon schwer.

Bei den Opfern habe es sich um zwei Frauen und vier Männer zwischen 33 und 66 sowie einen weiblichen Fötus »im Alter von 28 Wochen« gehandelt, sagte Thomass Radszuweit, der Leiter des Staatsschutzes. Der Tatverdächtige Philipp F. sei bislang nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Er habe die Gemeinde »freiwillig, aber nicht im Guten« verlassen. Im Zuge der Pressekonferenz hieß es jedoch aus, dass es dazu unterschiedliche Hinweise gab. Ein Vertreter der Zeugen Jehovas sagte, es handele sich definitiv um niemanden, der ausgeschlossen worden sei, sondern um jemanden, der ausgetreten ist.

F. war den Ermittlern zufolge legal in Besitz der Tatwaffe. Die Polizei gab an, seine Waffenlizenz habe der Täter erst im Dezember letzten Jahres als Sportschütze erworben. Am Tatort habe er insgesamt neun Magazine a 15 Schuss abgefeuert.

Polizeipräsident Martin Meyer zufolge gab es einen anonymen Hinweis darauf, dass der 35-Jährige dafür aufgrund einer nicht diagnostizierten psychischen Erkrankung möglicherweise nicht geeignet sei. Standardmäßig sei eine Kontrolle bei F. vorgenommen worden – in diesem Fall eine unangekündigte. F. habe sich kooperativ gezeigt. Aufgrund der Ergebnisse der Kontrolle habe es nach damaligem Stand keinen Anlass für weitere Maßnahmen gegeben. Mit Blick auf die Tat könne diese Kontrolle nicht ausreichend sein, in Hinblick auf die Rechtslage sei sie es aber gewesen, sagte Meyer. Man werde sich kritisch damit befassen.

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