Hamburg: »Brutale Gewalttat« – Schütze soll Ex-Mitglied der Zeugen Jehovas sein
Hamburg unter Schock: Die Bestürzung ist groß nach den tödlichen Schüssen bei den Zeugen Jehovas. Der Tatverdächtige soll nach SPIEGEL-Informationen ein ehemaliges Mitglied der Gemeinde sein.
Nach den tödlichen Schüssen bei einer Veranstaltung der Zeugen Jehovas in Hamburg setzt die Polizei ihre Ermittlungen auch am Tatort fort. Innensenator Andy Grote (SPD) kündigte für den Mittag eine Pressekonferenz an, bei der Details zu der Tat und zum Stand der Ermittlungen bekannt gegeben werden sollen.
Zugleich dankte Grote den Einsatzkräften. »Mein ausdrücklicher Dank geht an die Polizei Hamburg, die sehr schnell vor Ort war und die diese extrem herausfordernde Lage hochprofessionell und umsichtig bewältigt hat«, sagte der Innensenator. Ebenso danke er der Feuerwehr für deren schnellen und beherzten Einsatz.
Während der Veranstaltung am Donnerstagabend waren mehrere Menschen durch Schüsse getötet oder verletzt worden . Zur genauen Zahl der Opfer äußerte sich die Polizei bislang nicht. Es starben wohl mindestens sechs Menschen, unter ihnen vermutlich auch der Täter. Mindestens acht weitere Menschen seien verletzt worden, hieß es. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.
Nach SPIEGEL-Informationen soll es sich bei dem Tatverdächtigen um ein ehemaliges Mitglied der Gemeinde der Zeugen Jehovas im Alter zwischen 30 und 40 Jahren handeln. Tatwaffe war demnach eine Pistole. Unklar ist, ob sich die Waffe legal im Besitz des Mannes befand. Den Behörden war er nicht als Extremist bekannt.
Die Ermittler richteten ein Hinweisportal ein. Auf der Website hh.hinweisportal.de könnten »Fotos und Videos zur Tat oder relevanten Ereignissen in diesem Zusammenhang hochgeladen werden«, teilte die Polizei Hamburg auf Twitter mit.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bezeichnete die tödlichen Schüsse als brutale Gewalttat. »Schlimme Nachrichten aus #Hamburg. Mehrere Mitglieder einer Jehova-Gemeinde sind gestern Abend einer brutalen Gewalttat zum Opfer gefallen«, postete er am Freitagmorgen über den Regierungsaccount auf Twitter. »Meine Gedanken sind bei ihnen und ihren Angehörigen. Und bei den Sicherheitskräften, die einen schweren Einsatz hinter sich haben.«

