Gift Epibatidin in Gewebeproben: Europäische Staaten weisen Nawalnys Vergiftung nach
Politik
Gift Epibatidin in GewebeprobenEuropäische Staaten weisen Nawalnys Vergiftung nach
14.02.2026, 14:04 Uhr Artikel anhören(02:26 min)00:00 / 02:26
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Vor zwei Jahren stirbt der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny in einem Straflager. Schnell wird der Vorwurf einer Vergiftung laut, vor einem Jahr berichtet seine Witwe von entsprechenden Laborbefunden. Nun bekommt sie hochkarätige Unterstützung.
Mehrere europäische Staaten, darunter Deutschland, haben laut einem Bericht des "Spiegel" einen Beweis dafür gefunden, dass der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny in Haft vergiftet wurde. Demnach wurde in Gewebeproben von Nawalnys Leiche das Gift Epibatidin nachgewiesen.
Bundesaußenminister Johann Wadephul und seine Kolleginnen und Kollegen aus Großbritannien, Schweden und den Niederlanden beschuldigten Russland, den Kremlkritiker umgebracht zu haben. Nawalny war vor zwei Jahren in einem russischen Straflager gestorben. Damit komme nur ein Giftanschlag durch russische Behörden infrage, hieß es in dem Bericht. Epibatidin ist ein hochtoxischer Stoff, der in südamerikanischen Pfeilgiftfröschen vorkommt. Die Wirkung sei 200 Mal so stark wie Morphium, sagte Wadephul. "Es lähmt die Atemmuskulatur, die Opfer ersticken qualvoll." Unklar ist, wann, wo und wie konkret die Analysen durchgeführt worden waren.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Julia Nawalnaja, die Witwe Nawalnys, Vergiftungs-Vorwürfe gegen Russland erhoben und sich dabei auf "ausländische Laborbefunde" berufen. Welches Gift damals gefunden worden sein soll, sagte sie nicht, forderte aber eine Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse.
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Die fünf Staaten, die Nawalnys Vergiftung laut dem Bericht zufolge öffentlich anprangern wollen, wenden sich demnach mit ihren Ergebnissen auch an die Chemiewaffen-Verbotsorganisation OPCW. Russland habe seine Chemiewaffen entgegen entsprechender Abkommen nicht vernichtet, hieß es.
Bereits 2020 hatte der russische Inlandsgeheimdienst FSB mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok einen Giftanschlag auf Nawalny verübt. Der Kremlkritiker wurde damals durch Ärzte der Berliner Charité gerettet. Er kehrte aber später nach Russland zurück, wo er umgehend inhaftiert wurde. Er starb im Februar 2024 in einem Straflager in Charp. Anfang des Monats verurteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Russland wegen "rechtswidriger Inhaftierung" und "unmenschlicher Behandlung" Nawalnys.

