Friedensnobelpreis geht an Narges Mohammadi
Die Iranerin Narges Mohammadi bekommt den Friedensnobelpreis 2023 verliehen. Die inhaftierte Mohammadi ist stellvertretende Leiterin des iranischen Menschenrechtszentrums. Sie setzt sich für Frauenrechte und gegen die Todesstrafe ein.
Sie wird »für ihren Kampf gegen die Unterdrückung der Frauen in Iran und ihren Einsatz für Menschenrechte und Freiheit für alle« ausgezeichnet, wie das Nobelkomitee in Oslo mitteilte. Der mit elf Millionen Schwedischen Kronen (rund 950.000 Euro) dotierte Preis wird am 10. Dezember in Oslo verliehen – dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.
Mohammadi sitzt eine lange Haftstrafe ab, weil sie »staatsfeindliche Propaganda« verbreitet haben soll. Aus dem Gefängnis protestierte die 51-Jährige auch im Zuge der Frauenrechtsbewegung in Iran, die nach dem gewaltsamen Tod von Jina Mahsa Amini aufflammte. Ende 2022, während der landesweiten Aufstände gegen Irans Machtapparat, deckte ein Bericht Mohammadis mutmaßliche Folter an Dutzenden Frauen im Hochsicherheitsgefängnis auf.
Zweitgrößte Kandidatenliste jemals
Angesichts einer angespannten Weltlage mit Ukrainekrieg, Klimakrise sowie weiteren Krisen und Konflikten in verschiedenen Erdteilen waren in diesem Jahr 259 Persönlichkeiten und 92 Organisationen für den Friedensnobelpreis im Rennen gewesen. Die Gesamtzahl von 351 Kandidatinnen und Kandidaten war damit die zweithöchste jemals.
Wer unter den Nominierten ist, wird von den Institutionen traditionell 50 Jahre lang geheim gehalten.
Der Friedensnobelpreis gilt als wichtigster politischer Preis der Erde. Seit der ersten Vergabe 1901 haben ihn nunmehr über 140 Personen und Organisationen erhalten. Im vergangenen Jahr waren der inhaftierte belarussische Menschenrechtsanwalt Ales Beljazki sowie die Menschenrechtsorganisationen Memorial aus Russland und Center for Civil Liberties aus der Ukraine ausgezeichnet worden.

