Folge von Starlink-Ausfällen: Ukraine spricht von “Katastrophe” auf russischer Seite und Einstellung von Angriffen
Politik
Folge von Starlink-AusfällenUkraine spricht von "Katastrophe" auf russischer Seite und Einstellung von Angriffen
05.02.2026, 10:59 Uhr Artikel anhören(03:30 min)00:00 / 03:30
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Die ukrainische Armee ist auf das Starlink-System von SpaceX angewiesen. Doch auch Russland schafft es, sich Terminals zu besorgen und diese für den Angriffskrieg zu nutzen. Nun gehen Kiew und das US-Unternehmen dagegen vor – anscheinend mit Erfolg.
In sozialen Netzwerken gibt es Berichte aus russischen Kanälen, in denen über Ausfälle von Starlink-Terminals bei Soldaten geklagt wird. Das Satelliteninternet des Unternehmens SpaceX nutzen sowohl ukrainische als auch russische Militärs für die Kommunikation untereinander, aber auch zur Bestimmung von Angriffszielen und Steuerung von Waffensystemen. Im Gegensatz zu Kiew wurde Moskau von der US-Firma jedoch nicht mit dem System ausgestattet. Russland beschafft sich die Satellitenschüsseln über Dritte.
Die Ukraine hatte vor Kurzem eine Registrierungspflicht für alle Starlink-Terminals auf ihrem Gebiet eingeführt, nachdem die Kreml-Truppen vermehrt Drohnen damit ausgerüstet hatten. Dadurch konnten diese laut ukrainischen Angaben von Piloten manuell in Ziele gesteuert werden. Außerdem sollen die Drohnen durch Starlink immun gegen elektronische Störmaßnahmen gewesen sein. Die Ukraine und SpaceX arbeiten zusammen, um unregistrierte Terminals abzuschalten.
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Der Berater des ukrainischen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow, der frühere rechte Aktivist Serhij Sternenko, schrieb auf X: "Der Feind meldet eine massive Starlink-Verbindungsunterbrechung in russischen Einheiten an der Front. Wenn dies tatsächlich zutrifft, wird die ukrainische Armee ihren Kommunikationsvorteil zurückgewinnen, während der Feind mit einer Reihe von Problemen bei der taktischen Truppenführung konfrontiert sein wird."
Ein weiterer Berater, Serhij "Flash" Beskrestnow, wählte auf Telegram noch drastischere Worte: "Beim Feind gibt es an der Front nicht nur ein Problem, sondern eine Katastrophe. Die gesamte Truppenführung ist zusammengebrochen. In vielen Abschnitten wurden Angriffsaktionen eingestellt." Beskrestnow teilte zudem mit, auch in den Reihen der Ukraine gebe es Probleme, da einige Truppenteile ihre Terminal-Listen nicht rechtzeitig eingereicht hätten.
"Tolles Gefühl"
Wie stark die Starlink-Ausfälle dauerhaft ins Gewicht fallen und inwiefern russische Einheiten diese mit anderen Kommunikationsmitteln ausgleichen können, bleibt abzuwarten. Ein großer Vorteil von Starlink ist die Verfügbarkeit mit hohen Bandbreiten selbst in entlegensten Gebieten. "Es ist ein tolles Gefühl, zu wissen, dass Starlink für russische Idioten nicht funktioniert, obwohl wir es im Sommer ständig benutzt haben, um sie zu finden", schrieb der ukrainische Soldat Dimko Zhluktenko auf X.
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Die Ukraine hatte Starlink bereits kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs erhalten. Die Armee ist in hohem Maße davon abhängig. Polen finanzierte das System und zahlte laut eigenen Angaben zwischen 2022 und 2024 für knapp 25.000 Terminals und den Zugang zum Satellitennetzwerk fast 77 Millionen Euro.

