Flughafen Hamburg: Mann fährt mit Tochter auf Rollfeld, Polizei verhandelt mit Geiselnehmer
Der Hamburger Flughafen bleibt wegen einer Geiselnahme weiterhin großräumig gesperrt, der Betrieb ist seit Samstagabend auf unbestimmte Zeit eingestellt. Die Polizei verhandelte nach eigenen Angaben die ganze Nacht hindurch einem Mann, der seine vierjährige Tochter – offenbar wegen eines Sorgerechtsstreits – gekidnappt haben soll. »Es wird weiter verhandelt«, sagte eine Polizeisprecherin um 6.15 Uhr der Nachrichtenagentur dpa.
Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Ein dpa-Reporter beobachtete, wie die ganze Nacht über und auch am frühen Sonntagmorgen immer wieder neue Einsatzwagen an den Flughafen kamen und andere Einsatzkräfte wegfuhren. Auch Polizeihunde sind vor Ort. Eine Drohne kreist über dem Airport.
Es werde den gesamten Tag über zu Flugstreichungen und Verzögerungen kommen, teilte der Hamburger Flughafen am Sonntag im Onlinedienst X mit. Die Polizei der Hansestadt erklärte auf der Plattform, es seien »weiterhin weiträumige Verkehrsmaßnahmen erforderlich«. Daher könne der Flughafen Hamburg derzeit nicht erreicht und nicht betreten werden. Die S-Bahn fahre die Station am Flughafen bis auf Weiteres nicht an. Die Polizei bittet, dass Fluggäste vorerst nicht zum Flughafen anreisen.
Am Samstagabend gegen 20 Uhr durchbrach der Mann Polizeiangaben zufolge mit einem Auto ein Tor zum Helmut-Schmidt-Flughafen. Er schoss demnach auf dem Rollfeld zweimal in die Luft und warf zwei brennende Flaschen aus dem Auto. Nach Angaben der Beamten konnte Kontakt zu dem Mann aufgenommen werden. Der Mann hat seine vierjährige Tochter mit im Auto – vorausgegangen war laut Polizei offenbar ein Sorgerechtsstreit mit der Mutter.
Der Flughafen wurde sofort gesperrt, die beiden Terminals geräumt. Alle Passagiere in den Flugzeugen sind aus den Maschinen geholt und in einem nahe gelegenen Flughafenhotel untergebracht worden. Insgesamt 3200 Passagiere seien betroffen gewesen, sagte ein Polizeisprecher am Abend.

