Etat soll um 50 Prozent wachsen: Trump kündigt massive Aufrüstung des US-Militärs an
Politik
Etat soll um 50 Prozent wachsenTrump kündigt massive Aufrüstung des US-Militärs an
07.01.2026, 23:35 Uhr Artikel anhören(06:33 min)00:00 / 06:33
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Trump versetzt der US-Rüstungsbranche einen Dämpfer und kündigt den Stopp von Dividendenzahlungen an. An den Börsen gehen die Aktien auf Talfahrt. Später kündigt der US-Präsident eine Steigerung des Rüstungsetats um 50 Prozent an. Das verbindet er mit einem Bekenntnis zur Nato.
US-Präsident Donald Trump strebt nach eigenen Angaben für 2027 eine Erhöhung der Militärausgaben um 50 Prozent an. "Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass zum Wohle unseres Landes, insbesondere in diesen sehr unruhigen und gefährlichen Zeiten, unser Militärbudget für das Jahr 2027 nicht 1 Billion Dollar, sondern 1,5 Billionen Dollar betragen sollte", erklärte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Zu diesem Schluss sei er "nach langen und schwierigen Verhandlungen" mit Kongressmitgliedern, Ministern und anderen politisch Verantwortlichen gelangt, fügte Trump an.
"Dadurch können wir die 'Traumarmee' aufbauen, auf die wir schon lange Anspruch haben, und, was noch wichtiger ist, die uns Sicherheit und Schutz bietet, egal vor welchem Feind", sagte der Präsident. Trump erklärte, die Erhöhung des Militärbudgets sei aufgrund der Einnahmen aus den umfassenden Zöllen möglich, die er seit seiner Rückkehr ins Amt Anfang letzten Jahres verhängt hatte.
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Nato-Staaten "alle meine Freunde"
Die USA geben bereits heute weltweit mit Abstand am meisten für ihr Militär aus. Eine Erhöhung auf 1,5 Billionen Dollar würde Washingtons Ausgaben für seine Streitkräfte noch weiter vor seine Rivalen China und Russland bringen. Wenige Stunden vor seiner Ankündigung hatte Trump in seinem Onlinedienst Zweifel an der Bündistreue der Nato-Verbündeten Washingtons geäußert – und zugleich das Bekenntnis der USA zum Nordatlantikpakt betont.
Er frage sich, ob die Verbündeten "für uns da wären, wenn wir sie wirklich brauchen", erklärte Trump auf Truth Social. "Wir werden immer für die Nato da sein, selbst wenn sie nicht für uns da sein wird", fügte er zugleich hinzu. Die Nato-Mitgliedstaaten seien "alle meine Freunde", ergänzte der US-Präsident und unterstrich die Bedeutung der USA für das Bündnis. Zugleich wiederholte Trump seine bereits mehrfach geäußerte Behauptung, dass einige Nato-Staaten vor seiner Amtszeit nicht ausreichend Militärausgaben gezahlt hätten. "Die USA haben törichterweise für sie bezahlt! Ich habe sie respektvoll dazu gebracht, fünf Prozent des BIP zu zahlen, und sie zahlen", erklärte der US-Präsident.
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Dividendenverbot für US-Rüstungskonzerne
Zuvor hatte Trump die Aktien von US-Rüstungsunternehmen wie Lockheed Martin und Northrop Grumman auf Talfahrt geschickt: Er kündigte an, Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe der Branche zu blockieren und gegen die seiner Meinung nach "überhöhte Vergütung von Führungskräften" vorzugehen, bis die Branche die Produktion und Wartung von Militärausrüstung beschleunigt. Obwohl die Regierung Trump erheblichen Einfluss auf große Rüstungsaufträge hat, war zunächst nicht klar, wie der Präsident solche Zahlungen unabhängiger Unternehmen genau blockieren will.
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Die Aktie von Lockheed LMT schloss mit einem Minus von 4,8 Prozent, während Northrop Grumman 5,5 und Huntington Ingalls Industries 3 Prozent verloren. RTX, früher bekannt als Raytheon, gaben um 2,5 Prozent nach. Die Boeing-Aktie BA schloss mit einem Minus von 0,8 Prozent, während der breite S&P 500-Aktienindex SPX um 0,3 Prozent sank. "Rüstungsunternehmen zahlen derzeit massive Dividenden an ihre Aktionäre und tätigen massive Aktienrückkäufe, was auf Kosten und zum Nachteil von Investitionen in Anlagen und Ausrüstung geht. Diese Situation wird nicht länger toleriert oder geduldet werden!", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Schon im Dezember Hinweise an Konzerne
"Außerdem sind die Vergütungspakete für Führungskräfte in der Rüstungsindustrie exorbitant und nicht zu rechtfertigen, wenn man bedenkt, wie langsam diese Unternehmen wichtige Ausrüstung an unser Militär und unsere Verbündeten liefern." Der Präsident schrieb weiter, solange seine Bedenken nicht ausgeräumt seien, dürfe keine Führungskraft in der Rüstungsindustrie "mehr als 5 Millionen Dollar verdienen", was, so hoch es auch klinge, "nur ein Bruchteil dessen ist, was sie derzeit verdienen."
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Trumps Ankündigung kam nicht ganz unerwartet. Am 22. Dezember hatte er bei einer Veranstaltung zum Thema neue Kriegsschiffe der Marine erklärt, dass er gegen Rüstungsunternehmen wegen Aktienrückkäufen, Dividendenzahlungen an Aktionäre und Vergütungen für Führungskräfte vorgehen wolle.
Druck auf andere Nato-Mitglieder
In einem zusätzlichen Beitrag nach Börsenschluss ging Trump speziell auf RTX ein. Das Unternehmen "hat am wenigsten auf die Bedürfnisse des Kriegsministeriums reagiert, ist am langsamsten bei der Steigerung seines Volumens und gibt am aggressivsten Geld für seine Aktionäre aus, anstatt für die Bedürfnisse und Anforderungen des US-Militärs". Und weiter: "Wenn Raytheon weiterhin Geschäfte mit der Regierung der Vereinigten Staaten machen will, wird es unter keinen Umständen weitere Aktienrückkäufe tätigen dürfen, für die es bereits Dutzende Milliarden Dollar ausgegeben hat, bis es seine Angelegenheiten in Ordnung gebracht hat."
Trump hatte den Nato-Verbündeten damit gedroht, ihnen den Beistand im Bündnisfall zu verweigern, wenn diese ihre Verteidigungsausgaben nicht auf fünf Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) erhöhten. Die Nato-Staaten verpflichteten sich im vergangenen Juni dazu, 3,5 Prozent ihres BIP für Verteidigung auszugeben und weitere 1,5 Prozent für verteidigungsrelevante Posten.

