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Erdbeben in Türkei und Syrien: Helfer retten fast 8000 Verschüttete aus Trümmern, Zahl der Todesopfer steigt weiter

February 07
09:19 2023

Jüngsten Angaben zufolge starben nach den schweren Erdbeben in der Türkei und in Syrien mehr als 4300 Menschen. Helfer suchen auch in der Nacht bei eisigen Temperaturen nach Überlebenden. Und: Die internationale Hilfe läuft an. Der Überblick.

Die Situation in den betroffenen Gebieten

Nach der Erdbebenkatastrophe im türkisch-syrischen Grenzgebiet haben Angehörige und Rettungskräfte bis spät in die Nacht nach Verschütteten gesucht. Das Gesundheitsministerium habe zunächst 4200 Helfer in das Katastrophengebiet entsandt, schrieb der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca am späten Montagabend auf Twitter, dieses Aufgebot an Einsatzkräften werde aber weiter aufgestockt.

Verletzte und kranke Erdbebenopfer würden zunächst in Zelten medizinisch versorgt und anschließend in Krankenhäuser verlegt, schrieb Koca in einem weiteren Tweet . Mit aller Kraft sei man vor Ort, um das Leid zu lindern.

Der türkische Vizepräsident Fuat Oktay teilte am späten Montagabend mit, dass bereits 7840 Verschüttete gerettet worden seien.

Allerdings stieg auch die Zahl der Todesopfer weiter an. Jüngsten Angaben zufolge starben in der Südtürkei und in Nordsyrien mehr als 4300 Menschen. Mindestens 19.000 weitere Menschen wurden durch die Beben verletzt.

  • Der Vorsitzende der türkischen Katastrophenschutzbehörde Afad, Yunus Sezer, gab in der Nacht zum Dienstag die Zahl der Toten im eigenen Land mit 2921 an. Außerdem seien 15.834 »unserer Bürger« verletzt.

  • In Syrien kamen nach Angaben des Gesundheitsministeriums sowie der Rettungsorganisation Weißhelme von Montagabend mindestens 1477 Menschen ums Leben. Mehr als 3400 Menschen seien zudem verletzt worden. Laut der Weißhelme sind bislang mehr als 210 Gebäude vollständig eingestürzt und 441 teilweise zerstört worden.

Im Katastrophengebiet herrschen Temperaturen um den Gefrierpunkt. Tausende Menschen sind nach Angaben von Hilfsorganisationen obdachlos geworden. Viele Menschen können nicht in ihre Häuser zurück, weil diese eingestürzt sind oder eine Rückkehr angesichts der zahlreichen Nachbeben zu gefährlich wäre. Ein drohender Schneesturm könnte die Situation in den Erdbebengebieten nach Einschätzung der Hilfsorganisation Care noch deutlich verschärfen. Viele Straßen seien nicht passierbar.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sprach vom schwersten Beben seit 1939 und verkündete eine einwöchige Staatstrauer . Flaggen aller Vertretungen im In- und Ausland sollen dafür bis Sonntag auf halbmast wehen. Die Staatstrauer endet am 12. Februar nach Sonnenuntergang.

In dem betroffenen Bereich habe es seit etwa 900 Jahren kein so großes Beben mehr gegeben, sagte die Geologin Charlotte Krawczyk vom Geoforschungszentrum Potsdam der ARD. Ob und wann weitere große Beben folgen, könne nicht vorhergesagt werden.

Am frühen Dienstagmorgen kam es im Zentrum der Türkei zu einem neuen Erdbeben. Nach Angaben der europäischen Erdbebenwarte EMSC hatte es eine Stärke von 5,6, das Epizentrum lag demnach in einer Tiefe von zwei Kilometern. Über mögliche Opfer oder Schäden ist bisher noch nichts bekannt.

Internationale Reaktionen

  • Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte Hilfe aus Deutschland zu. Innenministerin Nancy Faeser (SPD) kündigte an, dass das Technische Hilfswerk (THW) die Lieferung von Notstromaggregaten, Zelten und Decken vorbereite. Auch Notunterkünfte und Anlagen zur Wasseraufbereitung könnten bereitgestellt werden. EU-Staaten wollen sich untereinander abstimmen.

  • US-Präsident Joe Biden sicherte Erdoğan persönlich Unterstützung zu. Die beiden hätten am Montag telefoniert, teilte das Weiße Haus mit. In dem Gespräch habe Biden versichert, dass die USA dem Nato-Verbündeten Türkei »jede erforderliche Unterstützung« zur Bewältigung der Tragödie zukommen ließen. Rettungsteams aus den USA würden schnell in die Türkei entsandt, um die Rettungs- und Bergungsarbeiten in dem Erdbebengebiet zu unterstützen und den Menschen vor Ort zu helfen.

  • Griechenland schickte trotz der Spannungen mit der Türkei am Montag eine Rettungsmannschaft mit Spürhunden in das Erdbebengebiet.

  • Australien werde zehn Millionen australische Dollar (6,4 Millionen Euro) als Soforthilfe über das Internationale Rote Kreuz schicken, sagte der australische Premierminister Anthony Albanese am Dienstag. »Australiens Hilfe wird auf die Bedürftigsten abzielen.«

  • Neuseeland will 1,5 Millionen neuseeländische Dollar (880.000 Euro) spenden. »Unsere Herzen sind bei den Betroffenen. Neuseeland wird auch zu den internationalen Bemühungen beitragen«, sagte Premierminister Chris Hipkins. Das Geld soll Teams des Roten Kreuzes dabei helfen, wichtige Hilfsgüter wie Lebensmittel, Zelte, Decken, Medikamente und psychologische Unterstützung ins Erdbebengebiet zu bringen.

  • Außerdem sagten unter anderem auch China, Großbritannien, Indien, Pakistan, Finnland, Schweden, Israel, Iran und Russland Hilfe zu.

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