Erdbeben in Türkei und Syrien – die News: Todeszahl steigt auf über 2400
Der Südosten der Türkei und eine Region im nördlichen Syrien sind von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Es gibt Hunderte Tote. Die internationale Gemeinschaft schickt Hilfen. Die News.
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Sondersendungen im Fernsehen
18.18 Uhr: Einige TV-Kanäle haben am Montagabend Sondersendungen zu den Erdbeben in der Türkei und in Syrien ins Programm genommen. Das Erste zeigt um 20.15 Uhr einen Brennpunkt. Im Anschluss folgt ab 20.35 Uhr die Talkrunde »Hart aber fair« ebenfalls zu dem Thema und der Frage »Wie können wir helfen?« Das ZDF sendet ab 19.20 ein »ZDF spezial«, RTL um 20.15 Uhr ein »RTL Aktuell spezial«. Der Sender Welt plant um 19 Uhr ein halbstündiges »Welt Spezial« zum Thema. n-tv sendet um 19.30 Uhr ein »News Spezial«.
Mindestens rund 2400 Tote
18.10 Uhr: In der Südtürkei und Nordsyrien sind mehrere Tausend Tote zu befürchten. Die Zahl der Opfer stieg nach offiziellen Angaben auf mindestens um die 2400. Das tatsächliche Ausmaß war aber zunächst nicht absehbar, da wohl noch Hunderte verschüttet waren. Rund 12.000 Menschen in der Türkei und in Syrien wurden nach bisherigen Informationen verletzt.
Mitsotakis und Erdoğan sprechen wieder miteinander
18.02 Uhr: Die Katastrophe in der Türkei war offenbar Anlass eines ersten direkten Kontakts zwischen dem griechischen Regierungschef Kyriakos Mitsotakis und Erdoğan seit Monaten. »Im Namen des griechischen Volkes habe ich mein tief empfundenes Beileid ausgesprochen«, twitterte Mitsotakis nach dem Telefongespräch mit dem türkischen Präsidenten. Athen sei bereit weitere Hilfe zu leisten, fügte er hinzu. Wie es aus Mitsotakis Büro hieß, habe sich Erdoğan bedankt.
Der türkische Präsident hatte vor fast zehn Monaten erklärt, er werde nicht mehr mit Mitsotakis reden. Hintergrund waren schwere Spannungen zwischen den beiden Nachbarstaaten im östlichen Mittelmeer. Griechenland hatte am Montagmorgen als eins der ersten Länder Hilfe für die Menschen in der Erdbebenregion der Türkei geleistet. Eine erste Rettungsmannschaft mit Spürhunden flog bereits ins Katastrophengebiet, wie die Regierung in Athen mitteilte.
Die beiden Nato-Mitglieder hatten sich bereits gegenseitig bei schweren Erdbeben in der Türkei und Griechenland im Jahr 1999 geholfen. Diese Hilfe, die unter dem Namen »Erdbebendiplomatie« bekannt ist, leitete damals eine Phase der Entspannung ein. Athen und Ankara streiten sich seit Jahrzehnten um Hoheitsrechte in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer. In den vergangenen Monaten hatte der türkische Präsident wiederholt mit einer Invasion auf griechische Inseln gedroht.
Linken-Vorsitzende Wissler war zum Zeitpunkt des Erdbebens in Diyarbakir
17.44 Uhr: Die Linken-Vorsitzende Janine Wissler hat das schwere Erdbeben in der Türkei miterlebt. »Ich war heute Nacht im Hotel und bin dann um Viertel nach vier aus dem Schlaf gerissen worden durch das Erdbeben, was nicht nur sehr heftig war, sondern auch sehr lang andauernd«, sagte Wissler der Nachrichtenagentur dpa. »Es hat sich angefühlt wie eine Ewigkeit.«
Sie habe sich zu dem Zeitpunkt in der Stadt Diyarbakir im Osten der Türkei aufgehalten. Bei eisigen Temperaturen seien viele Menschen in Todesangst barfuß aus ihren Häusern geflohen, schilderte Wissler ihre Eindrücke. Viele Gebäude seien beschädigt oder vollständig zusammengebrochen. Sie selbst wurde nicht verletzt. Wissler war als Prozessbeobachterin zur erwarteten Urteilsverkündung gegen Politikerinnen und Politiker der prokurdischen Oppositionspartei HDP in die Türkei gereist.
Schweigeminute in Uno-Vollversammlung
17.28 Uhr: Die Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York hat eine Schweigeminute für die Opfer des schweren Erdbebens abgehalten. Uno-Mitarbeiter seien bereits vor Ort, um den Hilfsbedarf abzuschätzen und Hilfe zu leisten, erklärte Generalsekretär António Guterres. »Wir zählen auf die internationale Gemeinschaft, um den tausenden von Familien zu helfen, die von dieser Katastrophe betroffen sind, von denen viele in schwer zugänglichen Regionen bereits dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen waren«, fügte Guterres hinzu.
US-Rettungsteams auf dem Weg in die Türkei
17.25 Uhr: Die USA schicken Hilfe ins Krisengebiet. Präsident Joe Biden teilte am Montagvormittag (Ortszeit) mit, erste Rettungsteams machten sich bereits auf den Weg, um die Rettungs- und Bergungsarbeiten zu unterstützen und den Menschen vor Ort zu helfen. Man stimme sich eng mit den türkischen Behörden ab, um jegliche benötigte Hilfe zur Verfügung zu stellen, sagte Biden. Außerdem unterstützten die USA humanitäre Partner in Syrien, die auf die Zerstörung dort reagierten, hieß es. Der Präsident sprach den Betroffenen der Katastrophe sein Beileid aus.
Auch Außenminister Blinken sagte, man sei entschlossen, alles Mögliche zu tun, um den von dem Erdbeben betroffenen Menschen in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten zu helfen.
Fußballprofi Atsu offenbar verschüttet
17.18 Uhr: Der ghanaische Fußball-NationalspielerChristian Atsusoll laut Berichten zu den Personen hören, nach denen aktuell in Trümmern gesucht wird. Der englische Fußballverein Newcastle United teilte via sozialen Medien mit, dass er auf positive Nachrichten seines ehemaligen Spielers hoffe. Atsu verbrachte mehrere Jahre bei Newcastle und Chelsea, bevor er im vergangenen Sommer beim türkischen Verein Hatayspor anheuerte.

