Emanzipation und Hausarbeit: Männer ans Spülbecken!
Icon: vergrößernDiese Woche bot sich der Öffentlichkeit ein seltener Einblick in Angela Merkels Privatleben. Ob sie eine smarte Waschmaschine besitze, wurde sie auf dem Digitalgipfel der Bundesregierung gefragt. Die Kanzlerin schüttelte den Kopf: »Ehrlich gesagt, das macht mein Mann.«
So emanzipiert wie bei Merkels geht es in den Waschküchen der Nation in der Regel nicht zu. Den jüngsten Beweis, dass in diesem Corona-Jahr voller Homeschooling und Homeoffice Haushaltsgeräte mehrheitlich von Frauen bedient wurden, lieferte diese Woche die Bertelsmann-Stiftung mit einer repräsentativen Umfrage.
Rund 70 Prozent der befragten Frauen geben darin an, dass sie sich um die Hausarbeit kümmern, während das unter den Männern gerade einmal 11 Prozent von sich behaupten. Nicht einmal jede zweite Befragte ist der Meinung, dass die Hausarbeit gerecht verteilt sei. Fast die Hälfte der Frauen fühlt sich durch die Situation an ihre körperlichen, psychischen und emotionalen Grenzen gebracht.
Die Politik scheint die Not erkannt zu haben und zündete zuletzt ein Feuerwerk an feministischen Versprechungen: Familienministerin Franziska Giffey will das Ehegattensplitting abschaffen, die CSU fordert neuerdings mehr Vätermonate, mehr Frauenquoten, mehr Gleichberechtigung.

