Eis und Glätte: Bahn schränkt Fahrplan wegen Schneewalze vorsorglich ein
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Eis und GlätteBahn schränkt Fahrplan wegen Schneewalze vorsorglich ein
08.01.2026, 08:06 Uhr Artikel anhören(04:29 min)00:00 / 04:29
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Reisende mit der Deutschen Bahn müssen in den kommenden Tagen viel Geduld mitbringen – oder gleich ganz zu Hause bleiben. Der Konzern reduziert wegen des Winterwetters das Angebot. Und die Züge, die fahren, könnten wegen Schneeverwehungen in Probleme geraten.
Deutschland steht eine turbulente Wetterlage bevor. Besonders ungemütlich soll es ab der Nacht zum Freitag werden, wenn Sturmtief "Elli" die Regie übernimmt. Verbreitet wird dann kräftiger Schneefall erwartet. Bei stürmischem Ostwind sind Schneeverwehungen möglich. Im Süden und Westen Deutschlands soll der Schnee – bei ebenfalls stürmischem, aber aus südwestlichen Richtungen wehendem Wind – indes bis Freitagfrüh rasch in Regen übergehen. Örtlich besteht dort dann Glatteisgefahr.
Die Deutsche Bahn schränkt wegen des erwarteten Wintereinbruchs schon ab Donnerstagnachmittag den Fernverkehr im Norden und Nordosten Deutschlands ein. Das Angebot werde vorsorglich reduziert, teilte der Konzern mit. Grund ist die Prognose des Deutschen Wetterdienstes, der für die Regionen bei Dauerfrost heftigen Wind mit Schneefällen und Schneeverwehungen vorhersagt.
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Von den Einschränkungen betroffen sind demnach Fernverkehrsverbindungen unter anderem nach Kiel, Westerland auf Sylt, Rostock und auf die Ostseeinsel Rügen. Zudem werde die Höchstgeschwindigkeit der ICE-Züge auf den Schnellfahrstrecken Berlin-Wolfsburg, Hannover-Würzburg und Köln-Rhein/Main auf 200 Kilometer pro Stunde begrenzt. Dies sei notwendig, um Schäden durch Eisabwurf zu vermeiden. Die Fahrtzeit könne sich dadurch um bis zu 30 Minuten verlängern.
Fahrgäste, die bis einschließlich Mittwoch ein Ticket für eine Reise zwischen Donnerstag und Samstag gekauft haben, können dieses flexibel zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Auch im Regionalverkehr könne es in den kommenden Tagen zu Einschränkungen kommen. Die Bahn rief Reisende dazu auf, sich vor Fahrtantritt in der App DB Navigator oder auf der Internetseite bahn.de über die aktuelle Verkehrslage und ihre Verbindung zu informieren. Änderungen seien dort bereits abrufbar.
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Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder von der CDU sieht Autobahnen und Deutsche Bahn gut gerüstet. Mit Blick "auf die anstehende Schneefront" sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Alle verfügbaren Kräfte sind auf den Straßen, Bahnhöfen und Schienen unterwegs, damit die Verkehrswege sicher befahrbar bleiben." Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Tabbert vom BSW riet, nicht unbedingt notwendige Fahrten zu verschieben oder deutlich mehr Zeit einzuplanen.
Fahrgäste von Bus und Bahn wurden bereits vorgewarnt: Im Gebiet des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen könne es in den kommenden Tagen zu Verspätungen und Teilausfällen im öffentlichen Nahverkehr kommen, sagte eine Sprecherin. Auch Nahverkehrsbetriebe in Schleswig-Holstein schlossen nicht aus, dass der Betrieb eingestellt werden muss.
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Ausgerechnet mitten im Winter muss im niedersächsischen Hildesheim der Winterdienst von heute an wegen Lieferengpässen beim Streusalz seinen Einsatz auf Straßen und Wegen einschränken. Und in Mecklenburg-Vorpommern könnte ein Streikaufruf dazu führen, dass es zu personellen Engpässen beim Winterdienst kommt, wie es vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr hieß. Hintergrund seien die aktuellen Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder. Die Straßenbauverwaltung werde dennoch alles versuchen, die Landes- und Bundesstraßen möglichst schnee- und eisfrei zu halten. In Niedersachsen wird in vielen Regionen wegen des Wetters der Müll nicht abgeholt, weil Fahrzeuge der Entsorgungsbetriebe wegen glatter Straßen nicht überall durchkommen.
Bereits am Donnerstag soll wegen des Wetters in einigen Regionen Niedersachsens der reguläre Unterricht an Schulen ausfallen. Stattdessen wird meist auf Distanzunterricht umgestellt. Betroffen sind Einrichtungen unter anderem in Wilhelmshaven, Emden und im Landkreis Aurich. Es wird nicht ausgeschlossen, dass am Freitag weitere Schulen auch in anderen Bundesländern dazukommen.

