“Ein Schlag ins Gesicht”: Trump wütet gegen “widerliche” Super-Bowl-Show
Sport
"Ein Schlag ins Gesicht"Trump wütet gegen "widerliche" Super-Bowl-Show
09.02.2026, 07:04 Uhr 
Donald Trump hat die Halbzeit-Show beim Super Bowl erwartbar wenig Freude gemacht. Der US-Präsident wütet gegen Latino-Superstar Bad Bunny.
Bad Bunny beendete seine tollkühne Halftime-Show mit einem Knalleffekt. Zu Feuerwerk schmetterte der Latino-Superstar aus Puerto Rico beim 60. Super Bowl der NFL einen Football auf den Rasen. Fahnen typischer Einwanderer-Nationen wehten dazu im Wind, auf der Anzeigetafel des Stadions in Santa Clara stand riesengroß: "Das einzige, das stärker als Hass ist, ist die Liebe."
Bad Bunny lieferte mit Gaststars wie Lady Gaga und Ricky Martin die erwartete einende Botschaft, gegen die Spaltung, für gesellschaftlichen Zusammenhalt unabhängig von der Herkunft. Die Message saß wohl – denn Donald Trump fühlte sich offensichtlich getroffen.
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Der US-Präsident setzte bei Truth Social parallel eine wahre Tirade ab. Die Show sei "absolut furchtbar, eine der schlechtesten jemals", schrieb er: "Ein Schlag ins Gesicht für unser Land." Niemand verstehe auch nur ein Wort (Bad Bunny singt auf Spanisch), das Getanze sei "widerlich", vor allem für zuschauende Kinder.
"ICE OUT!"
Üblicherweise vermeidet der Grammy-Gewinner Bad Bunny Auftritte in den USA, aus Angst vor Übergriffen der Einwanderungsbehörden auf seine Fans. Für den Super Bowl machte er eine Ausnahme. Trump setzt eine harte Abschiebepolitik durch. Nach der Verkündung Bad Bunnys als Showact hatte Trump angekündigt, ICE-Personal zu einem der teuersten Sportevents der Welt zu entsenden. "Ich habe noch nie von ihm gehört. Ich weiß nicht, wer er ist. Ich weiß nicht, warum sie (die NFL) das machen", sagte er im Oktober und nannte den Musiker wiederholt "Bad Bunny Rabbit oder was auch immer sein Name ist".
Bad Bunny, in Puerto Rico geboren als Benito Antonio Martinez Ocasio, hatte in der vergangenen Woche bei der Grammy-Verleihung gesagt: "Bevor ich mich bei Gott bedanke, wollte ich eine Sache sagen: ICE OUT!"
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Vor Bad Bunny hatten mit der Punkband Green Day bereits weitere vehemente Trump-Kritiker auf der Bühne gestanden. In ihrem Song "American Idiot" wurden sowohl im Stadion als auch im TV zwei Stellen zensiert: Die Zeile "The subliminal mindfuck America" war ebenso nicht zu hören, wie "I'm not part of a MAGA agenda."
Trump selbst war – anders als im Vorjahr in New Orleans – diesmal nicht persönlich im Stadion. In der Demokraten-Hochburg San Francisco hätte ihm ein unangenehmer Empfang gedroht.
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