Donald Trumps Umfragewerte schwächeln – auch bei den eigenen Wählern
Im Rennen um die Nominierung der republikanischen Partei für das Weiße Haus liegt Donald Trump unangefochten vorn. Daran haben auch die jüngsten juristischen Probleme des Ex-Präsidenten nichts geändert. Ohne Wirkung bleiben die ständigen Negativschlagzeilen allerdings offenbar auch nicht. Das legt zumindest eine neue Umfrage des Pew Research Center nahe.
Wie unter anderem der britische »Guardian« berichtet , hat die Popularität des Republikaners zuletzt gelitten – sowohl unter den eigenen Anhängern als auch in der Wählerschaft insgesamt.
Laut der Umfrage haben 63 Prozent der Amerikanerinnen und Amerikaner ein negatives Bild des Ex-Präsidenten. Das sind drei Prozentpunkte mehr als noch vor einem Jahr.
Drastischer wird das Bild, wenn Pew nur Wählerinnen und Wähler herausfiltert, die sich als Republikaner oder zumindest in diese Richtung tendierend beschreiben. In dieser Gruppe haben 66 Prozent der Befragten ein positives Bild von Trump. Ein hoher Wert – aber auch ein massiver Rückgang von den 75 Prozent vor einem Jahr. Negativ bewerteten Trump in dieser Gruppe 32 Prozent, 2022 waren es nur rund 25 Prozent gewesen.
Unter demokratischen Wählerinnen und Wählern ist die Zustimmung für Trump – wenig überraschend – sehr überschaubar: Nur acht Prozent der Befragten bewerteten ihn positiv, 91 Prozent negativ oder sogar sehr negativ. Diese Werte haben sich laut dem Bericht kaum verändert.
Pew räumt selbst ein, dass die Auswirkungen der zahlreichen Gerichtsverfahren und Anklagen gegen Trump nicht konkreter Teil der Fragestellung in der Umfrage waren.
Doch auch für den demokratischen Amtsinhaber Joe Biden fiel die Umfrage nicht allzu positiv aus. Er verlor in der Gesamtbevölkerung rund vier Prozentpunkte an Rückhalt im Vergleich zu 2022. Seiner Vizepräsidentin Kamala Harris erging es noch schlechter: Sie rutschte von 43 auf 36 Prozent ab.
Ein Verfahren nach dem anderen
Gegen Trump liegen bisher zwei Anklagen vor. Ende März war in New York gegen ihn Anklage erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft in New York legt Trump die Fälschung von Geschäftsunterlagen in 34 Fällen zur Last. Im Zentrum der Vorwürfe steht die Zahlung von Schweigegeld an eine Pornodarstellerin. Trump plädierte vor Gericht Anfang April auf nicht schuldig. Der Prozess in dem Fall soll im März 2024 beginnen.
Außerdem wurde Trump im Juni auf Bundesebene angeklagt, weil er Regierungsdokumente mit höchster Geheimhaltungsstufe in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida aufbewahrt und nach Aufforderung nicht zurückgegeben hatte. Anfang August 2022 hatte die Bundespolizei FBI Trumps Villa durchsucht und mehrere als streng geheim eingestufte Dokumenten-Sätze beschlagnahmt. Der Republikaner plädierte bei einem Gerichtstermin im Juni in Miami auf nicht schuldig.
Trump rechnet außerdem mit einer bevorstehenden dritten Anklage im Zusammenhang mit der Präsidentenwahl 2020 und dem Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021. Er hatte in den Wochen nach der Präsidentenwahl 2020 mit falschen Behauptungen Stimmung gemacht, ihm sei der Sieg durch Wahlbetrug gestohlen worden. Anfang Januar 2021 kam es dann zum beispiellosen Angriff auf den Sitz des US-Kongresses, bei dem Trump-Anhänger versuchten, die formale Bestätigung des Wahlsiegs von Joe Biden und damit den Machtwechsel in Washington zu verhindern.
Weitere Verfahren könnten folgen. Im Bundesstaat Georgia laufen Ermittlungen wegen einer möglichen Einflussnahme auf das Ergebnis der Präsidentenwahl 2020. Trump, der 2024 wieder Präsident werden möchte, stellt das juristische Vorgehen gegen ihn als Versuch seiner Gegner dar, ihn an einem Wiedereinzug ins Weiße Haus zu hindern.

