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Donald Trump will US-Truppen aus Deutschland abziehen – Polen hofft auf Stationierung

June 07
06:36 2020
US-Soldaten in Polen (2017): "Die Entscheidung liegt nun aufseiten der USA" Icon: vergrößern

US-Soldaten in Polen (2017): "Die Entscheidung liegt nun aufseiten der USA"

LECH MUSZYNSKI/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Polen will von dem geplanten Abzug von US-Truppen aus Deutschland profitieren. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki äußerte am Samstag die Hoffnung, dass ein Teil der abgezogenen amerikanischen Soldaten in seinem Land stationiert werde. Er verwies auf zahlreiche Gespräche, die Polen in der Vergangenheit geführt habe. "Die Entscheidung liegt nun aufseiten der USA", sagte Morawiecki dem Radiosender RMF24.

US-Präsident Donald Trump hat nach Informationen aus seiner Regierung einen zügigen Abzug von Tausenden US-Soldaten aus Deutschland angeordnet. Wie der SPIEGEL und das "Wall Street Journal" zuerst berichteten, sollen zwischen 5000 und 15.000 von den hierzulande dauerhaft stationierten 34.500 US-Militärs bis zum Herbst abgezogen werden. Ein Teil von ihnen soll nach Polen und in andere Staaten von Verbündeten verlegt werden, ein anderer Teil kehrt in die USA zurück.

Hintergrund der Pläne könnte die Verärgerung des US-Präsidenten über Kanzlerin Angela Merkel sein, die Trumps Einladung für einen G7-Gipfel vor der amerikanischen Präsidentschaftswahl ausgeschlagen hat. Das "Wall Street Journal" berichtete hingegen, die Entscheidung stehe im Zusammenhang mit Trumps Ärger über die aus seiner Sicht zu geringen deutschen Militärausgaben.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die USA mit dem Teilabzug ihrer Truppen aus Deutschland gedroht. Der damalige US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hatte im August gesagt: "Es ist wirklich beleidigend zu erwarten, dass der US-Steuerzahler weiter mehr als 50.000 Amerikaner in Deutschland bezahlt, aber die Deutschen ihren Handelsüberschuss für heimische Zwecke verwenden."

Der US-Präsident fordert seit Langem eine gerechtere Lastenteilung innerhalb der Nato und hat wiederholt die aus seiner Sicht mangelnden Verteidigungsausgaben Deutschlands kritisiert. Trump hatte eine Verlegung von Truppen von Deutschland nach Polen bereits im Juni vergangenen Jahres bei einem Besuch des polnischen Präsidenten Andrzej Duda in Washington ins Spiel gebracht.

Deutschland ist für die US-Armee derzeit noch eines der wichtigsten militärischen Drehkreuze weltweit. Insgesamt sind aktuell rund 35.000 US-Soldaten hierzulande stationiert. Hinzu kommen rund 17.000 amerikanische und 12.000 deutsche Zivilisten, die von der US-Armee beschäftigt werden. Zehntausende weitere Arbeitsplätze in Deutschland hängen von den amerikanischen Streitkräften ab.

Die US-Armee betreibt unter anderem den Stützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein, über den fast alle militärischen Transporte in Richtung Irak oder Afghanistan abgewickelt werden. Ähnlich zentral ist das US-Lazarett in Landstuhl, wo viele verletzte Soldaten aus den Einsatzgebieten im Irak oder Afghanistan behandelt werden. Außerdem steuern die USA von Süddeutschland aus alle Militärmissionen in Afrika.

Icon: Der Spiegel

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