Donald Trump: US-Präsident will Wahlkampf trotz Warnungen wieder aufnehmen

Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Charlotte am 2. März: Sicherheit soll gewährleistet sein
Lucas Jackson/ REUTERS
Auf Twitter hat der Wahlkampf längst begonnen. Beinahe täglich attackiert Donald Trump seinen Herausforderer Joe Biden. Oft verspottet er den Demokraten und ehemaligen Vizepräsidenten von Barack Obama dabei als "Sleepy Joe". Doch auf die für ihn so wichtigen Wahlkampfauftritte musste Trump wegen der Coronakrise seit dem 2. März verzichten. Größere Menschenansammlungen sollten verhindert werden. Das könnte sich schon bald ändern.
Innerhalb der kommenden zwei Wochen will der 73-Jährige wieder auf Kundgebungen vor seinen Anhängern auftreten, wie ein Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte. Bei seinem letzten Auftritt in Charlotte, North Carolina, im März waren die Ränge noch voll, Abstand konnte nicht gewahrt werden. Trumps Wahlkampfmanager, Brad Parscale, soll dem Team in Kürze mehrere Optionen vorstellen, wie die Sicherheit der Zuschauer gewährleistet werden soll.
Die USA sind am stärksten von der Coronakrise betroffen. Mehr als 110.000 Menschen starben an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. Insgesamt wurden mehr als zwei Millionen Fälle in dem Land registriert. Kritiker werfen Trump vor, eine Mitschuld an der extremen Ausbreitung des Virus zu tragen.
Biden liegt in Umfragen vorn
Nicht nur Wahlkampfauftritte, auch die Wahl des Präsidentschaftskandidaten unter den Republikanern war von der Pandemie betroffen. Trump, der 1901 von 1902 Delegiertenstimmen bekommen hatte, musste bislang auf seine Dankesrede verzichten. Wie ein Berater am Montag sagte, erwägt der Präsident nun, diese in Jacksonville, Florida, nachzuholen. Dort ist es dem Nationalkomitee der Republikaner erlaubt, in größerer Zahl zusammenzukommen.
Für Trump sind Wahlkampfauftritte vor seinen treusten Fans extrem wichtig. Vor allem, weil er zunehmend unter Druck gerät. Biden liegt in den Umfragen vor dem Präsidenten, auch in sogenannten Swing-States wie Michigan oder Pennsylvania, die für den Ausgang der Präsidentschaftswahl entscheidend sein dürften.
Vor Wochen hatte er eine Diffamierungskampagne gegen Biden gestartet, die nun immer weiter ausgebaut wird. Dabei scheinen ihm auch durchaus fragwürdige Methoden recht (Lesen Sie hier mehr zum schmutzigen Wahlkampf von Donald Trump).
Icon: Der Spiegel