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Donald Trump fehlt bei TV-Debatte – und wettert stattdessen in Michigan gegen Elektroautos

September 28
07:38 2023

Während sich seine republikanischen Konkurrenten in Kalifornien auf ihre zweite Vorwahldebatte vorbereiteten, war Donald Trump im umkämpften US-Bundesstaat Michigan unterwegs. Dort wollte er die Arbeiter der Autoindustrie für sich gewinnen – und zog dafür über Präsident Joe Biden und dessen Vorstoß für Elektroautos her.

Der frühere US-Präsident sagte den Streikenden, es sei nicht wichtig, ob sie in den Verhandlungen mit den großen Automobilherstellern einen vorteilhaften Abschluss erzielten, wenn Elektrofahrzeuge sie ohnehin überflüssig machen würden.

»Es macht keinen verdammten Unterschied, was ihr bekommt, denn in zwei Jahren seid ihr alle raus«, sagte Trump zu den Arbeitern. Bidens Förderung der Produktion von Elektrofahrzeugen wird seinen Angaben nach Arbeitsplätze in der gesamten Branche vernichten.

Er behauptete, die Industrie werde »ermordet«. »Er verkauft euch an China, er verkauft euch an die Umweltextremisten und die radikale Linke, an Leute, die keine Ahnung haben, wie schlecht das für die Umwelt sein wird«, sagte Trump.

»Eine Stimme für Präsident Trump bedeutet, dass die Zukunft des Autos in Amerika gemacht wird«, sagte Trump.

Biden solidarisiert sich

US-Präsident Joe Biden hatte streikenden Arbeitern der Autoindustrie einen Tag zuvor einen historischen Besuch abgestattet. Die offene Solidaritätsbekundung durch einen Präsidenten an einem Streikposten vor Ort gilt als historisch bisher einmalig.

Die beiden Auftritte sind wahrscheinlich Vorgeschmack auf die kommenden Monate vor den Präsidentschaftswahlen 2024 in den USA. Denn es sieht immer mehr nach einem erneuten Aufeinandertreffen von Trump und Biden aus. Es wird zudem erwartet, dass Michigan wieder ein wichtiger Wahlkampfstaat sein wird. Michigan ist einer der Bundesstaaten, die Trump 2016 sensationell gegen Hillary Clinton gewann. Es ist der symbolträchtigste der »Rostgürtel«-Staaten, in denen darbende Industrien wie Stahl oder Auto noch immer Identität stiften. Deshalb versuchen nun sowohl Trump als auch Biden, sich als Verfechter der Arbeiterklasse darzustellen.

Trumps Besuch in Michigan fand zudem kurz vor einer weiteren TV-Debatte der Republikaner statt. Wie bereits die erste Debatte ließ er auch diesen Termin sausen. Bei den Republikanern liegt er als möglicher Präsidentschaftskandidat weiterhin in Führung.

TV-Debatte: Kaum Attacken auf Trump

Die anderen Präsidentschafts-Anwärter der Republikaner versuchten bei der TV-Debatte zum Spitzenreiter Trump aufzuschließen. Sie machten Biden unter anderem für Preissteigerungen und widerrechtliche Einwanderung verantwortlich.

Nur wenige der sieben Politiker erlaubten sich Attacken auf Trump. Der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, erinnerte daran, dass Trump in seiner Zeit mit hohen Ausgaben die Basis für die spätere Inflation gelegt habe. Der frühere Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, kritisierte, dass Trump entgegen aller Versprechen die Grenze zu Mexiko nicht undurchlässig gemacht habe.

In der Debatte rückten vor allen der Biotech-Unternehmer Vivek Ramaswamy und Senator Tim Scott mit vielen Äußerungen ins Rampenlicht – und redeten zum Teil minutenlang gleichzeitig. Ex-Vizepräsident Mike Pence gab sich dagegen staatsmännisch und hielt sich oft zurück. Bei DeSantis dauerte es rund eine Viertelstunde, bis er zum ersten Mal zu Wort kam.

Der Gouverneur von Florida gilt noch als aussichtsreichster Widersacher von Trump im Rennen um die Nominierung der Republikaner, doch der deutliche Vorsprung des Ex-Präsidenten machte DeSantis aus Sicht der anderen Anwärter verwundbarer.

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