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Deutschlandticket: Wie viel soll der Fahrschein künftig kosten?

November 07
23:17 2023

Im Streit über das Deutschlandticket haben sich Bund und Länder in der Nacht zu Dienstag in einem wesentlichen Punkt geeinigt: Der Fahrschein soll weiter bestehen – und es soll bis zum nächsten Frühjahr geklärt werden, wie das Ticket längerfristig finanziert wird. Offen bleibt aber vor allem, wie lange das Ticket, mit dem Reisen quer durch die Republik möglich sind, noch zu 49 Euro im Monat angeboten wird und ob es bald teurer wird.

Der Plan sieht nun vor, dass in diesem Jahr nicht verbrauchte Zuschüsse im kommenden Jahr genutzt werden dürfen, um bei den Verkehrsunternehmen finanzielle Nachteile auszugleichen, die durch das günstigere Ticket entstanden sind. Für die weitere Finanzierung soll die Verkehrsministerkonferenz ein Konzept erarbeiten.

NRW-Minister schließt höheren Preis nicht aus

Der nun festgelegte Finanzrahmen schränke aber vieles ein und könne dazu führen, dass der Einführungspreis ab Mai 2024 nicht mehr zu halten sein werde, sagte der Vorsitzende der Länderverkehrsminister, Oliver Krischer (Grüne) aus Nordrhein-Westfalen. Zumindest im ersten Jahr nach der Einführung, also noch bis Ende April 2024, werde es keine Preiserhöhung geben, betonte der niedersächsische Ressortchef Olaf Lies (SPD).

»Die nun für 2024 zusätzlich zur Verfügung stehenden Mittel sind ein gutes Signal und ein wichtiger Schritt für den kurzfristigen Fortbestand des Deutschlandtickets«, teilte der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) Ingo Wortmann mit. »Allerdings ist die Finanzierungsfrage damit nicht abschließend und vollständig beantwortet.« Die nun bereitgestellten Mittel würden voraussichtlich nicht für das gesamte kommende Jahr ausreichen. »Mit diesem Beschluss geht die Debatte um die Zukunft des Tickets also in die Verlängerung«, teilte Wortmann weiter mit.

In der Ampelkoalition machten sich die Grünen umgehend für einen stabilen Preis stark. Die Inflation mache das Leben für viele teuer, und das Ticket sei wegen des günstigen Preises attraktiv. »Deshalb ist es wichtig, dass das Deutschlandticket ein 49-Euro-Ticket bleibt«, sagte Fraktionschefin Katharina Dröge.

Die Umweltorganisation Greenpeace warnte indes: »Wenn die Kundinnen und Kunden jederzeit mit einer Preiserhöhung rechnen, dann würgt das den Erfolg des Tickets ab, noch bevor es überhaupt richtig angekommen ist.« Die Verbraucherzentralen mahnten, das mache das Ticket weder attraktiver noch verlässlicher. Der Preis von 49 Euro sei für viele bereits die Schmerzgrenze. Der ADAC forderte, dass der künftige Preis nicht wesentlich vom jetzigen abweichen dürfe. Bezahlbarkeit sei ein gutes und wichtiges Argument für den öffentlichen Nahverkehr.

»Dass diese MPK endet, ohne dass es eine klare Absage an Preiserhöhungen beim Deutschlandticket gibt, ist ein schlechter Witz«, sagte die Co-Chefin der Grünen-Nachwuchsorganisation, Svenja Appuhn.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing begrüßte indes die Weichenstellung von Bund und Ländern. Der Beschluss zeige, dass die von den Ländern initiierte Debatte über die Finanzierung des Tickets vollkommen überflüssig gewesen sei. »Außer einer Verunsicherung der Verbraucher haben sie damit nichts erreicht«, sagte der FDP-Politiker. Er rief seine Länderkollegen auf, »sachlich am Erfolg des Deutschlandtickets zu arbeiten und aufzuhören, es ohne Not infrage zu stellen«.

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