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Coronavirus: Gesundheitsminister Jens Spahn will Shutdown verlängern

January 03
02:27 2021
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Jens Spahn: Will keine Lockerungen nach dem 10. Januar

Foto: Kay Nietfeld/ dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert, den bundesweiten Shutdown auch nach dem 10. Januar fortzusetzen. »Angesichts der immer noch zu hohen Zahlen ist es notwendig, die Maßnahmen, die Einschränkungen, zu verlängern«, sagte der CDU-Politiker in der Sendung »RTL Aktuell«.

Zur Begründung verwies er auch auf einen Höchstwert an Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen. Laut der Deutschen Krankenhausgesellschaft befinden sich derzeit 5.726 Menschen in intensivmedizinischer Behandlung; während der ersten Welle der Pandemie waren es im April demnach rund 2900.

Die Ministerpräsidenten der Länder beraten am Dienstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen. Man müsse das Infektionsgeschehen senken und für längere Zeit niedrig halten, so Spahn. Das sei besser als zu früh zu lockern »und dann möglicherweise in einigen Wochen schon wieder vor möglichen schwierigen Fragen zu stehen«.

Spahn will Schulen weiter geschlossen halten

Auch die Schulen und Kitas sollen dem Gesundheitsminister zufolge weiter geschlossen bleiben. Das sei für Schüler und Eltern zwar schwierig, aber: »Es ist für alle leichter, jetzt eine Woche länger die Schulen zuzuhaben, als sie aufzumachen und dann irgendwann in einigen Wochen wieder vor Debatten zu stehen.«

Gleichzeitig sicherte Spahn zu, dass im Laufe des Monats alle Pflegeheimbewohner geimpft werden können. »Dieses Ziel können wir im Januar erreichen. Und das wollen und werden wir auch mit den Ländern erreichen.«

Kritik an der Impfstrategie der Regierung wies er erneut zurück. »Es läuft genau so, wie es geplant war«, sagte er. 1,3 Millionen Dosen Impfstoff seien bis Jahresende an die Bundesländer ausgeliefert worden. Es würden genau die Mengen geliefert, die er seit Wochen angekündigt habe, »mit dem Hinweis, dass es am Anfang knapp sein würde und wir deshalb priorisieren müssen«.

Angesichts des langsamen Corona-Impfstarts hatten sich die kritischen Stimmen gegenüber Bundesregierung und EU gemehrt. Im SPIEGEL-Gespräch kritisierte etwa Biontech-Chef Uğur Şahin die europäische Bestellstrategie. »Es gab die Annahme, dass noch viele andere Firmen mit Impfstoffen kommen. Offenbar herrschte der Eindruck: Wir kriegen genug, es wird alles nicht so schlimm, und wir haben das unter Kontrolle.«

»Grobes Versagen« oder »alles in allem gut«?

Die Neurologin Frauke Zipp von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina sprach in der Tageszeitung »Die Welt« gar von einem »groben Versagen der Verantwortlichen«. Sie fragte, warum man nicht im Sommer mehr Impfstoff auf Risiko bestellt habe.

Das Impfen funktioniere »alles in allem auch gut«, es sei in den Pflegeeinrichtungen und Impfzentren gut vorbereitet worden, sagte hingegen Spahn. »Dass es natürlich schöner wäre, mehr Impfstoff zu haben, das steht außer Frage, und genau darum bemühen wir uns.« Die Bundesregierung spreche mit dem Hersteller Biontech und dem Land Hessen darüber, wie man schon im Februar in Marburg eine zusätzliche Produktionsstätte schaffen könne.

Dort hatte Biontech ein Novartis-Werk für die Impfstoffproduktion übernommen. Im Gespräch mit dem SPIEGEL hatte Şahin gesagt: »Unsere neue Produktion in Marburg wird vielleicht schon im Februar, weit früher als geplant, bereit sein und im ersten Halbjahr bis zu 250 Millionen Dosen herstellen können.«

Icon: Der Spiegel

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