Coronavirus: Armin Laschet sieht keine Chancen auf Lockerungen
Icon: vergrößernAufruf zum Maskentragen vor der Dresdner Frauenkirche (Archvibild)
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Eine Woche vor der nächsten Bund-Länder-Runde zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie mehren sich die Stimmen für eine Verlängerung des geltenden Shutdowns.
Auf die Frage, ob er Anlass sehe, Schülern, Eltern oder Geschäftsinhabern Hoffnungen auf ein Ende des Shutdowns ab 10. Januar zu machen, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) der Nachrichtenagentur dpa: »Wir müssen ehrlich und realistisch bleiben. Diese Hoffnung kann niemand seriös wecken.« Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), derzeit Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz der Länder, äußerte sich ähnlich.
Zwar waren die gemeldeten Corona-Neuansteckungen am Dienstag im Vergleich zur Vorwoche rückläufig. Die aktuellen Zahlen bezeichnete Laschet im ARD-»Mittagsmagazin« aber als nicht repräsentativ. Er verwies auf weniger Tests und Meldungen über die Weihnachtstage.
Müller sagte im ZDF-»Morgenmagazin«: »Ich gehe fest davon aus, dass wir weiterhin mit Einschränkungen leben müssen«. Die Zahlen stagnierten auf einem sehr hohen Stand oder gingen bestenfalls leicht zurück.
Bereits am Montag hatte unter anderem Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) gesagt, er rechne damit, dass man die Lage bei den nächsten Beratungen am 5. Januar noch nicht genau beurteilen könne und deswegen den Shutdown noch fortsetzen müsse.
Der verschärfte Shutdown mit strengen Kontaktbeschränkungen, der Schließung der meisten Geschäfte, Schulen und Kitas sowie der schon länger geltenden Schließung von Restaurants, Theatern, Museen und anderen Freizeiteinrichtungen gilt zunächst bis zum 10. Januar.
Hamburg schließt Schulen bis mindestens 17. Januar
Bereits am kommenden Montag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder darüber beraten, wie es künftig an den Schulen weitergeht. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach sich dagegen aus, die Schulen am 11. Januar in vollem Umfang wieder zu öffnen.
Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte dagegen, man solle die Kinder »in jedem Fall wieder« zumindest in Kitas und Grundschulen lassen.
Hamburg wiederum prescht bereits vor: Nach einem Beschluss des Senats vom Dienstag wird die Anwesenheitspflicht in den Hamburger Schulen bis mindestens 17. Januar aufgehoben. Bisher galt die Regel bis zum 10. Januar.
Darüber hinaus geht der Senat davon aus, dass auch in den letzten beiden Januarwochen kein regulärer Präsenzunterricht in allen Klassenstufen stattfinden kann. Die endgültige Entscheidung darüber werde der Senat nach Abstimmung mit den anderen Bundesländern sowie unter Berücksichtigung der Infektionslage im Januar treffen.
Insgesamt werden bei den Beratungen wesentliche Entscheidungskriterien sein, wie viele Neuinfektionen und Sterbefälle vorliegen und wie viele Intensivbetten in den Krankenhäusern belegt sind. Ziel ist es, die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf unter 50 zu drücken. Selbst in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, den Bundesländern mit dem schwächsten Infektionsgeschehen, liegt der Wert momentan trotz abnehmender Tendenz noch fast doppelt so hoch.
Icon: Der Spiegel

