Corona-Zeitenwende: Wie wir leben, arbeiten, wohnen werden
Icon: vergrößernFamilie Thuma in Prasdorf:"Traum vom Leben auf dem Land"
Foto: Philipp Schmidt / DER SPIEGEL
Wer hätte gedacht, dass es sich im Nirgendwo so gut arbeiten lässt: Prasdorf, ein 400-Einwohner-Dorf weit hinter Kiel, 20 Kilometer bis zur Ostsee, kein Bäcker, keine Tankstelle. Schön zum Urlauben, aber zum Leben, wenn der Job anderthalb Stunden entfernt in Hamburg ist? "Landleben war immer unser Traum, aber wir konnten es uns wegen der täglichen Pendelei nicht vorstellen", sagt Sebastian Thuma, 35, Manager bei der Karriereplattform Xing. Dann kam Corona und das erzwungene Homeoffice.
Kurz vor dem Beginn der landesweiten Ausgangsbeschränkungen hatten sich Thuma und seine Frau Viola in ein Ferienhaus in Prasdorf zurückgezogen, weil sie ihrer kleinen Hamburger Stadtwohnung entfliehen wollten. Für ein paar Tage. Sie blieben zwei Monate. Einer von beiden spielte mit dem zweijährigen Sohn im Garten, während der andere auf der Terrasse arbeitete. Im August haben sie das Haus gekauft.
Schon bald wollen die Thumas ganz nach Prasdorf ziehen: "Wir haben es auch Corona zu verdanken, dass unser Traum vom Leben auf dem Land nun wahr wird", sagt Viola Thuma, 37, selbstständige Unternehmensberaterin. "Homeoffice ist die neue Normalität", sagt ihr Mann. Wenn man ohnehin nur zweimal die Woche ins Büro will, lässt sich die lange Autofahrt nach Hamburg ertragen.

