Corona-Warn-App: Viel Aufwand, wenig Nutzen
Icon: vergrößernRessortchef Spahn (M.), Projektpartner bei App-Präsentation in Berlin am 16. Juni:"Ganz zentraler Baustein"
Foto: Clemens Bilan / ACTION PRESS
Nur wenige Meter von der Spree entfernt, vor dem Eingang des Bundespresseamts, prangte an einem Junimorgen ein Banner mit einem überdimensionierten blau-roten C. An diesem Tag konnte der Bundesregierung kein Hinweis zu groß, kein Aufwand zu hoch sein, um auf sich aufmerksam zu machen. Ihr Vorzeigeprojekt bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie war fertig. Endlich. "#Ichappmit", stand auf den Werbeplakaten.
Drinnen drängten gleich fünf Vertreter der Bundesregierung und zwei Vorstände von Telekom und SAP auf die Bühne, daneben stand der Präsident des Robert Koch-Instituts. Sie wirkten wie glückliche Eltern nach einer schwierigen Geburt.
Man habe nun nicht die erste, aber die vielleicht "beste" Corona-App weltweit, sagte der Chef des Kanzleramts, Helge Braun (CDU). Innenminister Horst Seehofer (CSU) lobte die "erstklassigen" Fachleute in den Ministerien. Und der Vorstandschef der Telekom schwärmte, die App sei ein "Rockstar".
Nur Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mühte sich darum, die Erwartungen zu dämpfen. Die App, sagte er, sei "kein Allheilmittel". Es war ein Satz wie ein Fallschirm: Wer die Erwartungen kleinhält, schlägt nicht so hart auf, wenn etwas schiefgeht.

