Corona und Schulen: »Manchmal nervt das alles so sehr«
Icon: vergrößernFederico (l.) beim Posaunenunterricht in Braunschweig: Mit den Widrigkeiten irgendwie klarkommen
Foto: Harald Krieg / DER SPIEGEL
In der Straßenbahn auf dem Weg zur Schule, auf dem Schulhof, in der Klasse während des Unterrichts, auf dem Heimweg, beim Treffen mit einzelnen Freunden: »Die Maske habe ich eigentlich immer auf«, sagt Henri, 11 Jahre alt, »nur beim Essen und Trinken nicht«. Der Sechstklässler besucht eine Gesamtschule in Köln. Die Maske ist für ihn tagsüber längst normal, »nur beim Fangenspielen, wenn wir viel laufen, ist das total anstrengend«. Auf dem Schulhof würden viele den Mund-Nasen-Schutz »ein bisschen runterziehen«, erzählt Henri, manche auch in der Klasse. Immer wieder gebe es deshalb Ermahnungen der Lehrerinnen und Lehrer, »aber oft sehen die das gar nicht«.
So wie für Henri gehört die Maske für Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland inzwischen zum Alltag. Kinder und Jugendliche leben in einem Ausnahmezustand, mit dem sie sich tapfer arrangieren, der aber nervt – und dessen Folgen sich bisher nur erahnen lassen.
Vor Corona waren Henris Nachmittage reserviert, um Freunde zu treffen und Fähigkeiten zu entwickeln, die nichts mit Mathematik oder Deutsch zu tun haben. Davon kann nun keine Rede mehr

