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Corona-Sequenzierung: Wo stecken sich die Menschen eigentlich an?

February 21
01:38 2021
Computergenerierte Darstellung des Coronavirus Sars-CoV-2: Das Netz möglichst weit auswerfen Icon: vergrößern

Computergenerierte Darstellung des Coronavirus Sars-CoV-2: Das Netz möglichst weit auswerfen

Foto: Rebecca Rütten / Rebecca Rütten / King Abdullah University of Science and Technology / ddp images

Das Virus war beim Kampfsport übergesprungen. Im Nachhinein mag das wenig überraschend anmuten. Doch damals im Oktober 2020, als es zur Infektion gekommen war, hatte niemand an das Sportstudio gedacht. Die Seuchenwächter kamen erst darauf, als der Erreger selbst ihnen den Weg dorthin wies.

Entscheidend war ein Hinweis, den Alexander Dilthey in seiner Datenbank fand. Er ist Bioinformatiker an den Universitäten Köln und Düsseldorf, und er hat sich vorgenommen, die Wege zu verfolgen, auf denen Sars-CoV-2 die Stadt Düsseldorf durchläuft. Zu diesem Zweck untersucht er die Abstriche von Infizierten und liest jeweils das Erbgut der darin enthaltenen Viren aus.

Unter den Proben von Anfang Oktober fand Dilthey auch fünf, deren Basenabfolge identisch war. Der Forscher meldete dem Gesundheitsamt seinen Befund und bat darum, auffällige Gemeinsamkeiten zu untersuchen. Die Prüfung förderte einen verdächtigen Kreuzungspunkt zutage: das Kampfsportstudio.

Die Infizierten hatten bei der Routinebefragung durch das Gesundheitsamt zwar auch das Studio als Aufenthaltsort der vorangegangenen Tage angegeben, doch hatten sie dort nicht so viel miteinander zu tun, dass sie sich wechselseitig als Kontaktpersonen genannt hätten. Den Ort der mutmaßlichen Übertragung deckte erst die molekulare Nachforschung auf.

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