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Corona-Reisewarnung verärgert Deutschtürken: “Warum ausgerechnet die Türkei?”

July 06
03:06 2020
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Eheleute Yiǧit: "Wie sollen wir das finanziell schaffen?"

Dominik Butzmann/ DER SPIEGEL

Eigentlich könnte Belma Yiğit bester Laune sein. Die Schneiderei der Deutschtürkin in Berlin-Friedenau läuft gut, ihr jüngster Sohn hat gerade das Abitur bestanden, in diesem Sommer wäre die vierköpfige Familie zum ersten Mal nicht mehr von den Berliner Schulferien abhängig gewesen. Für August hatte die Familie daher bereits vor Monaten die Reise in die Türkei geplant. Mit dem Auto wollten sie bis nach Izmir fahren. Dort, an der ägäischen Küste, haben die Yiğits eine Wohnung.

Doch die Bundesregierung hat ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht: Das Auswärtige Amt hält wegen der Ausbreitung von Covid-19 an seiner Reisewarnung für die Türkei fest. Belma Yiğit steht hinter ihrer Ladentheke, die dunklen Haare hat sie zum Zopf gebunden, um den Hals hängt eine Lesebrille. "Warum denn ausgerechnet die Türkei?", fragt sie. "Andere Länder sind doch noch viel schlimmer dran", fügt ihr Mann Erol hinzu.

So wie den Yiğits geht es vielen der fast drei Millionen in Deutschland lebenden Menschen, die türkischer Abstammung sind. Sie verbringen den Urlaub traditionell im Land ihrer Familien und fühlen sich durch die deutsche Politik schikaniert.

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