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Corona-News-Update am Freitag: RKI meldet 22.924 Neuinfektionen und 553 neue Todesfälle

January 01
10:38 2021
Mit Kreide geschrieben steht »Covid« auf einem Sarg mit einem Verstorbenen im Krematorium Dresden-Tolkewitz Icon: vergrößern

Mit Kreide geschrieben steht »Covid« auf einem Sarg mit einem Verstorbenen im Krematorium Dresden-Tolkewitz

Foto: Sebastian Kahnert / picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Berliner Amtsarzt: Lockdown bis zum Frühjahr nötig

06.00 Uhr: Der Berliner Amtsarzt Patrick Larscheid hält einen Lockdown bis zum Frühjahr für unausweichlich – nicht allein in der Hauptstadt. »Wir haben weiter irre hohe Infektionszahlen«, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. »Nach dem Silvesterwochenende werden wir den Effekt der Weihnachtstage sehen.« Es sei zu vermuten, dass die Mobilität im zweiten Lockdown nicht so stark nachgelassen habe wie beim ersten im Frühjahr.

Larscheid ist Amtsarzt im Berliner Bezirk Reinickendorf und spürt die Folgen der Pandemie jeden Tag. Die Möglichkeit der Impfung sei eine tolle Sache, betonte er. Doch bislang sei unklar, ob die Geimpften das Virus nicht trotzdem weitertragen könnten. »Wir müssen bitte noch ein paar Monate durchhalten«, sagte Larscheid. »Man müsste jetzt einen Appell an die Bevölkerung richten, dass wir uns das alles zumuten müssen.« Diesen Mumm sehe er im Moment zu wenig. »Aber wir haben den ethischen Konsens, dass wir die medizinischen Notwendigkeiten stärker gewichten wollen als die wirtschaftlichen«, betonte er.

Biontech-Chefs Türeci und Şahin: »Deutschland wird genug Impfstoff bekommen«

06.00 Uhr: Das Mainzer Unternehmen Biontech arbeitet nach eigenen Angaben unter Hochdruck am Aufbau neuer Produktionskapazitäten für den Corona-Impfstoff. »Momentan sieht es nicht rosig aus, es entsteht ein Loch, weil weitere zugelassene Impfstoffe fehlen und wir mit unserem Impfstoff diese Lücke füllen müssen«, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin im SPIEGEL. Deutschland werde aber »genug Impfstoff bekommen«.

Der Mangel an Impfstoff hänge auch mit der Einkaufspolitik der EU zusammen, erklärte Sahin. »Es gab die Annahme, dass noch viele andere Firmen mit Impfstoffen kommen. Offenbar herrschte der Eindruck: Wir kriegen genug, es wird alles nicht so schlimm, und wir haben das unter Kontrolle. Mich hat das gewundert«, sagte der Biontech-Chef.

Die Idee der EU und anderer Regierungen, sich einen Korb aus verschiedenen Anbietern zusammenzustellen, sei eigentlich durchaus sinnvoll, erklärte Biontech-Chefmedizinerin Özlem Türeci. »Irgendwann stellte sich aber heraus: Viele können gar nicht zeitig liefern. Dann war es erst mal zu spät, woanders umfänglich nachzuordern.«

  • Lesen Sie hier das SPIEGEL-Gespräch von Steffen Klusmann und Thomas Schulz

Kritik an Impfstrategie der Niederlande – 175.000 Dosen ungenutzt

05.45 Uhr: In den Niederlanden nimmt die Kritik an der Corona-Impfstrategie zu. Obwohl in einem Speziallager im Osten des Landes bereits rund 175.000 Impfdosen der Hersteller Pfizer und Biontech lagern, will das Land erst am 8. Januar als letztes Land in der EU die ersten Menschen impfen und am 18. Januar landesweit starten. Trotz der Kritik will die Regierung den Start der Impfkampagne nicht vorziehen. Das sei aus logistischen Gründen nicht möglich. Der Fahrplan werde vorerst nicht verändert, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag.

Die Verbände der akuten medizinischen Versorgung hatten dringend an den Gesundheitsminister appelliert, bereits am kommenden Montag Pflegepersonal der Krankenhäuser und Intensivstationen gegen Covid-19 zu impfen. Dies könne schnell in den Krankenhäusern geregelt werden.

Krankenhäuser und Intensiv-Stationen können nach eigenen Angaben dem Druck kaum noch standhalten. Die medizinische Versorgung sei angesichts ständig steigender Patientenzahlen und großer Personalengpässe kaum noch zu bewältigen. In mehreren Kliniken des Landes wurden bereits Spezialisten der Armee eingesetzt.

Zuletzt waren am Donnerstag knapp 10 000 Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet worden. Zum Vergleich: In Deutschland mit rund fünfmal so vielen Einwohnern sind zuletzt rund 23.000 Neuinfektionen in 24 Stunden registriert worden.

Merz fordert schnelle Öffnung von Schulen

04.01 Uhr: Vor der Corona-Beratung der Regierungschefs von Bund und Ländern am 5. Januar hat der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, vor erneuten, längeren Schulschließungen gewarnt. Schulen müssten »so schnell wie möglich wieder geöffnet werden«, sagte Merz den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Von der Runde der Regierungschefs wünsche er sich ein möglichst einheitliches Vorgehen.

Mit seiner Forderung stellte Merz sich hinter den umstrittenen Vorstoß der baden-württembergischen Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Diese habe »den Mut, etwas Richtiges zu sagen«.

Am meisten belaste ihn »nicht der ökonomische Schaden durch den Lockdown, sondern der massive Schaden in der Bildung unserer Kinder durch die geschlossenen Schulen. Darunter leiden vor allem die Kinder aus sozial schwachen und bildungsfernen Familien.« Es handele sich dabei um »die größte Herausforderung in und nach der Pandemie«.

Söder bremst Hoffnungen auf schnelles Ende des Lockdowns

04.00 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Hoffnungen auf ein schnelles Ende des Lockdowns oder umfassende Lockerungen gebremst. »Wir müssen jetzt einfach die Zahlen nachhaltig senken. Daher bin ich sehr skeptisch, schon ab 10. Januar wieder Öffnungen in Aussicht zu stellen«, sagte Söder wenige Tage vor den erneuten Bund-Länder-Beratungen der Deutschen Presse-Agentur.

Söder forderte einen weiterhin entschlossenen Kampf von Bund und Ländern gegen das Virus. »Wir wissen nicht, ob wir im Frühjahr Dank oder Quittung dafür bekommen. Aber wenn wir aus Ängstlichkeit nicht entscheiden würden, dann hätten wir unseren Auftrag verfehlt«, sagte er. »Es kommt jetzt nicht darauf an, die bequemste Lösung zu finden, sondern die wirkungsvollste.«

Bauern bereiten Erntehelfereinsatz vor

03.00 Uhr: Die Bauern in Deutschland bereiten sich schon jetzt auf einen Start der Anbausaison und die Beschäftigung von Erntehelfern unter besonderen Corona-Bedingungen vor. Im Jahr 2020 seien bundesweit rund 30 000 Erntehelfer aus Osteuropa teils extra eingeflogen worden, sagte der Präsident des Bayerischen und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, Walter Heidl. Im neuen Jahr 2021 werden wieder mindestens genauso viele Helfer benötigt. »Ich gehe wieder von einem vergleichbaren Prozedere aus.«

In normalen Jahren waren bundesweit zehnmal so viele Erntehelfer beschäftigt gewesen, allein in Bayern waren es weit mehr als 30 000. Sollte es wegen der anhaltenden Corona-Krise nicht möglich sein, genügend Arbeitskräfte aus dem Ausland zu beschäftigen, könnten Ernten verderben oder manche Pflanzen auf den Feldern oder in den Glashäusern gar nicht erst gepflanzt werden, warnte Heidl.

Mehr als 550 Corona-Impfdosen zerstört – Festnahme in den USA

02.23 Uhr: Ein ehemaliger Mitarbeiter einer Krankenhausapotheke im US-Bundesstaat Wisconsin ist festgenommen worden, weil er rund 570 Dosen eines Coronavirus-Impfstoffes ruiniert haben soll. Erste Ermittlungen hätten ergeben, dass der Verdächtige den Impfstoff vorsätzlich aus der Kühlung genommen und über Nacht stehen gelassen habe, erklärte die Polizei in Grafton am Donnerstag. Der Mann habe zugegeben, dass er gewusst habe, dass die Impfdosen damit unbrauchbar wurden.

Der Vorfall ereignete sich laut Polizei bereits am 26. Dezember. Von dem unwirksamen Impfstoff seien noch 57 Dosen verabreicht worden, was nach Angaben des Krankenhauses aber keine direkte Gefahr für die Betroffenen bedeute. Das Motiv für die Tat war zunächst unklar.

Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen in Stuttgart aufgelöst

02.13 Uhr: Zum Jahresende haben Menschen in Stuttgart gegen die Corona-Politik der Bundesregierung und der Landesregierung Baden-Württembergs demonstriert. Dabei kam es wiederholt zu Verstößen gegen die Auflagen. Insgesamt fanden über den Donnerstagabend verteilt fünf Demonstrationen statt, wie die Polizei mitteilte. Wie viele Menschen insgesamt daran teilnahmen, war zunächst unklar. Bei den Protesten ging es unter anderem um ein »ein Silvester ohne Corona-Maßnahmen« und »die sterbende Gastronomie«.

Die Beamten kontrollierten einer Polizeisprecherin zufolge Versammlungsteilnehmer, die behaupteten, ein ärztliches Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht zu haben. Größere Vorkommnisse habe es aber nicht gegeben.

Republikanischer Kandidat vor Senats-Stichwahl in Georgia in Quarantäne

01.48 Uhr: Wenige Tage vor den Stichwahlen um zwei entscheidende Senatsmandate im US-Bundesstaat Georgia hat sich einer der Kandidaten in Quarantäne begeben. Der republikanische Senator David Perdue hatte Kontakt zu einem Corona-Infizierten, wie sein Wahlkampfteam am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Zwar seien Perdue und seine Frau negativ auf das neuartige Coronavirus getestet worden, dennoch seien die beiden nun in Quarantäne.

Die Stichwahlen entscheiden über die künftige Mehrheit im US-Senat. Sie sind von großer Bedeutung, weil von der künftigen Senatsmehrheit abhängt, inwieweit der künftige US-Präsident Joe Biden seine Reformagenda umsetzen kann.

Nach jetzigem Stand haben die Republikaner des abgewählten Präsidenten Donald Trump in der Kongresskammer mit 100 Senatoren 50 Sitze sicher, Bidens Demokraten 48. Die Republikaner müssen also nur eine der Stichwahlen in Georgia gewinnen, um auch künftig die Mehrheit im Senat zu stellen.

Icon: Der Spiegel

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