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Corona-News am Sonntag: Corona-Impfungen starten in Deutschland

December 27
13:04 2020
Die 101-jährige Gertrud Haase (M) wird im Pflegeheim Agaplesion Bethanien Sophienhaus gegen das Coronavirus geimpft Icon: vergrößern

Die 101-jährige Gertrud Haase (M) wird im Pflegeheim Agaplesion Bethanien Sophienhaus gegen das Coronavirus geimpft

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Kay Nietfeld / dpa

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Erste Spanierin erhält Corona-Impfstoff

09.46 Uhr: Als erster Mensch in Spanien ist die 96-jährige Bewohnerin eines Seniorenheims in Guadalajara gegen Covid-19 geimpft worden. Sie habe »nichts« gespürt, als ihr die Injektion verabreicht worden sei, sagte Araceli Hosario Hildalgo Sánchez im nationalen Fernsehen. Nach ihr erhielt die Pflegerin Monica Tapias den Impfstoff der Unternehmen Biontech und Pfizer.

Für den Start der Impfkampagne in Spanien ausgewählt worden war das Seniorenheim in Guadalajara wegen seiner Nähe zu dem spanischen Pfizer-Standort, an dem am Samstag die ersten Dosen des Vakzins eingetroffen waren. In dem Heim hat es bisher zudem keine Corona-Infektionsfälle gegeben.

Russland meldet 28.284 Neuinfektionen

09.45 Uhr: In Russland wurden binnen eines Tages 28.284 Neuinfektionen registriert. Wie die russische Behörde mitteilte, steigt die Gesamtzahl der Infizierten damit auf 3.050.248. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 552 auf nun 54.778.

Söder: Warten auf Corona-Impfstoff gefährdet Teilnahmebereitschaft

09.17 Uhr: Kurz vor dem bundesweiten Start der Corona-Impfungen am Sonntag hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vor negativen Folgen durch Lieferengpässen gewarnt. »Endloses Warten reduziert auch die Bereitschaft der Bevölkerung, sich impfen zu lassen«, sagte der CSU-Chef der Deutschen Presse-Agentur. Leider sei noch nicht genügend Impfstoff vorhanden. »Die Bestellungen des Bundes reichen wohl, aber die Produktion dauert. Daher ist es wichtig, alle Kapazitäten zur Herstellung des Impfstoffes zu erhöhen.«

Söder betonte, dass er ansonsten keine größeren Probleme erwarte. »Die Impflogistik steht, es braucht nur noch den Impfstoff. Der Bund beliefert die Länder und dann wird alles verimpft.« Alle Seuchen hätten am Ende nur wirksam durch Impfungen bekämpft werden können. »Dazu müssen wir die Impfbereitschaft der Menschen noch deutlich erhöhen. Denn eine Impfpflicht wird es nicht geben.«

Horst Seehofer gegen Sonderrechte für Geimpfte

09.11 Uhr: Wer gegen Corona geimpft ist, sollte aus Sicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer keine Sonderrechte bekommen. »Eine Unterscheidung zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften kommt einer Impfpflicht gleich. Ich bin aber gegen einen Impfzwang«, sagte der CSU-Politiker der »Bild am Sonntag«. »Wir alle stecken in dieser Krise. Und wir sollten uns gemeinsam und solidarisch herauskämpfen.«

Auch Sonderrechte privater Unternehmen wie von Fluglinien oder Konzertveranstaltern für Geimpfte lehnt Seehofer ab. »Ich kann davor nur warnen«, sagte er dem Blatt. Dies spalte die Gesellschaft. »Des einen Privileg ist die Benachteiligung des anderen.«

Erste Corona-Impfungen in Italien verabreicht

09.03 Uhr: In Italien sind zum Start der Impfkampagne gegen das Coronavirus die ersten Menschen geimpft worden. Wie auf Bildern des Gesundheitsministerium zu sehen war, wurden am Sonntagmorgen mehreren Männern und Frauen die Spritzen verabreicht. Von Rom aus lieferte das Militär noch in der Nacht zu Sonntag erste Pakete mit Corona-Impfstoffen im gesamten Land aus.

»Dieses Datum wird uns für immer in Erinnerung bleiben«, schrieb Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte. Italien beginne mit den Impfungen beim Gesundheitspersonal und den am stärksten gefährdeten Gruppen und erweitere dann nach und nach die Möglichkeit, sich impfen zu lassen, auf die gesamte Bevölkerung, erklärte Conte.

Tschechiens Regierungschef live im TV geimpft

08.43 Uhr: Der tschechische Ministerpräsident Babis hat sich vor laufenden Fernsehkameras gegen das Coronavirus impfen lassen. Er besuchte am Sonntagmorgen das Zentrale Militärkrankenhaus in Prag und gab damit den Startschuss für das Impfprogramm in seinem Land. Es gehe ihm gut, sagte der 66-Jährige anschließend im öffentlich-rechtlichen Sender CT. »Ich spüre noch nichts.« Neben Babis wurde auch die 95 Jahre alte Weltkriegsveteranin Emilie Repikova geimpft. »Es hat ein klein wenig gepikst, das war alles«, sagte die Seniorin.

Babis hatte zuvor auf einer Pressekonferenz gesagt, er wolle mit gutem Beispiel vorangehen. Er warnte vor Fake-News-Seiten im Internet. »Die Leute müssen keine Angst haben«, sagte der Multimilliardär und Gründer der populistischen Partei ANO. Die Europäische Kommission hatte den 27. Dezember zum gemeinsamen europaweiten »V-Day« (Vaccine Day, Impftag) erklärt.

Großbritannien plant mit Oxford/AstraZeneca-Impfstoff ab 4. Januar

08.03 Uhr: Vom 4. Januar an soll in Großbritannien einem Zeitungsbericht zufolge ein weiterer Impfstoff zum Einsatz kommen. Dann solle auch mit dem von der Universität Oxford und dem britischen Pharmakonzern AstraZeneca entwickelten Vakzin geimpft werden, berichtete der »Sunday Telegraph« unter Berufung auf Pläne der Regierung. Grünes Licht von den Behörden für den Impfstoff werde für die kommenden Tage erwartet.

Die Regierung hoffe, dass in den nächsten zwei Wochen zwei Millionen Menschen die erste Dosis entweder des Mittels von Oxford/AstraZeneca oder von Biontech/Pfizer erhalten könnten. Das britische Gesundheitsministerium sagte zu dem Bericht am Sonntag, der Arzneimittelbehörde MHRA müsse Zeit gegeben werden, um den Oxford/AstraZeneca-Impfstoff zu prüfen.

Dieser beruht auf einer eher herkömmlichen Herstellungsweise und ist ein sogenannter Vektorimpfstoff, der auf Adenoviren von Affen basiert. Eine Zwischenanalyse ergab, dass er eine Wirksamkeit von 90 Prozent zeigt, wenn zunächst eine halbe Dosis verabreicht wurde, gefolgt von einer vollen Dosis mindestens einen Monat später. Im Durchschnitt lag die Wirksamkeit bei 70 Prozent. Das Unternehmen erwägt eine neue weltweite Studie zur Wirksamkeit, um zu bestätigen, dass die niedrigere Dosis offenbar zu einem besseren Ergebnis führt. Der Zulassungsprozess könnte sich dadurch verzögern. Großbritannien prüft gleichwohl eine Genehmigung.

Lufthansa-Chef: Langstrecke nur mit Test oder Impfung

07.58 Uhr: Wer etwa in die USA fliegen will, muss künftig einen negativen Corona-Test oder einen Impfnachweis vorweisen. Davon geht Lufthansa-Chef Carsten Spohr einem Bericht zufolge aus. Eine Impfpflicht will er nicht.

Corona wirft 130 Millionen Menschen in Hunger und Armut zurück

07.54 Uhr: Bundesentwicklungsminister Gerd Müller weist auf das große Leid vieler Menschen weltweit hin und ruft die Menschen im reichen Deutschland zu Spenden auf. In Zeiten von Corona sei die Hilfe besonders wichtig, sagte der CSU-Politiker dem »Tagesspiegel«. Durch die Folgen der Pandemie würden 130 Millionen Menschen in Hunger und extreme Armut zurückgeworfen. »Täglich verhungern 15 000 Kinder auf der Welt«, sagte Müller und fügte hinzu: »Wir können das verhindern.«

Kirchliche und andere humanitäre Organisationen täten sich aber gerade schwer, Spenden zu bekommen, weil Gottesdienste oder Veranstaltungen nicht stattfinden können. »Umso wichtiger ist deshalb, dass die Menschen selbst die Initiative ergreifen und spenden.« Schätzungen der Uno zufolge gibt es 690 Millionen Hungernde auf der Welt.

In den USA infizierten sich 213.824 Menschen innerhalb eines Tages

06.27 Uhr: In den USA ist die Zahl der neu mit dem Corona-Virus infizierten Personen binnen 24 Stunden um mindestens 213.824 auf 18,91 Millionen gestiegen. Wie aus einer Erhebung der Nachrichtenagentur Reuters auf Basis offizieller Daten hervorgeht, starben an oder mit dem Virus mindestens 1618 Menschen.

Die Gesamtzahl der Todesfälle erhöht sich damit auf 331.929. Die USA weisen in der Pandemie weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

RKI meldet 13.755 Neuinfektionen

05.30 Uhr: Am zweiten Weihnachtstag haben die deutschen Gesundheitsämter insgesamt 13.755 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden binnen 24 Stunden 356 weitere Todesfälle verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen bekanntgab.

Diese Zahlen sind aber nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar, da das RKI während der Feiertage mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete. Vor genau einer Woche waren 22.771 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet worden. Bei den Todesfällen war der Höchststand von 952 am Mittwoch vergangener Woche registriert worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Sonntagmorgen bei 161,3. Ihr bisheriger Höchststand war am Dienstag mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Sonntag Sachsen mit 375,8 und Thüringen mit 290,2, den niedrigsten Wert hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 77,5.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Samstag bei 0,89 (Donnerstag: 0,97). Am Freitag gab es wegen des Feiertags keinen Situationsbericht. Dieser R-Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 89 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

4974 Neuinfektionen in Mexiko

04.20 Uhr: Das mexikanische Gesundheitsministerium meldet 4974 Neuinfektionen und 189 weitere Todesfälle. Insgesamt haben sich damit in dem Land bisher 1,38 Millionen Menschen angesteckt, 122.026 sind gestorben.

Bundesfinanzminister verteidigt Ende der Mehrwertsteuer-Senkung

03.50 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat das Ende der befristeten Senkung der Mehrwertsteuer verteidigt. »Die Senkung der Mehrwertsteuer haben wir im Sommer bewusst befristet, damit die Verbraucherinnen und Verbraucher größere Anschaffungen nicht wegen der Pandemie aufschieben«, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Das neue Jahr beginne aber mit einer Steuersenkung, da der Soli für 90 Prozent der Steuerzahler abgeschafft werde. Weitere 6,5 Prozent zahlten weniger. Zudem gebe es mehr Kindergeld und höhere Kindefreibeträge.

Europol warnt vor gefälschten Impfstoffen

02.15 Uhr: Die europäische Polizeibehörde Europol warnt vor gefälschten Impfstoffen und anderen Straftaten im Zusammenhang mit Vakzinen gegen das Coronavirus. »Wir haben den Mitgliedstaaten bereits eine Warnmeldung übermittelt und sie aufgerufen, sehr wachsam zu sein«, sagte Europol-Direktorin Catherine De Bolle den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

So werde von Kriminellen Impfstoff angeboten, der nach Bezahlung gar nicht geliefert werde. »Oder die Täter bieten gefälschten Impfstoff an – wenn man Opfer eines solchen Betrugs wird, kann das natürlich ernste gesundheitliche Folgen haben.« Zudem warnte sie vor möglichen Diebstählen.

Argentinien plant Impfbeginn am Dienstag

01.44 Uhr: Argentinien will ab Dienstag mit Impfungen gegen das Coronavirus beginnen. Hierfür wird nach Angaben der Regierung der russische Impfstoff Sputnik V genutzt, der eine Notfallgenehmigung der Behörden bekommen hatte. Argentinien ist nach Russland und Belarus das dritte Land, das das Vakzin genehmigt hat. Rund 300.000 Dosen des Mittels waren am Donnerstag in Argentinien angekommen. Das südamerikanische Land hat außerdem den Impfstoff von Biontech und Pfizer zugelassen.

Brasilien meldet 17.246 Neuinfektionen

01.13 Uhr: Das brasilianische Gesundheitsministerium meldet 17.246 neue Corona-Infektionen und 307 weitere Todesfälle. Damit sind im größten Land Lateinamerikas bisher insgesamt 190.795 Menschen gestorben, 7,5 Millionen haben sich mit dem Coronavirus angesteckt.

Spahn zeigt sich irritiert über vorzeitigen Impfbeginn

00.11 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigt sich überrascht von den bereits am Samstag gestarteten Impfungen in Halberstadt in Sachsen-Anhalt. Der Minister freue sich für die erste Corona-Geimpfte in Deutschland, sagte sein Sprecher der »Bild am Sonntag«. »Allerdings hatten wir mit allen Partnerländern der EU und mit den 16 Bundesländern vereinbart, am Samstag an alle auszuliefern und ab Sonntag gemeinsam mit den Impfungen zu beginnen.«

In einem Altenheim in Halberstadt waren am Samstag laut Medienberichten Bewohner und Personal geimpft worden. Offiziell beginnen die Impfungen in vielen EU-Ländern am Sonntag. Ungarn und die Slowakei waren am Samstag vorgeprescht und hatten bereits mit der Immunisierung begonnen.

Neue Corona-Variante auch in kanadischer Provinz Ontario

23.11 Uhr: In der kanadischen Provinz Ontario sind zwei Fälle mit der in Großbritannien entdeckten Coronavirus-Variante gemeldet worden. Ein Paar aus dem Süden der Provinz sei mit der Mutation infiziert, teilten die Behörden mit. Beide Personen seien zuletzt soweit bekannt nicht gereist oder hätten einen Risikokontakt gehabt.

WHO: Pandemie wird nicht die letzte sein

22.27 Uhr: Die aktuelle Coronakrise wird nach den Worten von WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus nicht die letzte Pandemie sein. Alle Versuche, die Gesundheitssituation in der Welt zu verbessern seien zum Scheitern verurteilt, solange der Mensch nicht wirksam gegen den Klimawandel und für den Tierschutz eintrete, warnte der Chef der Weltgesundheitsorganisation.

Es sei »gefährlich kurzsichtig«, lediglich Geld im Einsatz gegen aktuelle Krankheits-Ausbrüche auszugeben anstatt sich auf künftige Gefahren vorzubereiten, sagte Tedros in einer Videobotschaft zum ersten Internationalen Tag der Epidemie-Vorsorge.

Die Menschheit müsse die Lehren aus der Corona-Pandemie ziehen, forderte der WHO-Chef. Allzu lange habe die Welt lediglich in einem »Kreislauf von Panik und Nachlässigkeit« gehandelt. »Wir werfen Geld in einen Ausbruch, und wenn er vorüber ist, vergessen wir ihn und tun nichts, um den nächsten zu verhindern. Das ist gefährlich kurzsichtig, und ehrlich gesagt schwer zu verstehen«. Die Geschichte lehre, »dass dies nicht die letzte Pandemie sein wird und dass Epidemien eine gegebene Tatsache sind«.

Die Pandemie habe ein Schlaglicht auf die enge Verknüpfung der Gesundheit von Menschen, Tieren und des Planeten geworfen, sagte Tedros. Die gesundheitliche Lage der Menschheit könne nur verbessert werden, wenn die existenzielle Bedrohung durch den Klimawandel bekämpft werde, der die Erde weniger bewohnbar mache.

Icon: Der Spiegel

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