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Corona-News am Mittwoch: Polizei löst mutmaßlich illegale Firmenfeier im Saarland auf

December 23
14:17 2020
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Foto: Jens Wolf/ dpa

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Schweiz startet Corona-Impfungen

12.05 Uhr: In der Schweiz ist mit den Impfungen zu Schutz vor dem Coronavirus begonnen worden. Am Mittwoch erhielt eine über 90 Jahre alte Bewohnerin eines Pflegeheims im Kanton Luzern als eine der Ersten die vom deutschen Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer entwickelten Vakzine verabreicht. In der Alpenrepublik sollen in einem ersten Schritt besonders gefährdete Personen ab 75 Jahren und mit chronischen Erkrankungen geimpft werden.

Die Schweizer Regulierungsbehörde Swissmedic hatte den Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer am vergangenen Samstag zugelassen. Die ersten knapp 110.000 Impfdosen waren am Dienstag angeliefert worden. Die Armee ist für die Verteilung der Bestände im ganzen Land zuständig.

Am Sonntag soll der Impfstoff von Biontech und Pfizer am Sonntag erstmals verabreicht werden, zunächst an die Bevölkerungsgruppe mit »sehr hoher Priorität«. Darunterfallen etwa Senioren über 80 Jahren und die rund eine Million Menschen, die in Pflegeheimen leben. Auch Menschen in manchen Gesundheitsberufen werden den Impfstoff bevorzugt erhalten.

Inzidenzwert in Sachsen sinkt, mehr Infektionen in Tschechien gemeldet

11.55 Uhr: In Sachsen geht die Zahl der Neuinfektionen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) im Vergleich zur Vorwoche zurück – der Freistaat bleibt aber gemessen an der Inzidenzzahl der Corona-Hotspot in Deutschland. Das RKI meldete am Mittwoch 2728 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Vergangenen Mittwoch (16. Dezember) waren 5603 Neuinfektionen verzeichnet worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) sank damit in Sachsen auf 414, am Vortag betrug sie 426,8. Noch immer weist das Bundesland damit den höchsten Wert auf, bundesweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 195.

In Tschechien, das an Sachsen angrenzt, wurden indes wieder mehr Ansteckungen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Behörden meldeten 10.821 bestätigte Fälle binnen 24 Stunden. Erstmals seit dem 6. November wurden damit wieder mehr als 10.000 positive Tests innerhalb eines Tages gemeldet.

Nach Angaben der US-amerikanischen Johns Hopkins Universität wurden in dem Land seit Beginn der Pandemie fast 650.000 Corona-Infektionen gemeldet, gemessen an der Einwohnerzahl von rund 10,6 Millionen Menschen in Tschechien, ist die Zahl deutlich höher als in Deutschland.

Zypern schickt Einreisende aus Großbritannien über Weihnachten in Quarantäne

11.40 Uhr: Reisende, die aus Großbritannien nach Zypern fliegen, werden Weihnachten in einem Quarantänehotel verbringen müssen. Knapp 200 Menschen, die am Dienstag angekommen waren, wurden bereits in eigens zu diesem Zweck gemietete Hotels gebracht. Sie müssen die kommenden sieben Tage in ihren Zimmern bleiben, wie der staatliche zyprische Rundfunk (RIK) am Mittwoch weiter berichtete.

Traditionell verbringen Tausende Briten ihren Weihnachtsurlaub auf der drittgrößten Mittelmeerinsel, die bis 1960 britische Kolonie war. Viele besitzen Ferienhäuser dort. Zypern hatte angesichts der Verbreitung einer veränderten und womöglich deutlich ansteckenderen Variante des Coronavirus in Großbritannien kein allgemeines Einreiseverbot gegen das Land verhängt, dafür aber scharfe Kontrollen eingeführt.

Wer aus dem Vereinigten Königreich ankommt, muss einen Corona-Schnelltest machen. Ist er negativ, folgt eine siebentägige Quarantäne. Danach muss ein neuer Test gemacht werden. Erst wenn er auch dieser negativ ausfällt, darf man wieder das Quarantänehotel verlassen. Die Kosten dieser Tests und die Unterbringung in den Quarantänehotels übernimmt der zyprische Staat. Diese Maßnahmen gelten zunächst bis zum 5. Januar 2021.

Spahn hofft bis Sommer auf Impfstoff für alle Bürger

11.08 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, bis zum Sommer allen Bürgern in Deutschland ein »Impfangebot« machen zu können – sofern die Impfstoffe, die sich in der Endphase der Studien befinden, auch eine Zulassung erhalten. Das sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im ARD-»Morgenmagazin«. Er rechne bis Ende März mit elf bis zwölf Millionen Impfdosen.

Spahn sagte, es sei von Anfang an klar gewesen, dass der Impfstoff »zu Beginn knapp sein würde«. Deshalb werde es weiterhin nötig sein, bei dem zeitlichen Ablauf nach Gruppen zu priorisieren. Bis Ende dieses Jahres könne der Bund 1,3 Millionen Dosen des Herstellers Biontech an die Bundesländer ausliefern lassen. »Diese Dosen werden schon einen großen Unterschied machen können für viele Pflegeeinrichtungen«, sagte Spahn.

Der Minister appellierte an die Bevölkerung, Kontakte so weit wie möglich zu vermeiden, da die Situation in den Kliniken angespannt sei. »Da ist gerade Hochlast. Eine sehr belastete Situation. Viele reden gerade darüber, wie sie Weihnachten feiern. Die Pflegekräfte werden gar nicht viel zum Feiern kommen. Sie werden arbeiten müssen.« Die Bürger entschieden mit ihrem Verhalten jetzt darüber, »wie es anschließend auf den Intensivstationen weitergeht«.

Schweiz verschickt SMS-Quarantäneaufruf an Rückkehrer aus Großbritannien und Südafrika

10.45 Uhr: Kürzlich in der Schweiz eingereiste Menschen aus Großbritannien und Südafrika haben am Mittwoch per SMS Bescheid über ihre Quarantänepflicht bekommen. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Buße von bis zu 10.000 Franken (9250 Euro) rechnen, teilte das Innenministerium in Bern mit. Wegen der nachgewiesenen neuen Coronavirus-Varianten in den beiden Ländern müssen seit dem 14. Dezember Eingereiste ab Ankunftstag zehn Tage Quarantäne absolvieren.

Aus Großbritannien sind Passagiere von insgesamt 92 Flügen betroffen, schätzungsweise etwa 10.000 Personen. Darunter sind nach Schätzungen allein 3500 Touristen, die erst am vergangenen Wochenende in Genf gelandet und überwiegend zum Skiurlaub in die Schweiz gereist waren. Die Angeschriebenen seien aufgefordert worden, ihre Hotelzimmer oder Ferienwohnungen nicht zu verlassen und alle Kontakte zu vermeiden.

Weil befürchtet wird, dass sich die Virusmutation möglicherweise noch schneller verbreitet als die bislang bekannten Varianten, hatten zahlreiche Staaten am Sonntagabend Einreisen aus Großbritannien und Südafrika untersagt.

In der Schweiz hatten die Behörden sich von den Fluggesellschaften die Passagierlisten besorgt. Ohnehin müssen alle Einreisenden bei der Ankunft ihre Schweizer Adressen und Kontaktdaten angeben.

Heil bittet »um Verständnis und Verzeihung« für Corona-Einschränkungen

10.35 Uhr: Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat sich bei den Menschen entschuldigt, die die Corona-Pandemie wirtschaftlich hart getroffen hat. Die Situation in diesem Jahr sei für viele Menschen eine »Rieseneinschränkung« gewesen, er bitte alle Betroffenen »um Verständnis und Verzeihung«, sagte Heil im ARD-»Morgenmagazin«. 2020 sei ein Jahr gewesen, »das sehr fordernd war für so viele Menschen, die den Laden am Laufen gehalten haben«.

Die Situation derjenigen, »die jetzt alleine sind«, bedrücke ihn, sagte der Minister. »Vereinsamung ist brutal, gerade für ältere Menschen«, sagte Heil. Gleichzeitig betonte er, dass es richtig gewesen sei, den Menschen in der Krise umfassende finanzielle Hilfen zur Verfügung zu stellen. In einer Zeit, in der sich Menschen Sorgen um ihre Gesundheit machten, müsse es »Ziel eines Sozialstaats sein, zu versuchen, wo immer es geht andere Sorgen, wirtschaftliche und soziale Sorgen, Menschen von den Schultern zu nehmen«, sagte Heil.

Als Versäumnis räumte er ein, dass es früher Schutzkleidung für Menschen in der Pflege hätte geben müssen. Zuvor hatte auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in einem Interview mit der »Zeit« erklärt, die Bundesregierung hätte »früher beginnen sollen, Masken zu besorgen«.

Paul-Ehrlich-Institut hat keine Hinweise auf geringere Impfstoff-Wirksamkeit gegen Corona-Mutation

10.20 Uhr: Das Paul-Ehrlich-Institut sieht derzeit keinen direkten Hinweis darauf, dass die Wirksamkeit der bisherigen Corona-Impfstoffe gegenüber der in Großbritannien verbreiteten Virusvariante beeinträchtigt sein könnte. Die für den Immunschutz relevanten Erkennungsstellen des sogenannten Spike-Proteins seien von der Virusmutation wenig betroffen, teilte das bundeseigene Institut mit. Die schützende Immunantwort richte sich gegen mehrere Bereiche dieses S-Proteins.

Die im Fokus stehende Virusvariante unterscheidet sich insbesondere durch eine Mutation mit dem Namen N501Y an diesem Spike-Protein von Sars-CoV-2. Mit dieser stachelartigen Struktur an seiner Oberfläche heftet sich das Virus an menschliche Zellen, um dann in sie einzudringen. Die Mutation macht das Virus womöglich ansteckender.

Das Paul-Ehrlich-Institut werde untersuchen, ob der durch Impfung erzeugte Immunschutz auch die neue Virusvariante neutralisieren könne. »Für die entsprechenden Experimente werden zwei bis drei Wochen benötigt«, teilte das für die Impfstoffzulassung in Deutschland zuständige Institut mit. Es wies zudem darauf hin, dass eine zügige Umstellung auf neue Virusvarianten möglich sei.

Die Impfungen mit der Corona-Vakzine des Mainzer Unternehmens Biontech sollen in Deutschland und dem Rest der EU am 27. Dezember beginnen. Derzeit sorgt in Europa eine Variante des neuartigen Coronavirus für Besorgnis, das sich in London und Südengland ausgebreitet hat und nach Angaben der britischen Regierung bis zu 70 Prozent ansteckender ist.

Bedford-Strohm gegen generelle Absage von Gottesdiensten

10.00 Uhr: Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, ist gegen eine von einzelnen Ärztevertretern und Politikern geforderte deutschlandweite Absage der Weihnachtsgottesdiensten. »Nein, keine generelle Absageempfehlung«, sagte der bayerische Landesbischof im Bayerischen Rundfunk. »Das muss jetzt vor Ort entschieden werden.« Ihm sei bewusst, dass das für die Gemeinden eine schwere Entscheidung sei.

Im Südwestrundfunk (SWR) verwies Bedford-Strohm auf die Erfahrungen der vergangenen Monate und die Schutzkonzepte. »Für Weihnachten heißt es, dass nur sehr wenige Leute in die Kirchen können, mit großen Abständen, mit Gesichtsmasken, es wird nicht gesungen.« Es werde in den Kirchen sehr genau darauf geachtet, dass keine Risiken entstünden.

Die Inzidenzwerte seien regional unterschiedlich. Deshalb setze er darauf, dass die Gemeinden »sehr klug mit dieser eigenen Verantwortung umgehen.« Die meisten Gläubigen würden in diesem Jahr über digitale Formate, über Fernsehgottesdienste und Hausandachten feiern. Er empfehle, diese Angebote anzunehmen, sagte der EKD-Vorsitzende.

Olympische Spiele in Tokio sollen »zurückhaltender« eröffnet und beendet werden

9.53 Uhr: Die Organisatoren der wegen der Corona-Pandemie verlegten Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio setzen auf weniger Pomp. Am Mittwoch wurde ein neuer Kreativdirektor vorgestellt, der die Eröffnungs- und Schlusszeremonien im nächsten Sommer »einfacher und zurückhaltender« gestalten soll.

»Es ist angemessen, die zeremoniellen Ereignisse und Programme einfacher zu gestalten und sie in gewisser Weise die Erfahrungen der Welt mit der Corona-Pandemie widerspiegeln zu lassen«, hieß es in der Erklärung der Organisatoren. Hintergrund dürften indes auch finanzielle Gründe sein, allein die Mehrkosten der Verschiebung werden auf 2,29 Milliarden Euro beziffert.

Mit der Planung der Zeremonie beauftragt ist der Werbefachmann Hiroshi Sasaki, der bereits die Übergabefeierlichkeiten der Spiele von Rio de Janeiro 2016 nach Tokio mitgestaltet hatte. Sasaki ersetzt ein siebenköpfiges Kreativteam.

Sasaki sagte, schrille und extravagante Zeremonien seien einst bestaunt worden, in der heutigen Zeit würden sie aber womöglich »als zu viel empfunden. Wir müssen diese Zeit als Chance betrachten, uns zu ändern – wegen Covid-19, oder eher dank Covid-19«. Die japanische Öffentlichkeit ist weiterhin gegen die Austragung der Spiele im kommenden Sommer, eine Mehrheit befürwortet eine weitere Verschiebung oder gar eine Absage.

Pandemie schlägt laut Umfrage nicht aufs Weihnachtsbudget durch

9.42 Uhr: Trotz der Einschränkungen rund um die Corona-Pandemie müssen die meisten Bürgerinnen und Bürger den finanziellen Gürtel zu Weihnachten offenbar nicht enger schnallen. Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf eine Studie des Instituts YouGov und der Finanzberatung SwissLife berichtet, steht 80 Prozent der Deutschen für das Fest genauso viel oder mehr Budget als sonst zur Verfügung.

Demnach steht bei 42 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen Bargeld ganz oben auf dem Wunschzettel – um selbst entscheiden zu können, was davon gekauft wird. Doch nur 18 Prozent der Eltern wollen diesem Wunsch auch nachkommen. Stattdessen legen 43 Prozent der Befragten lieber Kleidung, Schuhe oder Rucksäcke unter den Baum. Für die Erhebung waren 467 Eltern und 467 Kinder im Alter von acht bis 17 Jahren online befragt worden.

Schottlands Regierungschefin Sturgeon entschuldigt sich für Regelverstoß

9.24 Uhr: Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat für einen Verstoß gegen die Corona-Regeln um Entschuldigung gebeten. Sie hatte sich am Rande einer Beerdigung in Edinburgh zwar mit Abstand, aber ohne Mund-Nasen-Schutz mit drei Frauen unterhalten. In Schottland ist das Tragen einer Maske in Gaststätten vorgeschrieben, außer am Sitzplatz.

»Das war ein dummer Fehler, und es tut mir wirklich leid«, sagte Sturgeon bereits am Dienstagabend. Die Boulevardzeitung »The Scottish Sun« hatte ein Foto der Szene vom Freitag veröffentlicht.

»Ich spreche jeden Tag über die Wichtigkeit, Masken zu tragen, deshalb werde ich keine Entschuldigung liefern. Ich habe falsch gehandelt, ich ärgere mich über mich selbst«, sagte Sturgeon. Die Strafe für solche Verstöße beträgt 60 Pfund (umgerechnet 66 Euro), im Wiederholungsfall vervielfacht sie sich. Schottland hatte auch auf Betreiben der Regierungschefin härtere Corona-Maßnahmen durchgesetzt als die Zentralregierung in London.

Deutsche Wirtschaft steigert Umsätze – trotz Teil-Shutdown

9.09 Uhr: Industrie, Bau, Handel und Dienstleister haben im November ungeachtet neuer Corona-Maßnahmen mehr Geld eingenommen. Der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft wuchs saison- und kalenderbereinigt um 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Im Oktober war das Plus mit 2,4 Prozent allerdings größer ausgefallen. »Seit dem Tiefpunkt im April 2020 ist der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft kontinuierlich angestiegen und lag zuletzt über dem Vorkrisenniveau«, hieß es. So fiel er im vergangenen Monat um 1,8 Prozent höher aus als im Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

Im November wurden erneut schärfere Beschränkungen im Kampf gegen die zweite Welle der Pandemie eingeführt. Seither müssen Restaurants geschlossen bleiben und dürfen allenfalls Außer-Haus-Service oder Lieferdienste anbieten. Hotels dürfen nicht für Touristen öffnen. Im Dezember wurden die Maßnahmen noch verschärft, mit Ausnahme etwa des Lebensmittelhandels und anderer Läden des Alltagsbedarfs mussten fast alle Geschäfte schließen.

Ökonomen gehen deshalb davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zu Ende gehenden vierten Quartal wieder schrumpfen wird: Das Essener RWI-Institut rechnet mit einem Minus von 1,7 Prozent. Im Sommer hatte es ein Rekordwachstum von 8,5 Prozent gegeben, das auf den historischen Corona-Einbruch von 9,8 Prozent im Frühjahr folgte.

Lage in Sachsen spitzt sich zu

7.23 Uhr: Im Corona-Hotspot Sachsen müssen wegen der dramatisch hohen Todeszahlen im ostsächsischen Zittau Leichen außerhalb des Krematoriums zwischengelagert werden. Die Toten sollen »im Bereich des Hochwasserstützpunkts« gelagert und »bei Freigabe zur Einäscherung« ins Krematorium gefahren werden, teilte die Stadt Zittau am Dienstagabend mit. Darauf habe sich die Geschäftsführung des Krematoriums mit Oberbürgermeister Thomas Zenker kurzfristig geeinigt. Am Hochwasserstützpunkt befindet sich eine große Halle, in der Materialien gelagert werden, die im Fall eines Hochwassers gebraucht würden.

Besonders im Dezember stieg nach Angaben der Stadt die Zahl der Toten rasant (lesen Sie hier eine Reportage aus Sachsen: »Wenn die Toten warten müssen«). Während im vergangenen Jahr im Dezember 45 Menschen starben, waren es in diesem Monat bislang schon 115. Im November verdoppelte sich die Zahl der Toten von 52 im vergangenen Jahr auf 110 in diesem Jahr. Im Oktober 2019 starben 45 Menschen, in diesem Jahr 73. Die Zahl der notwendigen Einäscherungen übersteige derzeit »mitunter die Kapazitäten des Zittauer Krematoriums«, hieß es. Es gebe deutlich höhere Sterbefallzahlen, mehr Aufnahmegespräche, Leichenschauen und Beurkundungen in den Standesämtern. Alle Beteiligten seien an den »Belastungsgrenzen«. Die Stadt forderte beim Landkreis Görlitz und der Landesregierung Sachsen Hilfe für den Fall einer weiteren Verschlechterung der Lage an.

Südkorea kappt Flugverbindungen mit Großbritannien

6.36 Uhr: Aus Sorge vor einer neuen Mutation des Coronavirus hat Südkorea jeglichen Flugverkehr von und nach Großbritannien bis Jahresende gestoppt. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums soll die neue Regel ab sofort gelten. Zusätzlich haben Südkoreas Behörden Einreisende aus Großbritannien ausnahmslos zu einer 14-tägigen Quarantäne sowie einem zusätzlichen Virustest kurz vor Ende der Quarantäne verpflichtet.

Amtsärzte fordern bundesweites Verbot von Weihnachtsgottesdiensten

6.20 Uhr: Die Amtsärzte haben ein bundesweites Verbot der Weihnachtsgottesdienste gefordert. Präsenzgottesdienste an den Feiertagen sollten wegen des Corona-Risikos von Bund und Ländern untersagt werden, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es sei bekannt, dass sich das Coronavirus bei Gottesdiensten leicht übertragen könne. Deshalb dürfe »kein zusätzliches Risiko« eingegangen werden.

Die katholische Kirche in Deutschland hatte zu Wochenbeginn angekündigt, dass sie an den Weihnachtsgottesdiensten festhält. Bei den Messen seien jedoch die Hygienekonzepte und Schutzmaßnahmen genau einzuhalten, forderte der Vorsitzende der Kommission Ehe und Familie, der Berliner Erzbischof Heiner Koch, im Namen der Deutschen Bischofskonferenz. Die evangelische Kirche in Westfalen hatte hingegen zuvor ihren Gemeinden dringend empfohlen, während des Lockdowns und auch an Weihnachten auf alle Präsenzgottesdienste zu verzichten.

Nach der Corona-Pandemie: Wuhan lernt das Feiern wieder

6.05 Uhr: Fotos aus Wuhan machen Hoffnung: Fast ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie erholt sich das Nachtleben. Junge Menschen füllen die Klubs der Stadt und feiern ihre neue Freiheit. Sehen Sie hier die Bilder.

RKI meldet fast 25.000 Neuinfektionen und 962 Todesfälle

5.55 Uhr: Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat einen neuen Höchststand erreicht. Binnen einem Tag übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 962 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Außerdem wurden 24.740 Neuinfektionen gemeldet. Vergangenen Mittwoch (16.12.) waren 27.728 Neuinfektionen und der bisherige Höchststand von 952 Todesfällen verzeichnet worden. Den Höchstwert mit 33.777 gemeldeten Infektionen hatte es am Freitag gegeben, darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Anzahl der Neuinfektionen ist jedoch nur bedingt mit denen der Vorwochen vergleichbar, da unter anderem das RKI die Empfehlungen für Coronatests angepasst hat, wer noch getestet werden soll.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) sank bis Mittwoch leicht auf 195,1. Am Tag zuvor war mit 197,6 ein Höchststand erreicht worden. Den mit Abstand höchsten Wert erreicht Sachsen: Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 414,1, also mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Es folgt Thüringen mit einem Wert von 319,6. Der niedrigste Wert wird in Mecklenburg-Vorpommern mit 96,3 verzeichnet.

Die Zahl der Todesfälle war in der Tendenz zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet worden war. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Mittwoch auf 27.968.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 1.554.920 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 23.12., 0 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 1.160.100 Menschen inzwischen genesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,95 (Vortag: 0,98). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Britischer Gesundheitsdienst NHS bittet Johnson um Brexit-Aufschub

5.46 Uhr: Angesichts der großen Herausforderungen durch die Coronakrise hat der britische Gesundheitsdienst NHS den Premierminister Boris Johnson zu einer Verlängerung der Brexit-Übergangsphase um einen Monat aufgefordert. Ein Aufschub um einen Monat werde dem NHS Zeit geben, sich aus der »unmittelbaren Gefahrenzone« zu bringen, hieß es in einem Brief der NHS-Spitze, der in der Nacht zum Mittwoch veröffentlicht wurde. Denn dann könne sich der Dienst auf die Bekämpfung der Pandemie konzentrieren, ohne dass ein No-Deal-Brexit »störende Veränderungen« mit sich bringe.

Großbritannien verlässt zum Jahresende den EU-Binnenmarkt und die Zollunion. Kommt in den verbleibenden Tagen kein Handelspakt mit der EU mehr zustande, drohen höhere Zölle und andere Handelshemmnisse, die nach Ansicht von Experten auch Auswirkungen auf die Versorgung mit Medikamenten und medizinischen Gütern haben dürften. Der NHS befürchtet zudem, dass Rettungswagen aufgrund von Lastwagenstaus vor allem in der südostenglischen Grafschaft Kent am Ärmelkanal, einem Zentrum der Corona-Infektionen, nicht rechtzeitig die Patienten erreichen könnten. Johnsons Regierung hat eine Verlängerung der Übergangsphase bisher strikt abgelehnt.

»Am 1. Januar wird der NHS in der traditionell geschäftigsten Zeit des Jahres gegen die größte Herausforderung in seiner Geschichte antreten«, heißt es in dem Schreiben weiter. Derzeit werden fast 19.000 Corona-Patienten in britischen Kliniken behandelt. Wegen der raschen Ausbreitung einer neuen Virus-Variante wird eine weitere Zunahme der Infektionen befürchtet. Die Belegschaft sei müde und erschöpft, betont die NHS-Führung. »Die Schockwellen eines No-Deal-Brexits könnten die Möglichkeiten des NHS überfordern.« Deshalb werde Johnson dringend gebeten, »die Übergangsfrist um einen Monat zu verlängern und dem NHS einige kostbare zusätzliche Wochen zu erkaufen«.

Altmaier warnt bei Corona-Hilfen vor Missbrauch

5.40 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat Kritik an einer schleppenden Umsetzung von Corona-Finanzhilfen für Unternehmen zurückgewiesen und vor Missbrauch gewarnt. Der CDU-Politiker sagte der dpa in Berlin: »Noch nie wurden Hilfszahlungen in dieser Größenordnung innerhalb so kurzer Zeit beschlossen und bewilligt. Aber es muss sichergestellt sein, dass das Geld der Steuerzahler bei denen ankommt, die es wirklich brauchen, nicht bei solchen, die als Betrüger oder Abzocker unterwegs sind.«

Wenn der Staat Hilfen in der Größenordnung von bis zu mehreren Millionen Euro an einzelne Unternehmer vergebe, dann müsse gründlich geprüft werden, ob der Anspruch auch tatsächlich bestehe. »Andernfalls würden wir nachlässig mit dem Geld der Steuerzahler umgehen, und das tun wir nicht.«

Deshalb kämen Abschlagszahlungen zur Abmilderung von Schäden wegen der Schließungen im November und Dezember schnell, die komplette Auszahlung je nach Bedarf dauere etwas länger. Die Abschlagszahlungen sind ein Vorschuss auf spätere Zahlungen. Wirtschaftsverbände hatten Kritik an einer schleppenden Umsetzung der Hilfen geäußert.

Diese drei Faktoren entscheiden, wann wir Corona besiegen

5.25 Uhr: Mit der Impfung kommt die Normalität zurück – darauf hoffen viele. Doch wie schnell erreichen wir Herdenimmunität? Lesen Sie hier den Ausblick für 2021.

Fahrgastzahl in Bus und Bahn drastisch eingebrochen

5.15 Uhr: Jahrelang sind die Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen stetig gestiegen – in diesem Jahr aber hat die Coronakrise einen historischen Einbruch gebracht. Im Jahresdurchschnitt habe es nur noch 40 Prozent der üblichen Nachfrage gegeben, teilte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen der dpa mit. Busse und Bahnen waren damit so leer wie nie seit der Wiedervereinigung, zumal das Angebot nahezu komplett aufrechterhalten wurde.

»Die Corona-Pandemie hat im ÖPNV tiefe Spuren hinterlassen«, sagte Verbandspräsident Ingo Wortmann. »Sowohl die Fahrgastzahlen als auch die Einnahmen sind eingebrochen, weil die Menschen zu Hause geblieben sind und ihnen die Anlässe für die Fahrten gefehlt haben.«

22 Jahre lang waren die Fahrgastzahlen ununterbrochen gestiegen. Immer mehr Erwerbstätige und immer mehr Einwohner in Großstädten brachten Busse und Bahnen mancherorts an die Kapazitätsgrenze. 10,4 Milliarden Kundenfahrten waren es 2019. Und weil mehr Bus- und Bahnfahren als ein Weg zu mehr Klimaschutz in Deutschland gilt, sollen eigentlich bis 2030 noch einmal drei Milliarden hinzukommen, das haben sich die Betreiber als Ziel gesetzt.

Patientenschützer warnt vor überhasteten Corona-Impfungen in Heimen

4.43 Uhr: Die Stiftung Patientenschutz warnt vor schlecht vorbereiteten Corona-Impfungen in Pflegeheimen. »Man kann nicht einfach in ein Pflegeheim gehen und dort alle Bewohnerinnen und Bewohner impfen«, sagte der Stiftungsvorsitzende Eugen Brysch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Impfung von Demenzkranken ohne die Zustimmung eines Betreuers oder Bevollmächtigten sei nicht erlaubt. »Das wäre rechtlich gesehen schlichtweg Körperverletzung«, sagte Brysch.

Nach Angaben des Patientenschützers leiden 1,6 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland an Demenz und sind deshalb nicht einwilligungsfähig. Davon lebten 600.000 Betroffene in Pflegeheimen, dies seien zwei Drittel aller Bewohner. Bevor ein Betreuer oder Bevollmächtigter in die Impfung eines Demenzkranken einwillige, müsse eine Beratung durch einen Arzt erfolgen, erläuterte Brysch. Dabei hätten die Mediziner die Krankengeschichte, den Immunstatus und auch Allergien in den Blick zu nehmen.

Corona-Pandemie über Weihnachten: Lücke in der Kurve

4.30 Uhr: Im Januar ist der Lockdown vorbei – das hoffen viele Deutsche. Aber möglicherweise geben die Zahlen Anfang kommenden Monats gar nicht preis, ob die Maßnahmen wirken. Lesen Sie hier mehr.

Frankreich öffnet die Grenze nach Großbritannien – ein wenig

0.37 Uhr: Frankreich erleichtert die Einfuhr von Waren per Lkw aus Großbritannien. Nach Angaben des französischen Verkehrsministeriums können französische und ausländische Lkw wieder aus Großbritannien nach Frankreich einreisen, sofern sie ein negatives Covid-19-Testergebnis nicht älter als 72 Stunden vorweisen können. Im Falle eines positiven Tests müssten sich die Fahrer zehn Tage lang auf britischem Boden isolieren, wobei die Unterkunft von den britischen Behörden bereitgestellt werde, heißt es weiter.

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