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Corona-News am Mittwoch: Die wichtigsten Entwicklungen zu Sars-CoV-2 und Covid-19

April 14
08:18 2021
Teststäbchen in Trägerflüssigkeit Bild vergrößern

Teststäbchen in Trägerflüssigkeit

Foto: Christoph Soeder / dpa

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

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Mehr als 184.000 Neuinfektionen in Indien

07.00 Uhr: Indien verzeichnet mit 184.372 bestätigten Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden erneut einen weltweiten Höchstwert. Damit haben sich nun rund 13,9 Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus angesteckt, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. 1027 weitere Menschen starben mit oder an dem Virus. Insgesamt sind es damit 172.085. Indien weist nach den USA die höchste Infektionszahl weltweit auf. Seit vergangener Woche meldet das Gesundheitsministerium jeden Tag mehr als 100.000 Neuinfektionen. Die Dunkelziffer dürfte Experten zufolge in dem Land mit seinen 1,35 Milliarden Einwohnern aber deutlich höher liegen.

IOC-Vize Coates: Olympia in Tokio »sicherste Spiele«

06.50 Uhr: IOC-Vizepräsident John Coates hat 100 Tage vor der geplanten Eröffnungsfeier in Tokio eine kurzfristige Olympia-Absage ausgeschlossen. Die um ein Jahr verlegten Sommerspiele »werden wie geplant stattfinden«, sagte der Chef der Koordinierungskommission des Internationalen Olympischen Komitees für das Großereignis in Japan. Der Australier versprach trotz der weiter bedrohlichen Corona-Lage: »Es werden die sichersten Spiele, die möglich sind.« Die Spiele in Japans Hauptstadt waren im Vorjahr wegen der Pandemie auf diesen Sommer verlegt worden und sollen am 23. Juli eröffnet werden.

Die umfangreichen Maßnahmen gegen das Coronavirus werden Coates zufolge »dafür sorgen, dass alle Teilnehmer und die japanische Bevölkerung sicher sind«. Der 70-Jährige sagte in einem vom IOC verbreiteten Video: »Die Athleten, die olympische Bewegung, die Organisatoren und das japanische Volk werden zeigen können, dass es ein Sieg der Menschheit über die Pandemie ist.«

Umfragen zufolge sprechen sich mehr als 70 Prozent der Japaner derzeit für eine Absage oder erneute Verschiebung der Sommerspiele aus. Wegen der Angst vor einer Ausbreitung des Virus bleibt ausländischen Fans und Athletenfamilien sowie Gästen von Sponsoren und Verbänden die Einreise nach Japan verwehrt.

IOC-Olympiadirektor Christophe Dubi gab sich jedoch zuversichtlich, dass in der Sportwelt »die Emotionen noch stärker sein werden«. Erstmals treffe die weltweite Athletengemeinde bei Olympia wieder zusammen, erklärte Dubi. Er erwarte, dass die Olympioniken »trotz der Umstände auf der Höhe ihres Leistungsvermögens« sein werden.

Experten: Impfstoff-Typ könnte Ursache für Nebenwirkungen sein

04.45 Uhr: Die seltenen schweren Nebenwirkungen nach der Impfung mit den Präparaten von AstraZeneca und Johnson & Johnson hängen deutschen Experten zufolge möglicherweise mit dem speziellen Typ dieser Impfstoffe zusammen. »Die Tatsache, dass beide Impfstoffe auf dem gleichen Prinzip beruhen und die gleichen Probleme verursachen, spricht meines Erachtens eher dafür, dass der Vektor selbst die Ursache ist«, sagte Johannes Oldenburg vom Universitätsklinikum Bonn der dpa. Allerdings sei das zum gegenwärtigen Zeitpunkt spekulativ.

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hatte am Dienstag wegen Berichten über sogenannte Sinusvenenthrombosen nach der Impfung den Marktstart seines Präparats in Europa aufgeschoben. Zuvor hatten Behörden in den USA ein vorübergehendes Aussetzen der Impfungen empfohlen, nachdem im Land sechs Fälle der Hirnvenenthrombosen erfasst worden waren.

Erst im März hatte Deutschland Impfungen mit dem Produkt des Herstellers AstraZeneca vorübergehend ausgesetzt. Auch andere europäische Länder stoppten die Impfungen zeitweise. Hintergrund war ebenfalls eine auffällige Häufung der speziellen Thrombosen in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) nach Impfungen mit dem Präparat. Inzwischen wird der Einsatz von AstraZeneca hierzulande nur bei Menschen ab 60 Jahren empfohlen.

In beiden Präparaten wird ein an sich harmloses Adenovirus als sogenannter Vektor genutzt, um Erbinformationen des Coronavirus in den Körper zu schleusen. Es sei theoretisch auch denkbar, dass das Spike-Protein des Virus, das in allen verfügbaren Impfstoffen dem Immunsystem zur Bildung von Abwehrstoffen präsentiert wird, die Nebenwirkungen verursacht, so Oldenburg.

Auch Clemens Wendtner vermutet, dass bei beiden Impfstoffen ein ähnlicher Mechanismus den Nebenwirkungen zugrunde liegt. »Wir haben im Fall von Johnson & Johnson die gleichen Nebenwirkungen, die auch bei AstraZeneca aufgetaucht sind«, sagt Wendtner, Chefarzt an der München Klinik Schwabing. »Da stellt sich die Frage, ob es hier einen Klasseneffekt gibt, also die Adenoviren, die als Vektoren genutzt werden, die Probleme auslösen.«

Studie: Arbeitslosigkeit bei jungen Briten in Pandemie gestiegen

03.55 Uhr: Während der Coronapandemie ist die Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen in Großbritannien einer Studie zufolge stark gestiegen. Junge Arbeitnehmer, vor allem Schwarze, seien am schwersten von der Krise betroffen, teilte die Denkfabrik Resolution Foundation am Mittwoch mit. Grund ist demnach, dass jüngere Arbeitnehmer viel häufiger in der Gastronomie sowie in Freizeiteinrichtungen angestellt sind, die von der Pandemie schwer betroffen gewesen sind. Vom zweiten aufs dritte Quartal 2020 sei die Arbeitslosigkeit unter 18- bis 24-Jährigen von 11,5 auf 13,6 Prozent gestiegen. Dabei handele es sich um den höchsten quartalsweisen Anstieg in dieser Altersgruppe seit 1992.

Noch frappierender war demnach die Entwicklung bei jungen Schwarzen: Hier stieg die Arbeitslosigkeit von 25 Prozent vor der Pandemie auf 35 Prozent. Bei ihren aus Asien stammenden Altersgenossen (21 auf 24 Prozent) sowie jungen Weißen (10 auf 13 Prozent) war der Unterschied deutlich geringer. Die Analyse habe gezeigt, dass die Krise die bestehenden Unterschiede zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen vergrößert habe, so der Thinktank. Studienautorin Kathleen Henehan forderte, die Regierung müsse jungen Menschen beim Wiederaufbau der Wirtschaft Priorität einräumen.

Die Resolution Foundation setzt sich vor allem für eine Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ein. Die Daten bestätigen Angaben der Gewerkschaft TUC, die vor gut zwei Wochen eine ähnliche Studie veröffentlicht hatte. TUC-Generalsekretärin Frances O'Grady sprach damals von einem weiteren Beweis für Rassismus auf dem Arbeitsmarkt.

Moderna stuft Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs auf 90 Prozent herab

02.45 Uhr: Das US-Pharmaunternehmen Moderna hat die Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs leicht herabgestuft. Der Impfstoff schütze zu 90 Prozent vor einer Covid-19-Erkrankung und zu 95 Prozent vor einem schweren Verlauf, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. In einem im Dezember im »New England Journal of Medicine« veröffentlichten Artikel hatte Moderna die Wirksamkeit noch mit 94,1 Prozent angegeben.

Die neuen Ergebnisse stammen aus der laufenden dritten Phase einer klinischen Studie mit mehr als 30.000 Menschen in den USA. Den Grund für die gesunkene Wirksamkeit nannte das Unternehmen nicht, sie könnte jedoch auf die inzwischen zirkulierenden neuen Virusvarianten zurückzuführen sein.

Moderna arbeitet derzeit an zwei speziell gegen diese Corona-Mutanten wirkenden Versionen des Impfstoffs. Erste Ergebnisse aus Versuchen an Mäusen sind dem Unternehmen zufolge vielversprechend. »Die neuen präklinischen Daten zu unseren variantenspezifischen Impfstoffkandidaten stimmen uns zuversichtlich, dass wir aufkommende Varianten proaktiv angehen können«, sagte Geschäftsführer Stéphane Bancel.

Das US-Pharmaunternehmen hat nach eigenen Angaben bislang (Stand 12. April) 132 Millionen Dosen seines Corona-Impfstoffs weltweit ausgeliefert, rund 117 Millionen Dosen davon gingen an die USA.

Kassenärzte: »Impfkampagne gerät massiv ins Stocken«

02.30 Uhr: Die niedergelassenen Ärzte kritisieren eine Benachteiligung gegenüber Impfzentren in der Corona-Impfkampagne. »Den Praxen werden in den kommenden Wochen viel weniger Biontech-Dosen zugewiesen als versprochen, weil der Impfstoff offensichtlich vorrangig an die Impfzentren geht«, sagte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der »Neuen Osnabrücker Zeitung« . »Die Zuteilung für die Hausärzte wurde halbiert. Daher wächst bei den niedergelassenen Ärzten die Sorge, dass sie in den kommenden Wochen eher weniger als mehr am Impfgeschehen teilhaben können.«

Zwar erhalten die Arztpraxen den Angaben zufolge als Ausgleich für Biontech-Kürzungen mehr Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs. »Aber das wird so nicht aufgehen«, warnte Gassen. »Wenn die Impfzentren komplett den vergleichsweise unproblematischen Impfstoff erhalten, die Praxen aber den umstrittenen, der zumal den unter 60-Jährigen nicht gespritzt werden darf, wird die Impfkampagne massiv ins Stocken geraten. Das darf nicht passieren!«

Wenn Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) seine Zuteilungsstrategie nicht wieder ändere, gerate die Herdenimmunität in weite Ferne, so der KBV-Chef. Die Lieferreduzierungen in dieser und der kommenden Woche ließen »das Schlimmste befürchten«. Dabei könnten die Praxen bis zu fünf Millionen Menschen pro Woche impfen. »Rund 75.000 Arztpraxen stehen dafür bereit. Erhalten die Praxen genug Impfstoff, könnten wir schon im Juni die Herdenimmunität erreicht haben.«

Dreyer: Verhältnismäßigkeit des Infektionsschutzgesetzes fraglich

02.05 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer dringt auf Nachbesserungen beim neuen Infektionsschutzgesetz. Es gebe »Fragen bezüglich der Rechtsfolgen und auch der Verhältnismäßigkeit«, sagt die SPD-Politikerin den Zeitungen der »Funke Mediengruppe«. Die Diskussion um eine Veränderung des Infektionsschutzgesetzes dürfe aber »nicht davon ablenken, dass wir jetzt handeln müssen«. »Ich appelliere an alle, sich an die Notbremse zu halten und ich bitte die Bevölkerung, die Schutzmaßnahmen einzuhalten.«

Marburger Bund warnt vor Triage in Kliniken

01.40 Uhr: Angesichts der Verzögerungen bei der Verabschiedung der bundeseinheitlichen Notbremse warnt die Vorsitzende des Ärzteverbandes Marburger Bund, Susanne Johna, vor der Notwendigkeit einer Triage in den Kliniken. »Die Notbremse kommt ohnehin spät. Aber wenn wir noch länger warten, droht eine Überlastung der Intensivstationen. Dann kann eine Triage nötig werden«, sagt Johna dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Bei einer Triage entscheidet das medizinische Personal, wer aufgrund von mangelnden Kapazitäten eine lebensrettende Behandlung erhält und wer nicht.

Pfizer-Chef verspricht US-Regierung mehr Impfdosen bis Ende Mai

0.35 Uhr: Der US-Pharmakonzern Pfizer will der US-Regierung bis Ende Mai 20 Millionen Impfdosen mehr liefern als bisher vereinbart. Das sei durch eine Steigerung der Produktion möglich, erklärte der Vorstandsvorsitzende Albert Bourla am Dienstag über Twitter. Die USA bekämen damit bis Ende kommenden Monats 220 Millionen Dosen des gemeinsam mit Biontech entwickelten Impfstoffs. Die Gesamtmenge der bis Ende Juli vereinbarten Lieferung von 300 Millionen Dosen bleibe aber gleich, schrieb Bourla.

Die vorgezogene Pfizer-Lieferung dürfte den USA auch helfen, mögliche Verzögerungen beim Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson auszugleichen. US-Gesundheitsbehörden hatten die Impfungen mit dem Wirkstoff am Dienstag vorsorglich ausgesetzt, um Berichte über vereinzelte Fälle schwerer Nebenwirkungen zu prüfen.

Das Weiße Haus sagte, die Aussetzung der Impfungen mit dem Präparat würden »keine bedeutenden Auswirkungen« auf die Impfkampagne in den USA haben. Es könnten weiterhin pro Tag rund drei Millionen Menschen geimpft werden, hieß es. Die USA haben sich bis Ende Juli bei den Herstellern Moderna und Biontech/Pfizer genügend Impfstoff für 300 Millionen Menschen gesichert. Präsident Joe Biden hat allerdings versprochen, schon bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle rund 260 Millionen Erwachsenen im Land zu haben.

Die Impfkampagne schreitet weiter zügig voran. Seit Mitte Dezember wurden amtlichen Daten zufolge bislang fast 192 Millionen Impfdosen gespritzt. 47 Prozent der Erwachsenen haben demnach mindestens eine Impfdosis bekommen, knapp 29 Prozent sind voll geimpft.

Überwiegend jüngere Menschen auf Intensivstationen in Brasilien

0.10 Uhr: In Brasilien sind zunehmend jüngere Menschen von einem schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung betroffen. Im März lagen auf den Intensivstationen überwiegend Patienten, die 40 Jahre oder jünger waren, wie aus Krankenhausdaten hervorgeht. Insgesamt 52 Prozent der Betten waren demnach mit Menschen aus dieser Gruppe belegt.

Der Grund für den Anstieg ist nicht klar. Wissenschaftler halten es für möglich, dass die brasilianische Virusvariante ein Grund sein könnte. Andere Faktoren könnten sein, dass bislang vornehmlich Ältere geimpft wurden oder dass Jüngere sich teils womöglich sorgloser verhalten. Die Daten aus mehr als einem Drittel aller Intensivstationen des Landes wurden von der brasilianischen Intensivmediziner-Vereinigung ausgewertet.

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