Corona: Maskengegner schüren Ängste bei Eltern und verunsichern Kinder
Icon: vergrößernWenn nicht nur Demos, sondern auch Schulen zum Kampfplatz werden: Maskengegner schüren Ängste mit Gruselstorys
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"Würden Sie anordnen, dass in die Klassenzimmer so lange Kohlendioxid eingeleitet wird, bis die Kinder eine entsprechende Vergiftung erleiden, wären Sie dafür persönlich haftbar. Nicht anders verhält es sich mit der Durchsetzung der Maskenpflicht."
Zuerst waren es nur solche Zuschriften von Eltern wie diese, mit denen Ralph Meyer, Leiter einer Grundschule im niedersächsischen Cloppenburg, umgehen musste. Dann kam ein Anruf von der Kripo. "Ein Elternpaar hat mich wegen Nötigung angezeigt."
Meyer, 59, hatte das Attest für deren Kind zur Befreiung von der Maskenpflicht nicht anerkannt. Eine genaue Begründung habe gefehlt, sagt er. Zudem hätten mehrere Eltern solche Atteste vorgelegt, teils von demselben Kinderarzt, dessen Praxis rund 200 Kilometer entfernt liege. Solche Atteste erkenne er nicht an.
Deshalb hat Schulleiter Meyer nun mit der Polizei zu tun – und ist unfreiwillig in einen Streit verwickelt, der kaum erbitterter geführt werden könnte. Maskengegner, darunter besorgte Eltern und Lehrkräfte, aber auch "Querdenker", Corona-Leugner, Verschwörungstheoretiker, Extremisten und AfD-Anhänger machen verstärkt gegen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung mobil. Für ihre Protestaktionen haben sie sich ein neues Terrain ausgesucht, ein neues Publikum anvisiert. Es sind Schulen, Schüler und Eltern.

